HomeWirtschaftEskom verbrennt noch immer Milliarden an Diesel

Eskom verbrennt noch immer Milliarden an Diesel

Südafrikas Stromversorger gibt jährlich Milliardenbeträge für Diesel aus, um die Lichter am Leuchten zu halten. Trotz deutlicher Fortschritte bleibt die Rechnung saftig.

JHM – Eskom hat im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 bereits 6 Milliarden Rand (etwa 315 Millionen Euro) für Diesel ausgegeben. Das staatliche Energieunternehmen bezeichnet diese Zahl als Erfolg. Tatsächlich ist das ein enormer Fortschritt: Im Geschäftsjahr 2023/2024 verschlang Diesel noch 33 Milliarden Rand (1,7 Milliarden Euro), im Jahr darauf waren es 17 Milliarden Rand (893 Millionen Euro). Zum ersten Mal seit 2020 hielt sich Eskom damit ans Budget.

Warum kostet Diesel so viel?

Die hohen Kosten entstehen durch den Betrieb von Gasturbinen mit offenem Kreislauf, den sogenannten Open-Cycle Gas Turbines (OCGT). Diese Anlagen sollten eigentlich nur während Spitzenlastzeiten laufen, um das Stromnetz zu stabilisieren und Loadshedding zu vermeiden.

“Die Gasturbinen spielen eine wichtige Rolle als Spitzenlastkraftwerke. Sie sind dafür gedacht, nur kurze Zeit zu laufen, hauptsächlich im Winter während der Spitzenzeiten”, erklärt Chris Yelland, Geschäftsführer von EE Business Intelligence.

Das Problem: Weil Eskoms Kohlekraftwerke so schlecht funktionierten, mussten die Gasturbinen deutlich länger arbeiten als vorgesehen. Zeitweise liefen sie acht Stunden oder mehr pro Tag. “Das ist extrem teuer, und es ist der Treibstoff, der richtig Geld kostet”, so Yelland.

Die Rechnung zahlt nicht der Verbraucher

Die Energieaufsicht Nersa hat klare Regeln aufgestellt: Im Normalbetrieb dürfen die OCGTs maximal ein Prozent der Gesamtleistung ausmachen. In Notfällen sind bis zu sechs Prozent erlaubt. Nur dann kann Eskom die Dieselkosten an die Verbraucher weitergeben.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 lag der Anteil bei über zehn Prozent. Während der schlimmsten Loadshedding-Phasen erreichte er sogar 30 bis 40 Prozent. Diese Mehrkosten muss Eskom aus eigener Tasche zahlen.

“Nersa sagt damit: So dürft ihr nicht arbeiten. Wenn ihr das tut, liegt es an euren eigenen Versäumnissen. Ihr fahrt so, weil eure anderen Kraftwerke so miserabel laufen”, bringt es Yelland auf den Punkt.

Für das laufende Geschäftsjahr liegt der OCGT-Anteil bisher bei durchschnittlich 5,84 Prozent. Die 6 Milliarden Rand Dieselkosten liegen deutlich unter dem Budget von 8 Milliarden Rand (420 Millionen Euro).

Keine schnelle Lösung in Sicht

Yelland ist überzeugt, dass Eskom die Sechs-Prozent-Marke im kommenden Jahr einhalten kann. Seit das Unternehmen Loadshedding eliminiert und den Verfügbarkeitsfaktor auf 65 Prozent gesteigert hat, funktioniert das System deutlich besser.

Trotzdem bleiben die Gasturbinen wichtig und teuer. Es gibt zwar seit Jahren Überlegungen, sie auf Gas umzurüsten. Das wäre billiger und sauberer, und man könnte sie bei höherer Auslastung betreiben.

“Das Problem ist: Wir haben in Südafrika kein Gas, vor allem nicht dort unten bei Ankerlig und Gariep, wo diese Turbinen stehen”, erklärt Yelland. Die Anlagen ließen sich technisch leicht umrüsten – sie waren ursprünglich für Gas konzipiert, bevor man sie auf Diesel umstellte.

Die einzige Option wäre der Import von Flüssiggas (LNG), das vor Ort wieder in Gas umgewandelt werden müsste. Aber auch LNG ist teuer, und Südafrika fehlt die nötige Importinfrastruktur.

Die Dieselrechnung wird Eskom also noch Jahre begleiten. Immerhin zeigt der Trend nach unten – ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer ansonsten kostspieligen Angelegenheit.

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