Ein internationales Unternehmen pflanzt Millionen von Spekboompflanzen in Südafrika – und will damit gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen, Kohlenstoff binden und verarmten Farmern helfen.
Das größte seiner Art
JHM – Phase 1 des Projekts startete im Mai 2024 und umfasst 10.000 Hektar, auf denen 30 Millionen Spekboompflanzen gesetzt werden sollen. Dahinter steckt das Unternehmen Imperative, das gemeinsam mit dem südafrikanischen Partner NatCarbon Africa arbeitet. Die zugehörige Baumschule erstreckt sich über 7 Hektar und kann mehr als 20 Millionen Pflanzen gleichzeitig aufnehmen. Klimatisierte Gewächshäuser, verstellbare Schattennetze und moderne Wurzeltechnologie sorgen dafür, dass die jungen Pflanzen robust genug für das harte Gelände sind.
Das Ziel ist ambitioniert: In Phase 2 soll das Projekt um weitere 50.000 Hektar erweitert werden, Phase 3 bringt es auf insgesamt 100.000 Hektar.
Was Spekboom kann
Die Pflanze ist kein zufällig gewähltes Grünzeug. Portulacaria afra, im Volksmund Spekboom genannt, gilt als Schlüsselart für die Erneuerung riesiger Flächen, die durch Überweidung, invasive Pflanzen und Dürre stark geschädigt wurden.
Spekboom ist eine Pionierpflanze und ein ökologischer Ingenieur der Landschaft. Sie restauriert den Boden durch ihren Blattabfall, was zu einer mikrobiellen Erneuerung führt, und schafft günstige Kleinklimabedingungen, unter denen andere Dickichtpflanzen gedeihen können. Konkret bedeutet das: Ein dichtes Spekboomdach senkt die Bodentemperaturen merklich, was anderen einheimischen Pflanzen die Keimung ermöglicht. Wiederhergestelltes Dickicht funktioniert wie ein grüner Schwamm – Regenwasser wird in den Boden gezogen statt abzuspielen, was Flüsse auch in Trockenzeiten am Laufen hält.
Das gesamte Projekt wird voraussichtlich mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 über 40 Jahre aus der Atmosphäre entfernen.
Warum das Dickicht überhaupt so degradiert ist
Mehr als 80 Prozent dieses Ökosystems sind verloren gegangen, größteils durch landwirtschaftliche Nutzung oder Überweidung während des Wollbooms im späten 20. Jahrhundert. Generationen von Farmern ließen ihr Vieh zu stark von den saftigen Blättern des Spekbooms weiden – oft in Zeiten der Not und ohne Kenntnis der ökologischen Bedeutung dieser Pflanze. Heute sind noch etwa 10 Prozent des Dickicht-Ökosystems intakt.
Geldgeber und Kohlenstoffmarkt
Phase 1 wird von Mirova, GenZero – einer Investitionsplattform im Besitz des singapurischen Staatsfonds Temasek – und Rubicon Carbon finanziert. Die erzeugten Kohlenstoffgutschriften werden nach dem Verra-VM0047-Standard zertifiziert. Sie sind nicht nur auf dem internationalen freiwilligen Kohlenstoffmarkt gefragt, sondern können auch in das südafrikanische Kohlenstoffsteuersystem eingespeist werden.
Für die beteiligten Farmer ist das Modell attraktiv: Sie erhalten ihre oft in schlechtem Zustand befindlichen Flächen kostenlos restauriert und profitieren zusätzlich finanziell vom Projekt.
Tausende Jobs in einer armen Region
Die Arbeit ist hochgradig arbeitsintensiv, weil Spekboom per Hand aus Stecklingen gepflanzt werden muss. Das schafft Stellen – und das in einer Gegend, die dringend darauf angewiesen ist. Das übergeordnete UN-Ziel für das südafrikanische Wiederherstellungs-Flagship lautet: 100.000 Arbeitsplätze schaffen und 80.000 Menschen in nachhaltigem Landmanagement ausbilden – innerhalb von zehn Jahren.
Teamleiter Stephane Molomba, der an einer Pflanzaktion teilnahm, beschrieb die Wirkung treffend: “Monat für Monat, wenn die Leute bezahlt werden, kehrt das Leben zurück.”
UN-Auszeichnung als Rückenwind
Im Dezember 2025 erkannte die UNO die Wiederherstellung des südafrikanischen Dickichts im Eastern Cape als World Restoration Flagship an – gemeinsam mit Initiativen in Australien und Kanada. Das Gesamtziel der Bewegung: 800.000 Hektar degradiertes Land bis 2030 zu rehabilitieren, getragen von einem Bündnis aus mehr als 60 Organisationen.
Für Südafrika ist das mehr als eine Ehrung. Es ist ein Signal, dass privates Kapital, lokale Expertise und ein einziger unscheinbarer Strauch zusammen eine Landschaft verändern können – und die Menschen, die darin leben.
Quellen: UNEP, Imperative Projektseite (Spekboom Field Restoration), Rubicon Carbon Pressemitteilung, ESG News, Food For Mzansi, UN Decade on Ecosystem Restoration, The South African



























































































































