Eine Familie verwandelt verwildertes Küstenland bei Voëlklip in ein privates Naturschutzgebiet. Das neue Herold’s Bay Nature Reserve soll bedrohte Ökosysteme schützen und der Öffentlichkeit offenstehen.
Von der Müllkippe zum Schutzgebiet
JHM – Ein ambitioniertes Naturschutzprojekt nimmt an der Garden Route Gestalt an. Eine Familie hat 300 Hektar Land bei Voëlklip in Herold’s Bay gekauft, um dort ein privates Naturreservat einzurichten. Das Gebiet, das früher zur Brakfontein Farm gehörte, war jahrelang ein Problemfall: illegale Müllentsorgung, unkontrollierter Zugang und die Ausbreitung invasiver Pflanzen hatten der Natur zugesetzt. Bauträger hatten seit Jahrzehnten ein Auge auf das Areal geworfen.
Nach zwei Jahren Verhandlungen und Planung steht nun fest: Das Land wird geschützt statt zugebaut. Die Stellenboscher Firma Fynbos Eiendomme wickelte den Kauf für die Familie ab, die als “Herold’s Bay-Urlauber” beschrieben wird.
Seltene Ökosysteme in Gefahr
Jan Vreken, CEO von Fynbos Eiendomme und Gründer des Reservats, erklärt die Vision: “Wir wollen die Artenvielfalt schützen, natürliche Ökosysteme wiederherstellen und einen Ort schaffen, den alle Generationen genießen können.” Im Fokus stehen bedrohte Pflanzengemeinschaften wie der Garden Route Granit-Fynbos und die Groot-Brak-Dünen-Strandvegetation.
Das Schutzgebiet erstreckt sich vom Voëlklip-Aussichtspunkt bis zur Maalgate-Mündung und umfasst auch einheimischen Wald in der Schlucht, die zum Dorf Herold’s Bay führt.
Nachhaltiger Tourismus mit System
Die neuen Besitzer planen ein Park-and-Walk-System. Wanderer sollen verantwortungsvoll Zugang zu Aussichtspunkten und Wanderwegen erhalten. “Nachhaltiger Tourismus ist der Schlüssel”, betont Vreken. Künftig werden Wanderwege und Infotafeln die Besucher über Schutzmaßnahmen aufklären und erklären, warum bestimmte Bereiche gesperrt bleiben oder sich in der Rehabilitation befinden.
Langfristig ist auch ein Besucherzentrum mit sanitären Anlagen vorgesehen.
Die Gemeinde macht mit
Was das Projekt besonders macht: Die lokale Gemeinschaft spielt eine zentrale Rolle. Anwohner, Wanderer und Umweltgruppen sollen aktiv mitmachen. Ein freiwilliges Ranger-Programm ist geplant, bei dem Einheimische beim Entfernen invasiver Arten, beim Wegebau und bei der Pflege des Reservats helfen können.
“Wir wollen nicht nur ein Schutzgebiet schaffen, sondern auch ein gemeinsames Gefühl von Verantwortung und Stolz”, sagt Vreken. Über Infotafeln, Newsletter und kleine Gemeindeversammlungen wird die Öffentlichkeit über Fortschritte informiert.
Restaurierung läuft bereits
Die Arbeit hat schon begonnen. Invasive Pflanzen werden entfernt, Erosionsschäden bekämpft. Ein Fünfjahresplan regelt Brandmanagement, Artenschutz und Wegeentwicklung. Die Maßnahmen sollen die heimische Tier- und Pflanzenwelt stärken, natürliche Puffer gegen Überschwemmungen und Brände schaffen und bedrohten Arten wie dem Knysna-Specht, dem afrikanischen Otter und der Kapscharbe sicheren Lebensraum bieten.
Vorbild für Küstenschutz
In Zeiten rasanter Küstenentwicklung will das Herold’s Bay Nature Reserve zeigen, wie gemeinschaftsgeführter Naturschutz funktionieren kann. Es soll als nachhaltiges Modell dienen, um eine der eindrucksvollsten Küstenlandschaften Südafrikas zu bewahren.
Wer mehr erfahren oder sich beteiligen möchte, findet Informationen auf www.hbnr.org.za oder per E-Mail an jan@hbnr.org.za bzw. info@hbnr.org.za.


























































































































