HomeSüdafrikaAirlink sagt dritten Flypast vor Johannesburg-Test ab

Airlink sagt dritten Flypast vor Johannesburg-Test ab

Nach dem umstrittenen Tiefflug über dem DHL Stadium in Kapstadt verzichtet Airlink auf die geplante Flugshow beim Springboks-Test gegen die All Blacks in Johannesburg.

Rückzug kurz vor dem Spiel

JHM – Airlink hat der südafrikanischen Luftfahrtbehörde SACAA am Mittwoch, 1. September, mitgeteilt, den Antrag für die dritte geplante Flugshow zurückzuziehen. Betroffen war der Rugby-Test zwischen den Springboks und den All Blacks am Samstag, 5. September, im FNB Stadium in Johannesburg. Als Grund nannte die Fluggesellschaft die Wetterprognose. Gegenüber Reuters erklärte Airlink-Chef de Villiers Engelbrecht, die vorhergesagten Bedingungen ließen keine sichere Formation zu, auch wenn viele Fans sich auf den Anblick gefreut hätten.

Der Auslöser: Tiefflug über Kapstadt

Ausgangspunkt der Debatte war der zweite Flypast am 29. August über dem DHL Stadium in Kapstadt, kurz vor dem zweiten Test der Serie Rugby’s Greatest Rivalry, den Südafrika gewann. Zwei Embraer-Jets von Airlink, einer grün-gold, einer schwarz lackiert, überflogen das Stadion in geringer Höhe. Die schwarze Embraer E195 lag laut Flugverfolgungsdienst Flightradar24 zeitweise nur zwischen 12,5 und 14 Metern über dem Stadiondach. Damit war die Maschine tiefer unterwegs als bei jedem zuvor von Flightradar24 erfassten Überflug dieser Art über einem Bauwerk.

SACAA nimmt die Flugdaten unter die Lupe

Die SACAA erklärte, sie prüfe seither die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften bei dem Kapstadt-Flug. Airlink habe die Flugdatenschreiber beider Maschinen freiwillig zur Auswertung übergeben. Laut einem Bericht von TimesLive sagte SACAA-Sprecher Sisa Majola, die Untersuchung des zweiten Flypasts laufe noch, ein Abschlussbericht mit Empfehlungen werde erst nach vollständiger Auswertung veröffentlicht. Gegenüber Reuters betonte SACAA-Vertreterin Phindiwe Gwebu, es gehe der Behörde lediglich darum sicherzustellen, dass die Besatzung alle Sicherheitsprotokolle eingehalten habe.

Lange Tradition, neue Debatte

Flugshows vor Länderspielen haben in Südafrika Tradition. Schon beim WM-Finale 1995 im Ellis Park überflog eine Boeing 747 das Stadion, bevor die Springboks gegen die All Blacks antraten. Neu ist, wie genau solche Manöver heute über Flugverfolgungsdienste und soziale Netzwerke nachvollzogen werden können. Genau das hat aus einem gewohnten Spektakel eine Sicherheitsdebatte gemacht. Die SACAA verweist in diesem Zusammenhang auf die makellose Bilanz der kommerziellen Luftfahrt im Land: Seit über vier Jahrzehnten habe es dort keinen tödlichen Zwischenfall im Linienflugbetrieb gegeben.

Für die Fans beim Spiel in Johannesburg bedeutet die Absage vor allem eines: Der Blick auf die Tribüne bleibt frei, das Flugzeug bleibt am Boden. Ob der zweite Flypast tatsächlich zu knapp bemessen war, soll der SACAA-Bericht in den kommenden Wochen zeigen.

Quellen: SACAA (Pressemitteilung, 2. September 2026); IOL, 2. September 2026; TimesLive, Reuters via Emirates 24|7, Flightradar24, The Washington Times / AP, 2. September 2026

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