Die SABC kämpft mit Millionenverlusten und einer Zahlungsmoral von nur 15 Prozent bei der TV-Lizenz. Ein neues Gesetz soll das System bis 2028 ersetzen.
JHM – Wer in Südafrika einen Fernseher besitzt, zahlt seit 1975 eine jährliche TV-Lizenz von 265 Rand, umgerechnet knapp 14 Euro. Das Geld fließt an die staatliche SABC, die damit vor allem Bildungs- und Kinderprogramme finanziert. Nur hält sich kaum noch jemand an diese Pflicht.
Ein System, das kaum noch funktioniert
Im Geschäftsjahr 2025 blieben über eine Million TV-Lizenzen unbezahlt. Das entspricht einer Nichtzahlungsquote von 85 Prozent. 2018 lag dieser Wert noch bei 72 Prozent. Der Sender rutschte zugleich tiefer in die roten Zahlen. Der Verlust wuchs von rund 197 Millionen Rand, etwa 10,3 Millionen Euro, auf über 250 Millionen Rand, etwa 13,1 Millionen Euro, im vergangenen Jahr.
Staatliche Zuschüsse reichen nicht aus
Der Staat sichert der SABC für die kommenden drei Jahre jährlich rund 234 Millionen Rand zu, umgerechnet etwa 12,3 Millionen Euro. Dieses Geld ist jedoch zweckgebunden für Bildungs- und Kinderinhalte und deckt die Lücke aus den ausbleibenden Lizenzgebühren nicht. Der Sender selbst bezifferte den zusätzlichen Bedarf gegenüber MyBroadband im April auf etwa 1,7 Milliarden Rand, umgerechnet rund 89 Millionen Euro, allein um den verbleibenden gesetzlichen Programmauftrag zu finanzieren.
Ein neues Gesetz soll Klarheit schaffen
Das Ministerium für Kommunikation und digitale Technologien unter Minister Solly Malatsi arbeitet an einem Entwurf für ein neues SABC-Gesetz. Es soll ein neues Finanzierungsmodell festlegen und gilt allgemein als das Ende der klassischen TV-Lizenz. Der Entwurf ist noch nicht fertig und soll erst im Finanzjahr 2028 dem Parlament vorgelegt werden.
Werbung, Zuschüsse und neue Gebührenmodelle im Gespräch
Im Auftrag des Ministeriums hat die Beratungsfirma BMIT mehrere Alternativen untersucht. Sie reichen von klassischer Werbung, Sponsoring und Abo-Angeboten bis zu staatlichen Zuschüssen und individuellen Abgaben nach dem Vorbild der heutigen Lizenz. Auch eine stärkere Einbindung von Kommunen in das Inkasso wurde geprüft. BMIT-Geschäftsführer Chris Geerdts erklärte gegenüber MyBroadband, eine Lockerung der Vorgaben zum öffentlichen Programmauftrag könnte der SABC helfen, eigene Inhalte freier zu lizenzieren und wirtschaftlicher zu arbeiten.
Bis eine endgültige Entscheidung fällt, bleibt die TV-Lizenz offiziell in Kraft. Dass sie in ihrer heutigen Form überlebt, glaubt in Südafrika inzwischen kaum noch jemand.
Quellen: MyBroadband, SABC Jahresbericht 2025, BMIT




















































































































