Während Öl wieder teurer wird und der Krieg zwischen den USA und dem Iran weitergeht, bleibt der südafrikanische Rand erstaunlich stabil. Grund dafür sind vor allem hausgemachte Fortschritte.
Wieder Unruhe im Nahen Osten
JHM – Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hielt nicht lange. Nachdem sich der Rand zwischenzeitlich bei rund 16,25 zum Dollar erholt hatte, geriet er nach dem Bruch der Vereinbarung erneut unter Druck. Zusammen mit anderen Schwellenländer-Währungen gab die südafrikanische Devise nach, als die Ölpreise in Richtung 90 US-Dollar je Barrel kletterten. Grund dafür sind erneute Sperrungen der Straße von Hormus, durch die ein Großteil des weltweiten Öltransports läuft. Der Iran hat angekündigt, dass durch die Meerenge derzeit kein Tropfen Öl oder Gas mehr fließen soll, während die USA ihre Angriffe auf iranische Energieanlagen ausweiten.
Zum Vergleich, Ende Februar 2026, als die USA erstmals gegen den Iran vorgingen, war der Ölpreis zeitweise auf 120 US-Dollar gestiegen und blieb monatelang über der Marke von 100 US-Dollar. Diesmal zeigen sich die Märkte gelassener. Laut Investec Chefökonomin Annabel Bishop laufen trotz des gebrochenen Waffenstillstands weiterhin Friedensgespräche, was einen erneuten Preissprung bislang verhindert hat.
Warum der Rand trotzdem hält
Bishop verweist auf den S&P Global Investment Manager Index, wonach die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten im Juli zwar gedämpft, aber weiterhin positiv sei. Sie schränkt jedoch ein, dass die Umfrage vor der jüngsten Eskalation begann und die Stimmung in der zweiten Julihälfte wohl schlechter ausfällt als die Zahlen zeigen.
Bemerkenswert ist, wie ruhig sich der Rand angesichts der wiederaufgeflammten Kämpfe verhält. Bishop führt das auf verbesserte Rahmendaten im Inland zurück, insbesondere bei den Staatsfinanzen, was sich zuletzt auch in besseren Bonitätsbewertungen niedergeschlagen hat. Zudem sei die Stimmung ausländischer Investoren gegenüber Südafrika positiv. So lagen die Nettokäufe südafrikanischer Staatsanleihen im bisherigen Juli doppelt so hoch wie im gesamten Juni. Getragen wird dieser Optimismus von den Fortschritten der Regierung der nationalen Einheit bei strukturellen Problemen, etwa den Finanzen der Kommunen.
Druck auf die Gemeinden zeigt Wirkung
Das südafrikanische Finanzministerium hatte vergangene Woche die Auszahlung der Juli-Transfers an 69 Gemeinden vorerst gestoppt. Mehr als die Hälfte aller Gemeinden im Land gilt derzeit als finanziell angeschlagen. Laut Ministerium haben inzwischen 42 der betroffenen Gemeinden die Auflagen erfüllt, ihre Zahlungen wurden bereits wieder freigegeben.
Das Ministerium bezeichnet den Zahlungsstopp als kurzfristige Korrekturmaßnahme, mit der Haushaltsdisziplin durchgesetzt und öffentliche Gelder geschützt werden sollen. In der Regel dauere ein solcher Stopp nicht länger als 30 Tage, der Finanzminister könne die Mittel im Ausnahmefall aber bis zu 120 Tage zurückhalten.
Für Bishop ist die Sanierung der kommunalen Finanzen ein Schlüsselfaktor für die Stabilität der öffentlichen Haushalte insgesamt und damit auch für die Einschätzung der Ratingagenturen. Gewinnt Südafrika hier an Kontrolle, dürfte das Vertrauen der Investoren weiter wachsen und den Rand zusätzlich stützen.
Zinsentscheid rückt näher
Neben der geopolitischen Lage blickt der Markt auf die anstehende Zinssitzung der South African Reserve Bank (SARB). Die Erwartungen sind gespalten zwischen einer unveränderten Leitzinspolitik und einer Anhebung um 25 Basispunkte, wobei die Mehrheit der Analysten eher mit einer Erhöhung rechnet. Die SARB hatte im Mai bereits erstmals seit drei Jahren die Zinsen angehoben.
Aktuell notiert der Dollar bei rund 16,46 Rand, der Euro bei etwa 18,75 Rand. Damit hat sich die südafrikanische Währung in den vergangenen Wochen in einer engen Spanne bewegt, trotz des wieder aufgeflammten Konflikts im Nahen Osten.
Quellen: Investec, National Treasury of South Africa, Trading Economics, Wise, CNBC Africa




















































































































