HomeNachrichtenTatverdächtige verklagen jetzt selbst – Im Fall Nick Frischke wird es absurd

Tatverdächtige verklagen jetzt selbst – Im Fall Nick Frischke wird es absurd

Fast zwei Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden des Brandenburgers Nick Frischke hat ein Nebenprozess eine bizarre Wendung genommen: Die vier Männer, die des Raubüberfalls verdächtigt werden, treten nun selbst als Geschädigte auf. Es wurde ein Nebenprozess eingeleitet, Details sind noch nicht bekannt

Der Prozess wird zur Farce

JHM – Das Verfahren gegen Carlo und Melvin G., Vanroy P. sowie Ishaam F. zieht sich schon lange hin. Der Hauptprozess um Frischkes Verschwinden wurde erneut vertagt. Doch während die Familie in Deutschland weiter auf Antworten wartet, haben die Verdächtigen einen Gegenschlag versucht. Sie behaupten, selbst Opfer zu sein – eine Strategie, die zeigt, wie zäh sich die südafrikanische Justiz bewegt.

Die Anklage lautet auf bewaffneten Raub. Die Verdächtigen geben zu, den jungen Wanderer ausgeraubt zu haben, behaupten aber, ihn lebend zurückgelassen zu haben. Trotz DNA-Beweisen haben sie auf nicht schuldig plädiert. Die südafrikanischen Behörden finden sich zwischen Raubüberfall, fehlenden Körperresten und widersprüchlichen Aussagen wieder – und kommen nicht voran.

Was wirklich passierte, bleibt rätselhaft

Frischke verschwand am 15. Februar 2023 während einer Wanderung am Karbonkelberg in Hout Bay, südlich von Kapstadt. Ein Sicherheitskamerafoto zeigt ihn in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad. Danach: Stille. Seine Rucksack und Handy wurden Wochen später in einer Hütte in einem Armutsviertel gefunden.

Anfang 2025 gab es eine turbulente Entwicklung: Melvin G. gab in einer eidesstattlichen Erklärung an, dass sein Mitangeklagter Ishaam F. Frischke mit einem Messer angegriffen und mehrfach zugestochen habe. Frischke sei schwer verletzt gewesen, habe aber versucht, sich wegzuschleppen. Doch auch diese Aussage führte nicht zum Durchbruch – es gibt keine weiteren Zeugen und keinen klaren Beweis für Frischkes Tod.

Die Familie verliert die Geduld

Für die Familie Frischke ist das keine Lösung. Mutter Jana teilt offen ihre Verzweiflung in sozialen Medien. Sie hat die Wochen gezählt – über 90 inzwischen – und gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Sohn zu finden. 1.000 Euro Belohnung sind für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Die Green-Monkey-Kampagne der Familie ist mehr als nur eine Suchaktion: 3D-gedruckte grüne Affen werden weltweit verschickt, um Nicks Persönlichkeit und die Verzweiflung der Familie zu symbolisieren. Es ist ein ungewöhnlicher, aber berührender Weg, die Aufmerksamkeit hochzuhalten.

Polizei unter Druck

Der Druck auf die südafrikanischen Behörden wächst. Vertagung reiht sich an Vertagung, es gibt keine Fortschritte, keinen gefundenen Körper, keine Täter im Gefängnis. Alle vier Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft, doch ohne klare Beweise wird es schwierig, über die Raubvorwürfe hinaus zu gehen. Die Staatsanwaltschaft erklärt, noch mehr Zeit für Ermittlungen zu benötigen. Wann es endlich weitergeht, ist unklar.

Kritik an der südafrikanischen Polizei wird dabei lauter. Erste Suchaktionen wurden eingestellt, die Aufklärung stagniert, und jetzt wird es sogar kurios: Verdächtige spielen Opfer.

Südafrika ist beliebt bei Touristen aus der ganzen Welt. Aber in und um Kapstadt mehren sich die Überfälle auf Wanderer. Der Fall Nick Frischke zeigt die Grenzen des südafrikanischen Justizsystems, wenn es um internationale Fälle geht – und wie lange eine Familie warten muss, bis sie endlich Gewissheit hat.

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