Was als Familienurlaub beginnt, endet in einer Tragödie. Karin van Aardt wollte nur den Geburtstag ihrer Enkelin feiern.
Oma stirbt auf dem Weg zur Geburtstagsfeier
JHM – Karin van Aardt, 64 Jahre alt, hatte sich auf diesen Besuch gefreut. Die pensionierte Lehrerin war mit ihrem Mann Herman von Mbombela nach Kapstadt geflogen. Das Ziel: Vredenburg, wo ihre einzige Enkeltochter den achten Geburtstag feierte. Die Fahrt vom Flughafen sollte nur der Anfang eines schönen Wochenendes werden.
An einer Ampel an der Kreuzung Jakkalsvlei Avenue und Jakes Gerwel Drive in Bonteheuwel schlug das Schicksal zu. Ein Mann zerschlug das Fenster auf der Beifahrerseite. Er griff nach Karins Handtasche. Was dann geschah, ging in Sekunden. Der Angreifer stach mehrmals auf die 64-Jährige ein.
Herman gab Gas und raste davon. Ein anderer Autofahrer half ihnen, schnell ins Netcare N1 City Hospital zu gelangen. Zu spät. Die Ärzte konnten Karin nicht mehr retten.
GPS-Routen durch Townships werden zur Todesfalle
Der Fall van Aardt ist kein Einzelfall. Er reiht sich ein in eine erschreckende Serie von Angriffen auf Touristen, die ahnungslos durch gefährliche Townships geleitet werden. Langa und Nyanga heißen die Gebiete, die GPS-Systeme oft als schnellste Route vorschlagen.
Walter Fischel aus Connecticut weiß, was das bedeutet. Der 55-jährige Amerikaner landete im November 2023 in Kapstadt und wollte nach Simon’s Town. Google Maps schickte ihn durch Nyanga. An einem Taxistand wurde er überfallen und ins Gesicht geschossen. Die Täter nahmen ihm Pass, Geld und Gepäck ab. Fischel überlebte, spuckte Zähne und die Kugel aus und kämpfte sich zum Kofferraum, um seine Tasche zu holen. Dann fuhren die Räuber mit seinem Auto davon.
Jason und Katharine Zoladz aus Los Angeles erlebten im Oktober 2023 einen ähnlichen Albtraum. Auf dem Weg zum Flughafen führte sie das GPS durch Nyanga. Ein Ziegelstein flog durchs Fenster. Vier Männer umringten das Auto und raubten das Paar aus.
Als ein Chirurg vor den Augen seiner Familie erschossen wurde
Der tragischste Fall ereignete sich im August 2023. Dr. Kar Hao Teoh, ein angesehener britischer Chirurg, war mit seiner Frau Sara, seiner Mutter Ainah und seinem zweijährigen Sohn Hugo unterwegs. Sie kamen von einem Walbeobachtungsausflug zurück. Eine Straßensperrung während eines Taxistreiks zwang sie zu einem Umweg durch Nyanga.
Auf der Ntlangano Crescent näherten sich mehrere Männer dem Fahrzeug. Ohne Vorwarnung, ohne Provokation schossen sie. Kar Hao Teoh starb vor den Augen seiner Familie. Er war 40 Jahre alt. Die Polizei fragte die Familie, was passiert sei, weigerte sich aber, einen Krankenwagen zu rufen. Bis heute wurden keine Verhaftungen vorgenommen.
Google entfernt gefährliche Routen aus dem System
Nach massivem Druck von Behörden und Tourismusverbänden reagierte Google. Das Unternehmen kündigte im November 2023 an, gefährliche Routen durch Nyanga und Umgebung aus dem Navigationssystem zu entfernen. Alistair Mokoena, Südafrika-Chef von Google, unterzeichnete eine Vereinbarung mit dem Tourismusministerium.
Doch der Mord an Karin van Aardt zeigt: Das Problem ist nicht gelöst. Bonteheuwel, wo sie starb, ist ein weiteres Township mit hoher Kriminalität. Die Freedom Front Plus hatte drei Wochen vor van Aardts Tod gewarnt. Die Partei forderte Reparaturen der Zäune entlang der Autobahnen, funktionierende Überwachungskameras und bewaffnete Patrouillen. Passiert ist nichts.
Inzwischen hat die Polizei einen 33-jährigen Verdächtigen festgenommen. Er lebt in Langa, nahe dem Tatort. Ihm werden Mord und schwerer Raub vorgeworfen. Die Behörden erwarten weitere Verhaftungen.
Was du als Tourist unbedingt beachten musst
Die US-Regierung hat eine klare Warnung ausgegeben: Verlasse dich nicht blind auf GPS. Die kürzeste Route ist nicht immer die sicherste. Kapstadt hat einen Kriminalitätsindex von 72,98 von 100 Punkten. Das gilt als sehr hoch.
Meide die Cape Flats komplett. Dazu gehören Nyanga, Bonteheuwel, Hanover Park, Mitchells Plain, Khayelitsha, Philippi, Delft und Manenberg. In diesen Gebieten herrscht tägliche Bandengewalt. Touristen, die GPS folgen, landen oft unbeabsichtigt dort.
Buche besser einen Flughafentransfer über dein Hotel. Die Fahrer kennen die Gefahrenzonen. Wenn du ein Auto mietest, lass dir an der Theke die sichere Route zeigen. Bleibe auf Hauptverkehrsstraßen wie der N2 und M3. Fahre niemals Abkürzungen durch unbekannte Gebiete.
Halte Türen immer verschlossen und Fenster hochgefahren. Zeige keine Wertsachen. Wenn sich nachts jemand an einer roten Ampel nähert, fahre vorsichtig weiter. Südafrikanische Polizisten verstehen das als Sicherheitsmaßnahme.
Die sicheren Touristengebiete wie die V&A Waterfront, Camps Bay, Sea Point oder die Constantia-Weinregion sind tagsüber gut bewacht. Dort kannst du dich entspannen. Aber vergiss nie, dass wenige Kilometer entfernt eine andere Realität herrscht.
Karin van Aardts Familie trauert um eine liebevolle Großmutter und engagierte Lehrerin. Ihre ehemaligen Kollegen und Schüler beschreiben sie als Licht und Freude. Am 18. Dezember findet in Nelspruit eine Trauerfeier statt.


























































































































