HomeWirtschaftBrüssel lockt mit Milliarden: Südafrika wird zur grünen Zukunftsfabrik

Brüssel lockt mit Milliarden: Südafrika wird zur grünen Zukunftsfabrik

Präsident Cyril Ramaphosa hat in Brüssel ein Investitionspaket der Europäischen Union im Wert von 11,5 Milliarden Euro (umgerechnet rund 230 Milliarden Rand) entgegengenommen.

JHM – Donnerstag in Brüssel. Ramaphosa steht neben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und verkündet eine Zahl, die aufhorchen lässt: 11,5 Milliarden Euro fließen nach Südafrika. Nicht als Kredit, sondern als Investition in die Wirtschaft von morgen. Der Präsident spricht von einem neuen Kapitel in den Beziehungen zwischen seinem Land und Europa.

Die Ankündigung erfolgte am Rande des Global Gateway Forums im Berlaymont, dem Hauptsitz der Europäischen Kommission. Dort treffen sich regelmäßig Staats- und Regierungschefs, um über internationale Wirtschaftsbeziehungen zu verhandeln. Dieses Mal ging es um Südafrika und seine Rolle in der globalen Energiewende.

Grüner Wasserstoff und Batterien für Europa

Das Geld soll in Bereiche fließen, die Südafrika wirtschaftlich nach vorn bringen und gleichzeitig die Klimaziele der Welt unterstützen. Grüner Wasserstoff steht ganz oben auf der Liste. Daneben: erneuerbare Energien, strategisch wichtige Mineralien, Batterieproduktion und Impfstoffherstellung. Ramaphosa betonte, dass diese Investitionen die Wirtschaft der Zukunft aufbauen werden – und zwar im Südafrika der Gegenwart.

Infrastruktur bekommt ebenfalls einen großen Anteil. Eisenbahnen, Straßen, Häfen, Logistik und digitale Vernetzung sollen modernisiert werden. Ohne funktionierende Infrastruktur bleibt selbst das beste Investitionspaket Theorie.

Besonders wichtig findet Ramaphosa den Fokus auf Ausbildung, kleine Unternehmen sowie Forschung und Entwicklung. “Das ist entscheidend für die Entwicklung unserer Menschen, unserer wertvollsten Ressource”, sagte der Präsident bei der Pressekonferenz.

Europa bleibt der wichtigste Partner

Die EU ist Südafrikas größter Handelspartner und eine der bedeutendsten Quellen ausländischer Direktinvestitionen. 41 Prozent aller ausländischen Investitionen im Land stammen aus Europa. Mehr als 2.000 EU-Unternehmen sind vor Ort aktiv und schaffen über eine halbe Million direkte und indirekte Jobs.

Das neue Investitionspaket baut auf der Clean Trade and Investment Partnership auf, die beim Südafrika-EU-Gipfel im März 2024 in Kapstadt vereinbart wurde. Ziel dieser Partnerschaft: saubere Energiewende, Technologietransfer, Kompetenzentwicklung und strategisches Wachstum entlang der Wertschöpfungsketten in ganz Afrika.

Afrika als nächste Produktionsgrenze

Ramaphosa zeigte sich überzeugt, dass die Partnerschaft nicht nur Südafrikas Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft beschleunigen wird. Er sieht Afrika insgesamt als die nächste Grenze sauberer globaler Produktion. Eine ambitionierte Vision, die Europa offenbar teilt.

Der Präsident lobte die Führung von Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa dafür, diese Vision eines globalen Gateways mit Leben zu füllen. Auch die Unterstützung der EU für Südafrikas G20-Präsidentschaft mit dem Motto Solidarität, Gleichheit und Nachhaltigkeit hob er hervor.

Treffen beim G20-Gipfel in Johannesburg

Im November geht es weiter. Ramaphosa freut sich darauf, von der Leyen beim G20-Gipfel in Johannesburg zu empfangen. Der findet am 22. und 23. November statt und bietet eine weitere Gelegenheit, an einer friedlichen, gerechten und inklusiven Weltordnung zu arbeiten.

Ob die 11,5 Milliarden Euro tatsächlich die erhoffte Wirkung entfalten, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Ankündigung ist beeindruckend. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.

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