Die gesunkenen Boote blockieren seit Jahren wertvolle Liegeplätze in den Fischereihäfen am Westkap. Jetzt nimmt die Regierung die Bergung endlich in Angriff.
JHM – Zwischen Lamberts Bay und Gordon’s Bay liegen sie auf dem Meeresgrund oder dümpeln verlassen vor sich hin: 37 Schiffe, die niemand mehr haben will. Die meisten davon in Hout Bay, wo 25 Wracks gezählt wurden. Was nach romantischem Piratenabenteuer klingt, ist in Wahrheit ein massives Problem für die lokale Fischindustrie.
Minister Dion George vom Ministerium für Forsten, Fischerei und Umwelt verkündete am Dienstag Fortschritte bei der Räumaktion. Rund 90 Prozent aller gesunkenen und verlassenen Schiffe im Westkap liegen allein in Hout Bay.
Die Boote müssen weg
Von den ursprünglich 37 identifizierten Wracks haben sechs Besitzer ihre Schiffe bereits auf eigene Kosten entfernt. Bleiben noch 31 Problemfälle. Bis Jahresende sollen 17 davon verschwinden – hauptsächlich kleine Freizeitboote aus Hout Bay.
Die Rechnung ist simpel: Mehr Platz bedeutet mehr Boote, mehr Boote bedeuten mehr Arbeit. Die Fischindustrie drängt seit Jahren auf zusätzliche Liege- und Ankerplätze. Wenn die Wracks weg sind, können neue Schiffe gebaut werden. Das schafft Jobs in den Küstengemeinden.
Komplizierte Bergung
Seit fünf Tagen läuft die Bergungsaktion für zwei große Wracks. Geplant waren drei Tage, aber die Sache entpuppte sich als komplizierter als gedacht. Unter einem der Wracks lag ein weiteres, bisher unbekanntes Schiff.
Taucher pumpen Wasser aus den versunkenen Booten und versiegeln Lecks, damit die Wracks wieder schwimmen und zum Verschrottungsplatz geschleppt werden können. Weitere Schiffe sollen bis Ende Oktober und Dezember folgen. Neun kleinere Boote werden im November per Kran gehoben.
Die anderen Häfen
In Gordon’s Bay warten noch vier Wracks, in Lamberts Bay zwei, in St Helena Bay zwei und in Saldanha Bay vier auf ihre Bergung. Die südafrikanische Seefahrtsbehörde SAMSA arbeitet eng mit dem Ministerium zusammen und erlässt bei Bedarf Anweisungen an die Schiffseigner.
Die Räumaktion ist Teil eines größeren Projekts zur Wiederbelebung der staatlich verwalteten Fischereihäfen am Westkap. “Wir beseitigen nicht nur Umwelt- und Navigationsrisiken, sondern schaffen auch Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum”, sagt Minister George.
Bis Ende 2025 sollen alle identifizierten Wracks entfernt sein. Damit wären die Häfen wieder frei für die Fischer, die dort arbeiten wollen.


























































































































