Eskom hat den ersten Reaktorblock des Kernkraftwerks Koeberg vorsorglich vom Netz genommen. Auslöser war eine Störung an der Turbine, die Stromversorgung bleibt laut Eskom stabil.
Störung in der Nacht
JHM – Kurz vor ein Uhr morgens am Donnerstag hat Eskom den Reaktorblock 1 des Kernkraftwerks Koeberg vom Netz genommen. Grund war eine Störung an der Turbine. Nach Angaben des Energieversorgers verlief die Abschaltung planmäßig und innerhalb der vorgeschriebenen Sicherheitsverfahren. Die Ursache der Turbinenstörung wird derzeit untersucht.
Keine Gefahr für Mensch und Umwelt
Laut einer Mitteilung von Eskom blieben die Betriebsbedingungen während des gesamten Vorfalls stabil. Die nukleare Sicherheit sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, weder für die Belegschaft noch für die Öffentlichkeit oder die Umwelt habe ein Risiko bestanden. Die Schutz- und Überwachungssysteme der Anlage hätten wie vorgesehen funktioniert.
Zusammenhang mit toten Sardinen an der Westküste
Der aktuelle Vorfall steht im Zusammenhang mit einer ungewöhnlichen Entwicklung bei der Kühlwasserversorgung. Bereits im August 2026 hatte Eskom die Leistung von Block 1 vorsorglich gedrosselt, nachdem ein massenhaftes Auftreten von Sardinen die Ansaugsysteme des Meerwasserkühlkreislaufs beeinträchtigt hatte. Im selben Zeitraum wurde entlang der Süd- und Westküste ein erhöhtes Sterben von Sardinen registriert. Das südafrikanische Umweltministerium DFFE untersucht die Vorfälle gemeinsam mit weiteren Behörden. Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass die Vorgänge am Kernkraftwerk mit dem Fischsterben in Verbindung stehen.
Stromversorgung bleibt stabil
Eskom betont, dass der Ausfall von Block 1 keine Gefahr für die nationale Stromversorgung darstellt. Der Versorger verfüge über ausreichende Erzeugungskapazitäten, das Netz bleibe stabil und sicher. Block 1 war zuletzt im Oktober 2025 für eine umfassende Wartung vom Netz genommen worden und lief seither zuverlässig.
Einordnung
Koeberg ist das einzige Kernkraftwerk auf dem afrikanischen Kontinent und liefert einen wichtigen Teil der Grundlast für den Westkap. Kurzfristige Ausfälle einzelner Blöcke lassen sich angesichts der Kapazitätsreserven im südafrikanischen Netz derzeit gut abfedern. Für Kapstadt und Umgebung dürfte der Vorfall daher ohne spürbare Folgen bleiben, solange sich die Reparatur nicht über Wochen hinzieht.
Quellen: SAnews (South African Government News Agency); Eskom-Pressemitteilung, 27./28. August 2026




















































































































