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USA boykottieren G20-Gipfel in Südafrika

Die Vereinigten Staaten werden beim G20-Gipfel in Johannesburg nicht vertreten sein. Trump begründet die Absage mit Vorwürfen, die Experten als unbegründet zurückweisen.

JHM – Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Südafrika erreichen einen neuen Tiefpunkt. Donald Trump hat angekündigt, dass kein Vertreter seiner Regierung am G20-Gipfel am 22. und 23. November in Johannesburg teilnehmen wird. Ursprünglich sollte Vizepräsident JD Vance anreisen, nachdem Trump bereits im September seine eigene Teilnahme abgesagt hatte.

Trumps Vorwürfe im Faktencheck

Auf seiner Plattform Truth Social wiederholte Trump seine unbelegten Behauptungen über einen angeblichen “Genozid” an weißen Farmern in Südafrika. Er schrieb, die Afrikaaner – Nachfahren niederländischer, französischer und deutscher Siedler – würden “getötet und abgeschlachtet” und ihr Land illegal konfisziert.

Die Faktenlage zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild. Von über 19.000 Morden in Südafrika zwischen April und Dezember 2024 standen lediglich 36 mit Farmen in Verbindung. Das entspricht 0,2 Prozent aller Tötungsdelikte. Die Mehrheit der Mordopfer in Südafrika ist schwarz, nicht weiß. Ein südafrikanisches Gericht stellte im Februar 2025 klar, dass die Vorstellung eines Genozids an Weißen “offenkundig eingebildet und nicht real” ist.

Südafrika reagiert mit Bedauern

Das südafrikanische Außenministerium zeigte sich enttäuscht über Trumps “bedauerlichen” Beitrag. Die Behauptung einer systematischen Verfolgung der Afrikaaner-Gemeinschaft sei nicht durch Fakten belegt. Vielmehr sieht sich Südafrika durch seine eigene Geschichte der Rassentrennung in der einzigartigen Position, bei der Überwindung globaler Spaltungen zu helfen.

Präsident Cyril Ramaphosa hatte im Mai bereits einen diplomatischen Tiefschlag im Weißen Haus erlebt. Trump konfrontierte ihn dort öffentlich mit seinen Genozid-Vorwürfen und spielte mehrere Videos ab – obwohl sein Gast aus Südafrika angereist war, um die Beziehungen zu verbessern.

Hintergrund des Konflikts

Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben mehrere Ursachen. Trump kritisiert Südafrikas Landreformpolitik und die Klage des Landes gegen Israel wegen Völkermords im Gaza-Krieg. Bereits Außenminister Marco Rubio hatte ein G20-Außenministertreffen in Südafrika boykottiert.

Die Afrikaaner führten bis Anfang der 1990er Jahre das rassistische Apartheid-Regime an, das die schwarze Bevölkerungsmehrheit systematisch diskriminierte. Heute befinden sich etwa 75 Prozent des privaten Landes in weißem Besitz, obwohl weiße Menschen nur rund 8 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Trumps Eigeninteressen

Am Ende seines Posts auf Truth Social freute sich Trump darauf, den G20-Gipfel 2026 in Miami auszurichten. Dabei soll eines seiner eigenen Golfresorts als Veranstaltungsort dienen – die Luxusanlage Doral bei Miami. Trump versicherte zwar, damit kein Geld zu verdienen, doch bereits in seiner ersten Amtszeit hatte ein ähnlicher Plan für einen G7-Gipfel auf eigenem Grund für Kritik gesorgt.

Die Vereinigten Staaten übernehmen nach Südafrika die G20-Präsidentschaft. Südafrika hatte die rotierende Führungsrolle im Dezember 2024 übernommen und gibt sie Ende November 2025 ab.

Internationale Reaktionen

Der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer gehören 19 Staaten sowie die Europäische und die Afrikanische Union an. Zu den Mitgliedern zählen westliche Demokratien wie Deutschland und Großbritannien, aber auch autoritär geführte Staaten wie Russland, China und Saudi-Arabien.

Die US-Absage sorgt international für Aufsehen, da sie die diplomatischen Bemühungen Südafrikas untergräbt und auf einem faktisch unhaltbaren Narrativ basiert, das vor allem von rechtspopulistischen Kreisen verbreitet wird.

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