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Knysna trocknet aus – Wasserkrise ausgerechnet zur Hauptsaison

Während Urlauber in Scharen anreisen, gehen dem beliebten Garden-Route-Ferienort die Wasserreserven aus. Die Stadtverwaltung hat Notrestriktionen verhängt.

JHM – Ausgerechnet im Dezember, wenn Tausende Touristen nach Knysna strömen, droht dem malerischen Küstenstädtchen das Wasser auszugehen. Die Gemeindeverwaltung hat drastische Wasserbeschränkungen der Stufe 4 verhängt – mitten in der lukrativsten Zeit des Jahres.

Nur noch 6.000 Liter pro Haushalt

Jeder Haushalt darf ab sofort nur noch 6.000 Liter Wasser im Monat verbrauchen. Zum Vergleich: Der weltweite Durchschnitt liegt bei 5.300 Litern, südafrikanische Haushalte nutzen normalerweise 7.300 Liter. Die neuen Limits bedeuten faktisch: keine bewässerten Gärten mehr, kein Autowaschen, keine gefüllten Pools. Wer erwischt wird, zahlt saftige Bußgelder.

Unternehmen müssen ihren Wasserverbrauch um 50 Prozent im Vergleich zu 2024 reduzieren. Baufirmen, Autowaschanlagen und Gärtnereien sollen sich alternative Wasserquellen suchen – was in der Praxis oft bedeutet: Stillstand.

Politisches Versagen oder Klimawandel?

Die Gemeindeverwaltung verweist auf ausbleibenden Regen und Versalzung wichtiger Wasserquellen. Im August wurden nur 5 Millimeter Niederschlag gemessen – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Der südafrikanische Wetterdienst bestätigt: Die Niederschläge in der Garden Route liegen 26 Prozent unter dem Durchschnitt.

Rikus Badenhorst von der Democratic Alliance sieht das anders. Er macht die regierende ANC-geführte Koalition verantwortlich: “50 Prozent des Wassers gehen durch Lecks verloren, dazu kommt Betrug bei vorausbezahlten Wasserzählern.” Statt die marode Infrastruktur zu sanieren, verliere sich die Koalition aus ANC, Patriotic Alliance, Knysna Independent Movement und EFF in internen Machtkämpfen.

Fast-Auflösung des Stadtrats

Die Provinzregierung von Westkap hatte im September versucht, den Stadtrat aufzulösen und die Verwaltung unter Zwangsverwaltung zu stellen. Anton Bredell, zuständiger Minister für Kommunalverwaltung, begründete den Schritt mit schweren Regierungsversagen. Einwohner klagen seit Langem über ungeklärte Abwässer in Straßen und Gewässern, unzuverlässige Stromversorgung und langsame Reaktionen auf Infrastrukturprobleme.

Der Nationalrat der Provinzen blockierte die Auflösung allerdings – sieben Provinzen stimmten dagegen, nur zwei dafür. Die ANC-Opposition sprach von politischen Motiven. Durch die Blockade blieb Knysna allerdings auch zusätzliche Finanzierung verwehrt, die bei einer Intervention durch die Provinz geflossen wäre.

“Wir schaffen das nicht allein”

Bürgermeister Thando Matika gibt offen zu: “Greater Knysna kann diese Herausforderung nicht allein bewältigen. Unser System steht unter Druck, und unsere Gemeinden spüren das.” Die Hauptstauanlage Akkerkloof steht nur noch bei 27 Prozent Kapazität – das entspricht gerade mal 17 Tagen Wasserreserven. Der Glebe-Damm fügt weitere acht Tage hinzu.

Der Knysna River, eine der wichtigsten Wasserquellen, führt extrem wenig Wasser. Das Pumpwerk musste bereits zeitweise abgeschaltet werden, um die Infrastruktur zu schonen. Am 4. Dezember fand ein Krisentreffen mit Vertretern der Nationalregierung und dem Ministerium für Wasser und Sanitärversorgung statt.

Was heißt das für Urlauber?

Touristen müssen sich auf strenge Einschränkungen einstellen. Hotels und Gästehäuser mit eigenen Wassertanks können ihre Gäste zwar weiter versorgen, aber der Alltag wird spürbar eingeschränkt sein. Die Stadtverwaltung appelliert an Besucher, extrem sparsam mit Wasser umzugehen.

Die Situation erinnert an Kapstadts Wasserkrise von 2015 bis 2018, als die Stadt kurz vor dem “Day Zero” stand – dem Tag, an dem die Wasserhähne trocken bleiben würden. Damals fielen die Dämme unter 25 Prozent, und die Stadt führte ein 50-Liter-Limit pro Person ein.

Knysna steht jetzt vor ähnlichen Herausforderungen, nur dass der Ferienort deutlich weniger Ressourcen hat als die Metropole Kapstadt. Ob die Notmaßnahmen ausreichen, um die Hochsaison zu überstehen, bleibt abzuwarten. Eins ist klar: Für viele Urlauber wird dieser Dezemberurlaub anders werden als geplant.

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