HomePolitikUSA schließen Südafrika vom G20-Gipfel 2026 aus

USA schließen Südafrika vom G20-Gipfel 2026 aus

US-Außenminister Marco Rubio wirft der südafrikanischen Regierung vor, ihre Chance nach dem Ende der Apartheid verspielt zu haben.

JHM – Washington hat Südafrika offiziell vom G20-Gipfel 2026 ausgeschlossen. In einer scharfen Stellungnahme beschuldigt US-Außenminister Marco Rubio die ANC-Regierung, das Land in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit geführt zu haben. Die diplomatische Krise erreicht einen neuen Höhepunkt.

Kein Platz am Tisch für Pretoria

Vergangene Woche verschickte die US-Regierung Einladungen für das erste Sherpa-Treffen ihrer G20-Präsidentschaft am 15. und 16. Dezember in Washington. Alle G20-Mitglieder erhielten eine Einladung. Mit einer Ausnahme: Südafrika.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Präsident Donald Trump hatte bereits angekündigt, dass Südafrika beim Gipfel in Miami im Dezember 2026 unerwünscht ist. Rubio liefert nun die Begründung nach. In einem Blogeintrag mit dem Titel “Amerika begrüßt eine neue G20” rechnet er mit Pretoria ab.

Harte Vorwürfe aus Washington

Rubio zeichnet ein düsteres Bild. Südafrika sei mit exzellenten Voraussetzungen in die Post-Apartheid-Ära gestartet: starke Institutionen, moderne Infrastruktur, weltweites Ansehen. Das Land verfüge über wertvolle Rohstoffe und fruchtbares Ackerland. Doch die Nachfolger Nelson Mandelas hätten all das verspielt.

“Die radikale ANC-geführte Regierung hat Versöhnung durch umverteilende Politik ersetzt, die Investitionen abschreckt und die talentiertesten Bürger ins Ausland treibt”, so Rubio. Rassenquoten hätten den Privatsektor gelähmt, Korruption den Staat bankrottiert.

Besonders scharf wird der US-Außenminister bei der Außenpolitik. Er wirft Südafrika vor, sich mit Iran zu verbünden und Hamas-Sympathisanten zu unterstützen. Die USA hätten bereits die jüngsten G20-Treffen unter südafrikanischer Präsidentschaft boykottiert. Diese seien zu stark politisiert gewesen.

“Die Politik des Grolls zog sich durch Südafrikas G20-Präsidentschaft”, kritisiert Rubio. Das Ganze sei eine Übung in Bosheit und Spaltung gewesen, fernab jeglicher Wirtschaftspolitik. Südafrika habe US-Einwände ignoriert und sogar persönliche Daten amerikanischer Verhandlungsführer veröffentlicht. “Das hat den Ruf der G20 grundlegend beschädigt.”

Keine Einladung, bis Reformen kommen

Die Botschaft aus Washington ist klar: Solange sich nichts ändert, bleibt Südafrika draußen. “Präsident Trump und die Vereinigten Staaten werden keine Einladung aussprechen”, erklärt Rubio. Es gebe Raum für ehrliche Meinungsverschiedenheiten, aber nicht für Unehrlichkeit oder Sabotage.

Dabei betont der Außenminister, die USA würden zwischen Regierung und Bevölkerung unterscheiden. “Die Vereinigten Staaten unterstützen die Menschen in Südafrika, aber nicht ihre radikale ANC-geführte Regierung.” Erst wenn Pretoria die schwierigen Entscheidungen treffe, um das kaputte System zu reparieren, werde es wieder einen Platz am Tisch geben.

Stattdessen lädt Washington Polen ein. Das Land wird als Erfolgsgeschichte nach dem Kalten Krieg gefeiert.

Pretoria wehrt sich

Außenminister Ronald Lamola lässt die Vorwürfe nicht unkommentiert. In einer ausführlichen Antwort gratuliert er den USA zunächst höflich zur G20-Präsidentschaft. Dann wird er deutlich.

Einige von Rubios Aussagen erforderten “Klarstellung”, schreibt Lamola. Kein einzelnes G20-Mitglied habe das Recht, Südafrika auszuschließen. Die G20 sei ein Forum unter Gleichen.

Den Vorwurf, Südafrikas Präsidentschaft sei spaltend gewesen, weist Lamola zurück. Die USA hätten mehrere Treffen nicht besucht und könnten daher die Abläufe nicht beurteilen. “Die Behauptung, wir hätten den Konsens sabotiert, ist falsch.” Deutschland, Indien und der IWF hätten die südafrikanische Präsidentschaft positiv bewertet.

Bei den innenpolitischen Vorwürfen bleibt Lamola zurückhaltender. Er stellt klar, dass Südafrikas Wiedergutmachungs- und Landreformpolitik verfassungsgemäß sei. Das Land kämpfe weiterhin mit wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen. “Keine Nation kann Jahrhunderte der Ungleichheit über Nacht beheben.”

Trotz aller Differenzen bietet Lamola Dialog an. “Wir bleiben offen für Gespräche.”

Eine Pause bis 2027

Präsident Cyril Ramaphosa hat bereits reagiert. Südafrika werde 2026 eine Pause von der G20 einlegen und nicht versuchen, sich zurück an den Tisch zu drängen. “Wir werden andere Mitglieder nicht bitten, für uns zu lobbyieren”, erklärte sein Sprecher Vincent Magwenya.

2027 übernimmt Großbritannien die G20-Präsidentschaft. Bis dahin, so Magwenya, gönne man sich eine “Werbepause”.

Für Südafrikaner, die das Land lieben oder dort leben, ist die Entwicklung bitter. Der diplomatische Streit schadet dem internationalen Ansehen und könnte wirtschaftliche Folgen haben. Die Beziehungen zwischen Pretoria und Washington sind auf einem Tiefpunkt angelangt.

RELATED ARTICLES

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here



Wechselkurs € zu Rand

Veranstaltungen

TRENDING NOW

Präsident Cyril Ramaphosa hat den 4. November 2026 offiziell zum nationalen Feiertag erklärt. An diesem Tag wählt Südafrika seine neuen Gemeinderäte. JHM - Für Millionen...