HomeNachrichtenNeun Breitmaulnashörner aus Südafrika stärken Mosambiks Wildtierbestand

Neun Breitmaulnashörner aus Südafrika stärken Mosambiks Wildtierbestand

Mit der Umsiedlung von neun weiblichen Breitmaulnashörnern nach Mosambik erreicht eines der größten Wiederansiedlungsprojekte im südlichen Afrika einen weiteren Meilenstein. Das Vorhaben soll nicht nur eine bedrohte Tierart schützen, sondern auch ein einst zerstörtes Ökosystem dauerhaft stabilisieren.

Neue Heimat im Zinave-Nationalpark

JHM – Anfang Juni wurden neun weibliche Breitmaulnashörner aus dem Manketti Game Reserve in der südafrikanischen Provinz Limpopo in den Zinave-Nationalpark in Mosambik gebracht. Die Tiere legten die rund zweitägige Reise in speziell angefertigten Transportboxen zurück und erreichten ihr Ziel am 6. Juni.

Die Umsiedlung wurde von der mosambikanischen Naturschutzbehörde ANAC gemeinsam mit der Peace Parks Foundation und dem südafrikanischen Unternehmen Exxaro Resources organisiert. Unterstützung kam zudem vom südafrikanischen Ministerium für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt. Die Aktion bildet den vorläufigen Abschluss einer mehrjährigen Wiederansiedlungsstrategie für Nashörner in Mosambik.

Eine Erfolgsgeschichte nach Jahrzehnten der Zerstörung

Der Zinave-Nationalpark liegt in der Provinz Inhambane und gehört zum grenzüberschreitenden Great Limpopo Transfrontier Conservation Area. Während des mosambikanischen Bürgerkriegs zwischen 1977 und 1992 wurden große Teile des Wildtierbestands nahezu ausgelöscht. Viele Tierarten verschwanden vollständig aus der Region. Seit der Unterzeichnung eines langfristigen Kooperationsabkommens zwischen ANAC und der Peace Parks Foundation im Jahr 2015 wird der Park schrittweise wieder aufgebaut. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 2.500 Tiere verschiedener Arten angesiedelt. Heute leben dort wieder Elefanten, Büffel, Giraffen, Antilopen, Löwen sowie schwarze und weiße Nashörner.

Nashörner als Schlüssel für das Ökosystem

Mit den neu angekommenen Tieren wächst die Population der Breitmaulnashörner im Zinave-Nationalpark auf 39 Tiere. Hinzu kommen 22 Spitzmaulnashörner, die bereits zuvor angesiedelt wurden. Damit entwickelt sich Zinave zu einem der wichtigsten Nashornschutzgebiete Mosambiks. Nashörner gelten als sogenannte Schlüsselarten. Breitmaulnashörner halten durch ihr intensives Grasen die Vegetation kurz und reduzieren dadurch die Gefahr von Busch- und Grasbränden. Gleichzeitig schaffen sie Lebensräume, von denen zahlreiche andere Pflanzen- und Tierarten profitieren. Spitzmaulnashörner übernehmen eine andere ökologische Funktion, indem sie bestimmte Sträucher und Gehölze kontrollieren und so zur Artenvielfalt beitragen.

Naturschutz und Tourismus gehen Hand in Hand

Die Wiederherstellung der Tierwelt verfolgt nicht nur ökologische Ziele. Der Ausbau des Nationalparks soll auch den Tourismus stärken und neue wirtschaftliche Perspektiven für die umliegenden Gemeinden schaffen. Bereits in den vergangenen Jahren stiegen die Besucherzahlen deutlich an. Naturschützer sehen darin einen wichtigen Baustein für eine langfristige Finanzierung des Schutzgebiets.

Die jüngste Umsiedlung zeigt, wie eng Südafrika und Mosambik inzwischen bei grenzüberschreitenden Naturschutzprojekten zusammenarbeiten. Für den Zinave-Nationalpark bedeutet die Ankunft der neun Weibchen vor allem eines: bessere Chancen auf eine stabile und dauerhaft überlebensfähige Nashornpopulation.

Quellen: ANAC Mozambique, Peace Parks Foundation, Exxaro Resources, Tourism Update, IOL News
Lusa News Agency

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