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Jazz in der Gruft

Jazz in der CRYPT, ein Geheimtipp in Kapstadt Jazz in der CRYPT, ein Geheimtipp in Kapstadt Foto: The Crypt
Sie applaudieren auf den Stühlen, tanzen eine Polonaise um die Tische, rufen nach Zugaben. In der Gruft unter der Sankt Georg Kathedrale in Kapstadt ruhen keine Toten. Hier pulsiert das Leben, hier spielt die Musik. Und der Große Architekt des Universum hat seine Freude daran. „The Crypt“, die Krypta ist der Tempel für die Jünger des Jazz.

Ludger Pooth - Adolf Thelen dünstet. Es ist heiß im Gewölbe. Der Sommerabend ist ausverkauft. Seine Hände gleiten flink über die Tastatur des Klaviers. Toccata, die Fuge von Bach. Begleitet von Lilivan Gangen (Schlagzeug) Michael Rossi (Saxophon) und David Ridgway (Kontrabass). Begabte Musiker wissen um den Schweiß der zum Erfolg führt. An diesem Abend gibt es „Classics in Jazz“

Adolf Thelen und die Krypta sind Ikonen in Kapstadt. In der Deutschen Gemeinde ist keine Veranstaltung ohne Adolf und seine Musikkollegen. Öffentliche Konzerte, Veranstaltungen der Deutschen Internationalen Schule, Parties des Diplomatischen Korps, Gottesdienste der Deutschen christlichen Gemeinde. Adolfs Noten und seine Musik sind ein Bestandteil der farbenfrohen und internationalen Gesellschaft in Kapstadt.

Passt bestens zur Krypta und deren Geschichte. Die Gruft und die Sankt Georg Kathedrale waren ein Refugium für den bunten Widerstand gegen die bleichen Apartheid-Bonzen. Wenn deren Polizeigewalt brutal bei Demonstrationen eskalierte flüchteten alle in die Kathedrale. Denn an einem Haus Gottes wollte keiner sich vergreifen. In den Geschichtsbüchern bereits eingetragen ist Desmond Tutu, Nobelpreisträger, ehemaliger Erzbischof der Anglikanischen Kirche und aktiv im Widerstand. Religion kann gelegentlich nützlich sein.

Seit April 2013 ist die Krypta ein Hort der Musik, das einzige Lokal in Kapstadt mit Live Auftritten an fünf Tagen die Woche. Zu verdanken ist das zwei Herren: Michael Weeder, Dekan der Kathedrale und Jazz Enthusiast sowie dem niederländischen Pianisten Derk Blaisse aus dem Weindorf Franschhoek. Am Eröffnungstag gaben er und seine Band „The Cape Dutch Connection“ die Premiere.

In den vergangenen Jahren hat die Krypta enge Verbindungen zu den Townships, den Slums von Kapstadt etabliert. Dort sind die Armut, Elend – doch auch begabte Talente. Viele schwarze und farbige Musiker starteten ihre spätere Karriere in dem alten Jazz Gewölbe der Kathedrale.

Derk Blaisse ist nun im verdienten Ruhestand. Übernommen hat Riaan du Plessis und seine Partner Tamlin Martini, Steve van Rooyen. Nach einigen Monaten der Renovierung gaben im Oktober Derk Blaisse und seine Cape Dutch Connection das Konzert zur Wiederöffnung. Musik ist einfach göttlich.


 


 


 


 


 


 


 



 

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