Die südafrikanische Polizei hat während der Feiertage mehr als 16.000 Verdächtige festgenommen. Im Fokus: Alkoholdelikte, Gewaltverbrechen und illegale Waffen.
JHM – Zwischen dem 29. Dezember 2025 und dem 4. Januar 2026 lief die südafrikanische Polizei zur Hochform auf. Im Rahmen der Operation Shanela II nahmen Beamte landesweit 16.044 Menschen fest. Die Bilanz dieser intensiven Woche zeigt das ganze Spektrum der Kriminalität, mit der das Land zu kämpfen hat.
Alkohol im Visier der Ermittler
Die Polizei setzte einen klaren Schwerpunkt auf alkoholbedingte Straftaten. 939 Verdächtige wurden wegen illegalen Alkoholhandels verhaftet, weitere 1.816 Personen landeten wegen Trunkenheit am Steuer in Gewahrsam. Die Beamten beschlagnahmten insgesamt über 30.000 Liter Alkohol. Allein im Eastern Cape zogen sie mehr als 12.000 Liter aus dem Verkehr.
Laut SABC News erklärte Polizeisprecherin Amanda van Wyk, dass die Maßnahmen die Entschlossenheit der Polizei unterstreichen, Gemeinden vor den verheerenden Auswirkungen von Alkohol zu schützen, der häufig zu Gewalt führt.
Von Mord bis Menschenhandel
Die Festnahmen betrafen ein breites Spektrum schwerer Verbrechen. 997 Menschen wurden wegen Verstößen gegen das Einwanderungsgesetz verhaftet, 181 wegen Vergewaltigung und 185 wegen Drogenhandels. Bei schweren Raubüberfällen gingen 87 Verdächtige ins Netz. Weitere 1.888 Festnahmen erfolgten wegen Verbrechen wie Raub, Entführung, Sexualdelikten und Waffenbesitz.
Bei der landesweiten Razzia stellte die Polizei 113 Schusswaffen sicher, darunter Pistolen, Gewehre, selbstgebaute Waffen und Schrotflinten. Dazu kamen 1.278 Schuss Munition, 325 Sprengstoffe und 32 gestohlene oder entführte Fahrzeuge.
Spektakuläre Fälle aus den Provinzen
Im Western Cape nahm die Anti-Gang-Einheit drei Verdächtige in Athlone und Mitchells Plain fest. Ihnen werden Mord, versuchter Mord und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit Schießereien aus den Jahren 2017 und 2025.
Im Eastern Cape gelang es der Polizei, einen Mann zu verhaften, der verdächtigt wird, den dienstfreien Polizisten Sergeant Siyabonga Magadla am 27. Dezember 2025 getötet zu haben. Der Verdächtige wurde bereits einen Tag später gefasst.
In Gauteng und Limpopo verhafteten Beamte am 30. Dezember einen Verdächtigen, der mit dem Massaker in Atteridgeville in Verbindung steht. Bei der Schießerei starben 12 Menschen, 13 weitere wurden verletzt. Die Polizei in Gauteng konnte zudem ein Entführungsopfer in Bekkersdal befreien und zwei Verdächtige festnehmen.
Bizarre Masche eines falschen Propheten
In KwaZulu-Natal eröffnete ein per Haftbefehl gesuchter Verdächtiger, der an einem Geldtransporter-Überfall beteiligt war, das Feuer auf Polizisten. Er wurde am 31. Dezember 2025 erschossen. Am selben Tag verhaftete die Polizei einen 34-Jährigen wegen eines Mordes aus dem Jahr 2019 in Mariannhill. Er hatte sich der Justiz durch Flucht während der Kaution entzogen.
Im Free State gelang der Polizei in Welkom ein besonders wichtiger Erfolg. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung nahmen Beamte am 1. Januar einen 55-jährigen Mann fest, der für eine Serie von Vergewaltigungen verantwortlich sein soll. Die Ermittlungen ergaben, dass er sich als Prophet ausgab und seine Opfer mit angeblichen Friedhofsritualen ködern wollte, bevor er sie vergewaltigte und ausraubte.
Operation Shanela zeigt Wirkung
Operation Shanela II läuft seit April 2025 und ist die zweite Phase der landesweiten Kampagne gegen schwere und organisierte Kriminalität. Seit dem Start hat die Polizei nach eigenen Angaben über 180.000 Menschen festgenommen. Die erste Phase der Operation brachte in 18 Monaten mehr als 1,2 Millionen Festnahmen.
Polizeikommissar General Fannie Masemola betonte, dass die Operation auf sechs Hauptkategorien abzielt: Mord (einschließlich bandenbedingte und Taxi-Gewalt), Fahrzeugentführungen, illegale Schusswaffen, Drogendelikte und geschlechtsspezifische Gewalt.
Die intensiven Kontrollen während der Festtage sollen vor allem Touristen schützen und die traditionell hohe Kriminalitätsrate in dieser Zeit eindämmen. Ob die Maßnahmen langfristig Wirkung zeigen, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen.
Quellen: SABC News, IOL, Newsday


























































































































