Während der Hafen von Kapstadt im weltweiten Vergleich auf dem letzten Platz landet, liefert das neue Equipment einen ersten Hoffnungsschimmer für die Branche.
Neue Geräte nach historischem Tiefpunkt
JHM – Der Hafen von Kapstadt hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der aktuelle Container Port Performance Index von Weltbank und S&P Global Market Intelligence reiht ihn auf Platz 400 von 400 untersuchten Häfen weltweit ein, den letzten Platz. Ausschlaggebend waren wiederkehrende Sturmtage, technische Ausfälle und eine sinkende Auslastung der Liegeplätze.
Mitten in diese Debatte hinein hat das Cape Town Container Terminal nun vier neue Hybrid-Greifstapler in Betrieb genommen. Die Maschinen kosteten rund 96 Millionen Rand, umgerechnet etwa 5,1 Millionen Euro. Sie kombinieren Diesel- und Elektroantrieb und gelten laut Betreiber als die ersten ihrer Art im südlichen Afrika.
Wofür die Geräte gebraucht werden
Straddle Carrier heben, transportieren und stapeln Container innerhalb des Terminals. Die neuen Modelle kamen bereits komplett montiert an. Bis sie regulär arbeiten, müssen Bedienpersonal geschult und die digitalen Bordsysteme installiert werden. Ab Juli sollen sie dann im Echtbetrieb laufen.
Earle Peters, der für die Terminals am Kap zuständige Manager bei Transnet Port Terminals, bezeichnete die Anschaffung als wichtigen Schritt für den Standort. Laut einem Bericht von IOL sagte er, die Technik senke den Kraftstoffverbrauch, reduziere Emissionen und mache den Betrieb leiser, ohne dabei an Leistungsfähigkeit zu verlieren.
Bislang arbeitet das Terminal überwiegend mit Portalkränen auf Rädern. Mit den neuen Fahrzeugen entsteht ein Mischbetrieb, der laut Betreiber mehr Flexibilität bei Lagerkapazität und Containerbewegungen schaffen soll. Insgesamt hat Transnet in den vergangenen drei Jahren rund 9 Milliarden Rand, etwa 478 Millionen Euro, in neue Geräte an seinen 15 Terminals im Land investiert.
Der Druck aus der Landwirtschaft wächst
Die schlechte Platzierung trifft vor allem Exporteure von Obst. Verbände wie das Fresh Produce Exporters Forum, Hortgro und die SA Table Grape Industry erklärten gemeinsam, dass Logistikprobleme in der laufenden Saison den Tafeltraubenproduzenten Verluste von rund 3,2 Milliarden Rand verursacht haben. Bei Steinobst kamen weitere 1,05 Milliarden Rand hinzu.
Verbandschef Piet de Jager würdigte zwar die laufenden Investitionen von Transnet, machte aber deutlich, dass die operative Leistung weiterhin auf einem inakzeptablen Niveau liege. Zum Vergleich: Die Häfen von Durban, Ngqura und Gqeberha verzeichneten im selben Index deutliche Verbesserungen, auch wenn sie ebenfalls im unteren Bereich der weltweiten Rangliste liegen.
Wetter als wiederkehrendes Problem
Allein im zwölfmonatigen Berichtszeitraum bis Ende März 2026 fielen am Kap rund 74 Tage wegen Wind, Nebel und schwieriger Schiffsmanöver aus. Um diesem Problem zu begegnen, setzt der Hafen inzwischen auf ein gemeinsam mit dem Council for Scientific and Industrial Research entwickeltes Windvorhersagemodell sowie einen Helikopter-Lotsendienst für Schiffe bei hohem Wellengang.
Die Provinzregierung des Westkap hat zudem eine digitale Planungsplattform eingeführt. Nach eigenen Angaben verbesserten sich die Hafenzeiten der Schiffe im laufenden Jahr bereits um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Kritiker wie der Logistikexperte Malcolm Hartwell weisen jedoch darauf hin, dass der Index allein die Liegezeit misst und keine vollständige Aussage über Durchsatz, Kosten oder Zuverlässigkeit des gesamten Systems erlaubt.
Was als Nächstes passiert
Die Provinzregierung kündigte an, den direkten Austausch mit der Weltbank zu suchen, um die Methodik des Index besser zu verstehen und eigene Daten gegenüberzustellen. Parallel soll der Dialog mit Transnet intensiviert werden, unter anderem zu Themen wie Schiffsreihenfolge, Lagerverwaltung und Anbindung ins Hinterland. Ob die neuen Fahrzeuge tatsächlich spürbare Verbesserungen bringen, dürfte sich erst in der kommenden Erntesaison zeigen.
Quellen: IOL, World Bank CPPI 2025, Moneyweb, Farmers Weekly, AgriOrbit, Food For Mzansi, Western Cape Government, African News Agency


























































































































