Login

8. Mai: Parlamentswahlen in Südafrika

Wahlplakate in Kapstadt Wahlplakate in Kapstadt Foto: Wikipedia
In Südafrika finden am 8. Mai 2019 die sechsten demokratischen Wahlen für die Nationalversammlung und die neun Provinzversammlungen statt.

lifePR - Der seit 2018 amtierende Präsident Ramaphosa setzt auf Wirtschaftsdiplomatie und wirbt seit Amtsantritt erfolgreich für eine erneute Erstarkung der ausländischen Direktinvestitionen in die südafrikanische Wirtschaft, um das Wachstum anzukurbeln. Bei einer Investorenkonferenz im Oktober 2018, veranstaltet von der südafrikanischen Regierung, gab es neue Investitionszusagen von rund 290 Mrd. Rand (ca. 18 Mrd. €). Präsident Rahmaphosa versucht zudem das Vertrauen in staatliche Institutionen - nach Korruptionsskandalen unter Ex-Präsident Zuma – wiederherzustellen. Erst kürzlich hat Ramaphosa die Ernennung neuer Personalien bei der South African Revenue Services (SARS) sowie der National Prosecuting Authority (NPA) bekannt gegeben.


Wirtschaftliche Beziehungen Deutschland - Südafrika

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Südafrika erreichte 2017 einen Wert von 16,8 Mrd. € und übertraf damit den Rekordwert aus dem Jahr 2015 von 15,5 Mrd. €. Mit 8,8 Mrd. € gingen die deutschen Ausfuhren ans Kap zwar um rund 8,5% zurück. Südafrika steht damit auf der Rangliste der wichtigsten Exportabnehmer Deutschlands in Übersee dennoch an zehnter Stelle, vor der wesentlich größeren Volkswirtschaft Brasilien. Deutschland konnte seinen Rang als zweitwichtigstes Lieferland Südafrikas nach China behaupten, mit deutlichem Abstand vor den USA, Indien, Saudi-Arabien und Japan.

Zweidrittel aller deutschen Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent gehen nach Südafrika. 2016 belief sich der deutsche Investitionsbestand am Kap auf 6,5 Mrd. €. 2018 wurden weitere Investitionen angekündigt. So will Mercedes beispielsweise 600 Mio. € investieren um die Produktionsanlagen für die C-Klasse in East London zu erweitern. Insgesamt sind rund 600 deutsche Unternehmen in Südafrika aktiv und haben zur Schaffung von ca. 70.000 Arbeitsplätzen beigetragen. Zu den interessanten Branchen für deutsche Unternehmen gehören die Bereiche Automobil, Energie, Infrastruktur, Pharmaindustrie, Medizintechnik, Luftfahrt, IKT, Finanzierung und Rechtsberatung.

Landenteignung ohne Entschädigung

Die Debatte zum Thema Landenteignung ohne Entschädigung und eine damit verbundene beschlossene Änderung der Verfassung, hat bei vielen Investoren zu Verunsicherung geführt. Insbesondere im Hinblick auf ein mögliches generelles infrage stellen von Eigentumsrechten in Südafrika. Im Dezember 2018 wurde eine neue Fassung der „Expropriation Bill“ zur öffentlichen Kommentierung veröffentlicht. Experten zufolge steht der Entwurf in der Tradition vorheriger Enteignungsgesetze in Südafrika, enthält aber auch neue Paragraphen. Definiert wird nun beispielsweise unter welchen Bedingungen Land entschädigungslos enteignet werden darf. Dadurch wurde etwas Beruhigung in die bisherige Diskussion gebracht.

Energieversorgung in Südafrika

Der staatliche Stromversorger Eskom befindet sich derzeit in einer finanziellen und operativen Krise. In den letzten Monaten gab es erstmalig seit zwei bis drei Jahren wieder länger andauernde Stromausfälle in Südafrika. Präsident Ramaphosa hat bereits das Board von Eskom ausgetauscht und plant die Entflechtung des staatlichen Stromversorgers; dennoch bleibt die derzeitige Lage der Stromversorgung im Land kritisch und Eskom scheint finanziell stärker angeschlagen als bisher angenommen.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) Südafrika:

Nominales BIP 2018: 376,6 Mrd. US-$
BIP pro Kopf 2018: 6.560,0 US-$
Realer BIP-Zuwachs 2018: 0,7%
Realer BIP-Zuwachs 2019: 1,4%                            (Quelle: IWF, EIU)

 

Login to post comments