FlySafair prüft mehrere neue Auslandsrouten und blickt auf den geplanten Cape Winelands Airport. Gleichzeitig steht der Billigflieger vor einem Eigentümerwechsel.
Neue Ziele in Afrika im Visier
JHM – Bei einem Mediengespräch, über das BusinessTech berichtete, sprach FlySafair Marketingchef Kirby Gordon über die Expansionspläne der Fluggesellschaft. Die bestehende Verbindung nach Harare in Simbabwe soll wegen ihres Erfolgs ausgebaut werden. Aktuell bietet die Airline dort rund 8000 Sitzplätze pro Woche an. Auch eine direkte Strecke von Johannesburg nach Windhoek ist im Gespräch, da FlySafair die namibische Hauptstadt bereits ab Kapstadt anfliegt. Weitere Ziele auf dem Radar sind Lusaka in Sambia und Nairobi in Kenia. Gordon räumte ein, dass der Wettbewerb auf der Strecke nach Nairobi besonders stark ist.
Cape Winelands Airport als künftiger Vorteil
Für FlySafair spielt auch der im Bau befindliche Cape Winelands Airport eine wichtige Rolle. Das rund 419 Millionen Euro teure Projekt, umgerechnet 8 Milliarden Rand, macht laut Gordon bei den Umweltauflagen gute Fortschritte, bis zur Eröffnung dauert es aber noch einige Jahre. Der neue Flughafen soll vor allem bei Ausweichlandungen für Veränderungen sorgen. Langstreckenflüge müssen ausreichend Treibstoff für eine mögliche Umleitung mitführen, was zugleich den Verbrauch erhöht, weil das Zusatzgewicht mitgeflogen werden muss. Können Maschinen nicht in Kapstadt landen, weichen sie derzeit nach Johannesburg oder Durban aus. Mit dem Cape Winelands Airport stünde künftig eine nähere Alternative bereit, der Flughafen würde zudem selbst dann Einnahmen erzielen, wenn ein Flugzeug im Ausweichfall nicht dort landet, da er von Airlines eine Bereitstellungsgebühr erhält. Gordon verwies außerdem auf die wirtschaftliche Bedeutung der Region rund um Bellville, deren Wirtschaftsleistung inzwischen höher liege als die von Namibia insgesamt.
Wo die Expansion an ihre Grenzen stößt
Ganz frei ist FlySafair bei der Streckenplanung allerdings nicht. Nach geltenden Lizenzen darf die Airline keine Verbindungen anbieten, die nicht in Südafrika starten oder enden. Eine direkte Route zwischen Harare und Windhoek etwa ist damit ausgeschlossen.
Neuer Eigentümer ohne frisches Kapital
Parallel zu den Ausbauplänen steht bei FlySafair ein Eigentümerwechsel bevor. Die Investmentgesellschaft Harith Aviation will die Muttergesellschaft Safair Holdings übernehmen, die Zustimmung des Wettbewerbstribunals und der südafrikanischen Reserve Bank steht noch aus. Die Wettbewerbskommission hat die Übernahme bereits mit Auflagen zur Genehmigung empfohlen. Gordon stellte klar, dass der neue Eigentümer keine große Kapitalspritze bringen werde. Harith gelte als wertorientierter Investor, der in erster Linie vom laufenden Geschäft der Airline profitieren wolle. Unabhängig vom Eigentümerwechsel erhält FlySafair ab 2028 mehrere Boeing 737 MAX 8, diese Bestellung wurde bereits vor der Ankündigung der Übernahme aufgegeben.
Quellen: BusinessTech, EWN, Bloomberg, Engineering News, Aviation Week




















































































































