HomeWirtschaftSchwache US-Jobdaten treiben den Rand nach oben

Schwache US-Jobdaten treiben den Rand nach oben

Ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht aus den USA hat am Freitag den Dollar belastet und dem Rand deutlichen Auftrieb gegeben. Auch der Goldpreis profitierte kräftig.

Ein Rückgang, den kaum jemand erwartet hatte

JHM – Die US-Statistikbehörde Bureau of Labor Statistics meldete für Juli einen Verlust von 23000 Arbeitsplätzen. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 80000 bis 95000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht von 4,2 auf 4,1 Prozent, doch dieser Wert geriet angesichts der Zahlen schnell in den Hintergrund. Schwerer wogen die Korrekturen der Vormonate. Der Juni-Zuwachs wurde von ursprünglich 57000 auf nur noch 20000 Stellen nach unten korrigiert, der Mai-Wert fast halbiert, von 129000 auf 66000.

Rand nähert sich wichtiger Marke

Nach Veröffentlichung der Daten kletterte der Rand auf 16,15 zum Dollar und rückte damit nahe an die Marke von 16 Rand heran, die er zuletzt vor Ausbruch des US-Iran-Kriegs Ende Februar unterschritten hatte. Zum Vergleich, beim aktuellen Kurs von rund 18,65 Rand je Euro liegt der Dollar damit spürbar schwächer als noch vor wenigen Wochen. Schwache US-Beschäftigungszahlen wirken für Schwellenländerwährungen wie den Rand grundsätzlich stützend, weil sie den Dollar unter Druck setzen und die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank erhöhen.

Notenbank unter Beobachtung

Die Federal Reserve hatte ihren Leitzins bereits in dieser Woche unverändert gelassen, was dem Rand ebenfalls half. Nach den neuen Jobdaten halten Analysten eine weitere Zinserhöhung inzwischen für kaum noch begründbar. Nigel Green, Chef der Beratungsgesellschaft DeVere Group, ordnete die Entwicklung so ein, dass drei Monate in Folge schwächerer Daten kein Zufall mehr seien, sondern ein Arbeitsmarkt, der spürbar an Schwung verliere. Die Märkte würden diese Einschätzung bereits einpreisen, erklärte Green weiter, was sich auch am steigenden Goldpreis zeige.

Gold als Gewinner der Unsicherheit

Der Goldpreis legte am Freitag um mehr als 2,5 Prozent auf 4346 Dollar je Feinunze zu, umgerechnet knapp 3750 Euro. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung hatte der Preis angezogen, ein Hinweis darauf, dass sich die Stimmung zugunsten sicherer Häfen bereits verschob. Green sieht darin eine klare Richtung, sinngemäß, wenn eine Währung an Rückhalt verliere und ein sicherer Hafen gleichzeitig zulege, zeige das deutlich, wohin sich die Stimmung bewege. Für den Dollar sei der Bericht der klarste Dämpfer gewesen, so Green weiter, weniger Stellen und ein schwächeres Lohnwachstum würden die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik schmälern, worauf der Dollar in solchen Phasen meist zügig nachgebe.

Südafrika blickt auf eigene Zahlen

Kommende Woche richtet sich der Blick auf die heimischen Arbeitsmarktdaten. Am Dienstag, den 11. August, veröffentlicht Stats SA die Quarterly Labour Force Survey für das zweite Quartal. Ökonomen der Nedbank rechnen mit einer weiteren leichten Verschlechterung der Arbeitslosenquote. Bereits im ersten Quartal 2026 war die Quote um 1,3 Prozentpunkte auf 32,7 Prozent gestiegen, nachdem 301000 Menschen ihre Beschäftigung verloren hatten. Damit liegt Südafrikas Arbeitslosenquote seit mehr als fünf Jahren über der Marke von 30 Prozent und zählt zu den höchsten weltweit. Die Nedbank-Ökonomen führen die schwache Entwicklung unter anderem auf gestiegene Treibstoffkosten und die Unsicherheit im Zuge der Eskalation des US-Iran-Kriegs sowie der zeitweisen Blockade der Straße von Hormus zurück, was das Geschäftsklima belastet habe. Unternehmen reagierten darauf mit Zurückhaltung bei Investitionen und Neueinstellungen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Arbeitssuchenden weiter, weil neue Arbeitskräfte auf den Markt drängen und zuvor entmutigte Menschen erneut nach Jobs suchen.

Quellen: US Bureau of Labor Statistics, Nedbank Economic Unit, DeVere Group, CNBC Africa, Business Recorder

 

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