Login

Swasiland scheitert mit seinem Antrag, den Nashornhandel zu legalisieren

Nashornhandel wird nicht legalisiert Nashornhandel wird nicht legalisiert © Jörg-Henning Meyer
Auf der CITES-Konferenz in Johannesburg lehnten-Delegierte heute den von Swasiland eingereichten Antrag zur Legalisierung des Handels mit Produkten des Breitmaulnashorns ab.

IFAW - “In einer Zeit, in der Nashörner aufgrund in die Höhe schnellender Schwarzmarktpreise für ihr Horn gefährdeter sind denn je, begrüßen wir diese Entscheidung. Die Vertragsstaaten haben dagegen gestimmt, dass der Handel mit den Hörnern des Breitmaulnashorns legalisiert wird," so Kelvin Alie, IFAW Direktor der Wildtierhandelskampagne.
 
Swasiland hatte beantragt, die Listung seiner Breitmausnashornpopulation auf Anhang II zu modifizieren und den Handel mit Hörnern des Breitmaulnashorns damit teilweise zu ermöglichen.
 
In den letzten Jahren hat die Wilderei von Nashörnern, insbesondere in Südafrika, dramatisch zugenommen. 2007 wurden in Südafrika 13 Nashörner gewildert. Bis zum Jahr 2011 wurden 448 Nashörner gewildert und allein im Jahr 2014 wurden in Südafrika 1.215 Nashörner gewildert – eine Zunahme um 9.000 Prozent in weniger als zehn Jahren.
 
"Die Vorstellung, dass man die Nachfrage nach Rhinozeroshorn durch legale Verkäufe befriedigen könne, ist völlig haltlos. Ganz im Gegenteil: Legaler Handel heizt die Nachfrage nur noch mehr an und bringt die Populationen wilder Nashörner weiter in Bedrängnis. Swasilands Antrag hat jegliche weltweiten Bemühungen zum Schutz von Nashörnern untergraben. Der IFAW ist hocherfreut, dass die CITES-Vertragsstaaten dem Antrag nicht zugestimmt haben", so Alie.
 
Bis 1977 waren alle afrikanischen Nashornarten auf CITES-Anhang I gelistet. Somit genossen sie den höchsten Schutzstatus. Der internationale Handel sowohl mit lebenden Tieren als auch mit Nashornprodukten war verboten. 2004 wurde die Breitmaulnashornpopulation in Swasiland auf Anhang II heruntergestuft. Damit wurde der Export lebender Tiere und die Ausfuhr von Jagdtrophäen im Rahmen einer jährlichen Quote legal.
 
Nashörner werden wegen ihrer Hörner gewildert, die vor allem in der traditionellen Medizin verwendet und als Luxusgüter gehandelt werden. Das derzeitige Ausmaß der Wilderei hat dafür gesorgt, dass das Wachstum der Nashornpopulationen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent stoppte. Der illegale Handel mit Rhinozeroshorn hat den höchsten Stand seit den frühen 90er-Jahren erreicht. Schätzungen zufolge gelangten im Jahr 2014 2.000 Rhinozeroshörner in den illegalen Handel.
 
Der Antrag war von Swasiland eingereicht worden. Er wurde mit 26 Ja-Stimmen, 100 Nein-Stimmen und 17 Enthaltungen abgelehnt. Offiziell bestätigt werden alle Abstimmungen erst in der Vollversammlung am Dienstag und Mittwoch dieser Woche.

Login to post comments