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post scriptum: RIP, Pappa Grappa!

"Die neue gläserne Schau-Brennerei machten ihn zum Magneten für Junge und Alte, Lokale, Einwanderer und Touristen." "Die neue gläserne Schau-Brennerei machten ihn zum Magneten für Junge und Alte, Lokale, Einwanderer und Touristen." Foto: Facebook Helmut Wilderer
Selten fällt Abschied nehmen so schwer, wie an diesem Wochenende von unserem „Pappa Grappa“ – Helmut Wilderer

Aus Deutschland nach Südafrika ausgewandert, hat er sein Leben nicht nur damit verbracht unermüdlich den „besseren“ Schnaps zu brauen, sondern ist über die Jahrzehnte zu einem der zentralen Anlaufpunkte für die Auslandsdeutschen am Kap geworden. Es waren auch nicht nur sein Fynbos Schnaps, seine Himbeere, Kirsche oder der Grappa, der ihn zum Magneten machte, Helmut stand für das bisschen Heimatgefühl der Deutschen Gemeinde am südlichsten Zipfel Afrikas. Ob es die Jazz-Sonntage mit Blasmusik waren oder aber die vertrauten heimatlichen Gerichte, von der Nürnberger Rostbratwurst bis hin zur zünftigen Schweinshaxn, kein Mensch würde heute die Gegend Simondium kennen, hätte Helmut dort nicht seine Zelte aufgeschlagen.

 

Im Alter von 75 Jahren teilte er nun das Schicksal mit vielen anderen, die den Kampf gegen den Krebs verloren haben. Aber er hat das geschafft, von dem viele träumen, er hat nicht nur Südafrika, sondern die Welt bewegt. Wenn es nur die kleine Brennerei in den Winelands gewesen wäre, aber das sollte nicht reichen! Mit der Teilnahme von Helmut und seinem Sohn, Christian, an dem Projekt „Spice Route“ war er im Wesentlichen für den Erfolg dieser Gourmet-Außen Station in Paarl verantwortlich. Seine Küche, seine Pizzen und vor allem seine Auswahl rund um die neue gläserne Schau-Brennerei machten ihn zum Magneten für Junge und Alte, Lokale, Einwanderer und Touristen.

 

Doch dessen nicht genug und mit dem Raketenstart an der Spice Route noch lange nicht am Ende seiner Schaffenskraft, experimentierte Helmut weiter an seinen Rezepten und stellte seiner verdutzen Fan-Gemeinde vor gar nicht all so langer Zeit seinen ersten Gin vor, gemacht aus Fynbos und genau im internationalen Trend und der Revolution der Gin Märkte. In kürzester Zeit gewann sein Gin lokal wie international reihenweise Medaillen und der Wilderer Fynbos Gin hat seinen nicht mehr aufzuhaltenden Triumpfzug durch die Welt angetreten, und spielt nun mit im international Konzert der ganz Großen, zum einen ein Produkt made in South Africa, aber viel wichtiger: ein Produkt made by Helmut Wilderer!

 

Helmut, die Welt ist eines ganz besonderen Menschen beraubt worden, wir vermissen Dich und auf welcher Wolke Du auch gerade bist, ein letztes Mal auf Dich: PROST!

 

R M Ertner

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