Das Club Med Resort an der Nordküste von KwaZulu-Natal erhält seine Betriebsgenehmigung. Ein Milliardenprojekt steht kurz vor dem Start, doch nicht ohne Widerspruch.
Zwei Milliarden Rand für einen Traum am Meer
JHM – Am 3. Mai wurde auf dem Gelände in Tinley Manor die offizielle Übergabe der Baugenehmigung gefeiert. Damit ist die Bauphase des Club Med South Africa Beach and Safari Resort formal abgeschlossen. Die Anlage mit 64 Gebäuden auf 54.000 Quadratmetern gilt als das teuerste Resortprojekt, das je in Südafrika realisiert wurde. Die Gesamtkosten liegen bei etwas mehr als 2 Milliarden Rand, umgerechnet rund 100 Millionen Euro.
Die Genehmigung war das Ergebnis eines aufwendigen Prozesses: rund 2.000 Einzelzertifikate, 12 Dokumentationspakete und allein 570 Elektrozertifikate mussten eingereicht und geprüft werden. Auch die Infrastruktur war eine Ingenieursaufgabe für sich. Verlegt wurden 3,3 Kilometer Wasserleitung und 8,4 Kilometer Mittelspannungskabel. Besonders aufwendig war der Bau unter dem N2-Highway, für den ein neun Meter langer Rohrvortrieb nötig war, sowie eine 40-Meter-Bohrung unter der Provinzstraße P467.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Murray Collins von Collins Residential betonte gegenüber den anwesenden Medien die Bedeutung des Tages für die gesamte Region. Chris du Toit, Projektleiter für Club Med Südafrika, hob die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde hervor. Die KwaDukuza-Behörden hätten von Beginn an eigene Teams für das Projekt abgestellt und seien teils täglich in den Abstimmungsprozess eingebunden gewesen.
Bürgermeister Siduduzo Gumede sieht in dem Resort einen Meilenstein für die Region. In einer Pressemitteilung der Gemeinde erklärte er, die Investition sei die erste ihrer Art und schaffe Arbeitsplätze sowie langfristige wirtschaftliche Perspektiven für die Bevölkerung von KwaDukuza.
Eröffnung im Sommer 2026
Die Betriebsteams sind bereits vor Ort und beginnen mit der Personalschulung. Geplant ist ein schrittweiser Probebetrieb, bevor das Resort am 4. Juli 2026 offiziell seine Türen öffnet.
Streit um Haifangnetze
So positiv die wirtschaftliche Bilanz klingt, so kontrovers ist ein anderer Aspekt des Projekts. Meeresexperten kritisieren Pläne, in der Nähe des Resorts Haifangnetze zu installieren. Der KwaZulu-Natal Sharks Board hat solche Maßnahmen grundsätzlich genehmigt, sie sollen Schwimmer vor Tigerhaien, Bullenhaien und Weißen Haien schützen.
Die Zahlen, die Kritiker ins Feld führen, sind ernüchternd: Allein 2025 starben entlang der KwaZulu-Natal-Küste 416 Haie durch Netze und Trommelleinen, darunter zahlreiche bedrohte Arten. Das Oceanographic Research Institute schlägt stattdessen den Einsatz von Drohnen zur Überwachung des Strandbereichs vor.
Das Resort selbst verweist die Zuständigkeit für den Strandschutz an die Gemeinde. KwaDukuza hat angekündigt, vor einer Entscheidung eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Ob Netze kommen oder nicht, ist damit noch offen.
Quellen: Collins Residential (Pressemitteilung), KwaDukuza Municipality (offizielle Mitteilung), KwaZulu-Natal Sharks Board, Oceanographic Research Institute



























































































































