HomeSüdafrikaTiefflug über Kapstadt: McKenzie verteidigt Airlink nach Kritik

Tiefflug über Kapstadt: McKenzie verteidigt Airlink nach Kritik

Der Formationsflug zweier Airlink-Jets vor dem Rugby-Test zwischen Springboks und All Blacks in Kapstadt löste weltweit Diskussionen über die Sicherheit des Manövers aus.

Der Auftritt vor dem Anpfiff

JHM – Kurz vor dem zweiten Test der Reihe Rugby’s Greatest Rivalry zwischen den Springboks und den All Blacks flogen am Samstag zwei Embraer Maschinen von Airlink in Formation über das DHL Stadium in Kapstadt. Eine Maschine trug ein grünes Design zu Ehren der Springboks, die zweite war in Schwarz für die All Blacks lackiert. Begleitet wurde der Vorbeiflug von einer Feuerwerksshow, bevor rund 55 000 Zuschauer das Spiel verfolgten, das die Springboks mit 33 zu 26 für sich entschieden.

Kritik und Sicherheitsbedenken

Videos aus dem Stadioninneren zeigten die Flugzeuge scheinbar nur wenige Meter über dem Stadiondach. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in sozialen Netzwerken und lösten geteilte Reaktionen aus. Neben Begeisterung über die fliegerische Präzision äußerten viele Nutzer Bedenken, wie viel Spielraum den Piloten im Falle eines technischen Defekts oder eines Vogelschlags geblieben wäre.

Airlink verteidigt die Aktion

Airlink wies Vorwürfe zurück, das Manöver sei gefährlich niedrig geflogen worden. Die Fluggesellschaft erklärte, der Vorbeiflug sei sorgfältig geplant und geprobt worden. Beide Maschinen seien mit erfahrenen Besatzungen aus jeweils drei leitenden Kapitänen besetzt gewesen, die als Kommandant, Kopilot sowie Sicherheits und Technikoffizier fungierten. Die Flüge seien zudem mit Freigabe und Unterstützung der südafrikanischen Zivilluftfahrtbehörde und der Flugsicherung durchgeführt worden. Nach eigenen Angaben belegen die Flugdatenschreiber beider Maschinen, dass Höhe und Geschwindigkeit während des gesamten Manövers innerhalb der genehmigten und geprobten Grenzen blieben.

McKenzie schaltet sich ein

Sportminister Gayton McKenzie meldete sich nach der einsetzenden Kritik selbst zu Wort. In einem Onlinepost verteidigte er die Piloten und schrieb, Südafrika habe die besten Piloten der Welt und der Auftritt sei spektakulär gewesen. Beim nächsten Mal, so McKenzie weiter, wolle er die Piloten sogar auf dem Spielfeld landen lassen.

Was die Flugdaten zeigen

Nach Angaben von Flightradar24 wurde bei einer der beiden Maschinen eine ADS B Höhe von rund 50 Fuß über Standarddruck registriert. Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Luftdrucks über Kapstadt an jenem Tag ergibt sich daraus eine geschätzte Höhe von etwa 205 bis 210 Fuß über dem Meeresspiegel. Das DHL Stadium selbst liegt auf rund 164 Fuß, sodass der geschätzte Abstand zum Dach etwa 41 bis 46 Fuß betrug, umgerechnet knapp 12,5 bis 14 Meter.

Ein Spiel mit Tradition

Formationsflüge vor großen Rugby Spielen sind in Südafrika keine Seltenheit. Berichten zufolge reicht die Tradition bis zum WM Finale 1995 zurück, als eine Boeing der South African Airways tief über Ellis Park flog, während Nelson Mandela im Springbok Trikot die Ränge begrüßte. Auch beim ersten Test der laufenden Serie in Johannesburg hatte Airlink bereits ein ähnliches Manöver gezeigt.

Quellen: Airlink, Flightradar24, SABC News, Time Out Cape Town, Cape Town Etc, African Football, 1 News

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