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Ein Treffpunkt mit langer Geschichte

Seit 2012 zieht der Root44-Markt an der R44 zwischen Stellenbosch und Somerset West Besucher aus aller Welt an. Das Gelände liegt auf der Audacia-Farm, mitten im Weinland rund um das bekannte Weingut Rust en Vrede. Zu den ursprünglichen Eigentümern zählte auch der südafrikanische Bankier Paul Harris. Über die Jahre entwickelte sich der Markt zu einem festen Bestandteil des Stellenbosch-Wochenendes, mit internationalen Speisen, Kunsthandwerk, einer eigenen Parkrun-Strecke und Livemusik.

Millionenschwerer Umbau

JHM – Zwischen 2019 und 2021 investierte Entwickler Dax Hunt rund 200 Millionen Rand, umgerechnet etwa 10,7 Millionen Euro, in einen kompletten Umbau. Aus den ursprünglichen Marktzelten wurde ein mehrstöckiges Gebäude. Der Umbau steigerte die Beliebtheit des Marktes zusätzlich, Besucher schätzten seither die Kombination aus Essen, Wein und Unterhaltung.

Jahrelanger Streit mit der Gemeinde

Hinter den Kulissen tobte jedoch ein langwieriger Streit mit der Gemeinde Stellenbosch um die Nutzung des Grundstücks. 2009 erhielt der Eigentümer die Genehmigung für eine kleine Weinschau, den Root44 Wine Emporium. 2012 kam eine weitere Genehmigung für den Verkauf hinzu, aus der der heutige Markt entstand. Als der Betreiber 2017 einen dauerhaften Status für den Markt beantragte, stimmte die Gemeinde nur unter der Bedingung zu, dass die ursprünglichen Pläne für den Wine Emporium fallen gelassen würden. Laut Gemeinde hielt sich der Entwickler nicht daran und eröffnete den Emporium 2020 zusätzlich. Mit wachsendem Erfolg häuften sich zudem Beschwerden aus der Nachbarschaft über Lärm.

Verkauf und endgültiges Aus

Bereits im vergangenen Jahr stand das Gelände zum Verkauf, in einem exklusiven Bieterverfahren. Immobilienexperten wiesen darauf hin, dass ein neuer Investor die ungeklärten Zonierungsfragen mit der Gemeinde lösen müsste. Anfang Juni 2026 schloss zunächst das Restaurant im Obergeschoss dauerhaft. Das Team teilte damals mit, der Markt selbst bleibe geöffnet. Am 30. Juni 2026 folgte dann die Ankündigung des kompletten Marktes. In einer Mitteilung erklärte das Root44-Team, die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden, bereits jetzt seien Arbeitsplätze verloren gegangen und viele Familien seien betroffen. Das Team kritisierte zudem, von der Gemeinde Stellenbosch keinerlei Unterstützung erhalten zu haben.

Unsichere Zukunft für Händler und Region

Für die mehr als 45 Händler, die regelmäßig am Root44-Markt vertreten waren, bedeutet die Schließung vor allem eines: Unsicherheit. Der Markt galt als wichtiger Anlaufpunkt für lokale Unternehmer und als touristischer Fixpunkt im Kap-Weinland. Ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, ist derzeit offen. Das Team bedankte sich bei allen Händlern, Kunden und Mitarbeitern für die Unterstützung der vergangenen Jahre.

Quellen: News24, The South African, Cape Town Etc, Newsday South Africa, Stellenbosch Municipality

Update, 1. Juli 2026: Gemeinde widerspricht Darstellung

Einen Tag nach der Schließung hat sich auch die Gemeinde Stellenbosch zu Wort gemeldet. Die Verwaltung zeigt sich zwar mitfühlend gegenüber Händlern und Kunden, weist die Darstellung des Root44-Teams jedoch deutlich zurück. Aus Sicht der Behörde vermittelten die öffentlichen Aussagen der Marktbetreiber kein zutreffendes Bild der Planungsgeschichte.

Die Gemeinde legte dazu eine ausführliche Chronik vor. Bereits im August 2009 sei eine Landnutzung für eine touristische Einrichtung genehmigt worden, den sogenannten Wine Emporium, gedacht als Schaufenster für Weine und Kulinarik aus dem Kap-Weinland. Diese Genehmigung sei jedoch bis 2020 nicht umgesetzt worden. 2012 habe die Gemeinde eine befristete Nutzungsausnahme erteilt, die den Betrieb eines Bauernmarktes für fünf Jahre erlaubte, woraus der heutige Root44-Markt hervorging. 2017 sei ein Antrag auf dauerhaften Marktbetrieb genehmigt worden, allerdings nur unter der Bedingung, dass die frühere Genehmigung für den Wine Emporium zurückgezogen werde. Beide Nutzungen gleichzeitig hätten laut Gemeinde zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt und das ländliche Gelände faktisch in ein Einkaufszentrum verwandelt.

An diesem Punkt habe der Entwickler eine Entscheidung treffen müssen: entweder den dauerhaften Marktbetrieb unter Verzicht auf den Wine Emporium, oder den Erhalt der bestehenden Emporium-Genehmigung. Die Wahl sei auf Letzteres gefallen, wodurch der Antrag auf einen dauerhaften Markt nicht weiterverfolgt werden konnte.

Die Gemeinde wies zudem Vorwürfe zurück, sie habe die Einrichtung eines dauerhaften Root44-Marktes blockiert. Man sei sich der wirtschaftlichen Bedeutung solcher Betriebe für die Region und für Arbeitsplätze durchaus bewusst, halte sich zugleich aber an geltendes Planungsrecht und Umweltauflagen. Die Behörde forderte den Entwickler auf, die vollständige Planungsgeschichte offenzulegen, damit sich die Öffentlichkeit ein klares Bild von der Lage machen könne.

Quelle des Updates: Cape Town Etc

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