Während die Western Cape-Regierung heute zehn Taxi-Routen schließt, eskaliert die Gewalt zwischen verfeindeten Verbänden weiter.
JHM – Am Vorabend der historischen Streckensperrungen wurde erneut Blut vergossen. Andile Seyamo, ehemaliger Sprecher der Cape Amalgamated Taxi Association (Cata), starb am Dienstagabend durch Schüsse in Nyanga. Der 61-Jährige wurde in der Dlephu Street in Browns Farm erschossen, wie Polizeisprecher Warrant Officer Joseph Swartbooi bestätigte.
“Unbekannte Schützen haben das Feuer auf den Verstorbenen eröffnet und sind geflohen”, erklärte Swartbooi. Die Ermittler gehen von einem taxibezogenen Motiv aus.
Zweiter Führungsmann innerhalb einer Woche tot
Seyamos Tod erhöht die Anzahl der getöteten Cata-Führungskräfte auf zwei binnen einer Woche. Erst vor wenigen Tagen wurde der stellvertretende Vorsitzende Mnikeli Mgope (61) in seinem weißen Toyota Fortuner am Nyanga-Taxistand erschossen.
Die Morde verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt zwischen Cata und der rivalisierenden Cape Organisation for the Democratic Taxi Association (Codeta). Seit heute sind zehn Routen zwischen Somerset West, Makhaza, Mfuleni und Nomzamo für mindestens 30 Tage gesperrt – eine beispiellose Maßnahme der Provinzregierung.
Regierung greift hart durch
Mobility-Minister Isaac Sileku aktivierte Paragraf 91 des nationalen Landverkehrsgesetzes. “Das war keine leichte Entscheidung, aber sie musste getroffen werden, um das Leben von Pendlern und Anwohnern zu schützen”, sagte Sileku. Die Sperrung kann bei anhaltender Gewalt verlängert werden.
Wer gegen die Anordnung verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 5.000 Rand (etwa 250 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen.
Hunderttausende Pendler betroffen
Die Gewerkschaft Cosatu kritisiert die abrupte Entscheidung scharf. Sie bemängelt fehlende Konsultationen und unzureichende Alternativpläne für die betroffenen Pendler. Metrorail und Golden Arrow Bus Services sollen Ersatzverbindungen anbieten.
Santaco, der nationale Taxi-Dachverband, rief alle Beteiligten zur friedlichen Lösung auf und entschuldigte sich bei den Pendlern für die Unannehmlichkeiten. “Als Branche, die das Rückgrat der täglichen Mobilität für Tausende Menschen bildet, sind wir uns der Störung bewusst, die das mit sich bringt.”
Über zehn Tote seit Konfliktbeginn
Die aktuelle Gewalteskalation zwischen den Verbänden hat bereits mehr als zehn Menschenleben gefordert. Der Streit dreht sich um lukrative Routen in den dichtbesiedelten Gebieten rund um Kapstadts östliche Vororte.
JP Smith, Sicherheitsdezernent der Stadt Kapstadt, versicherte Pendlern, es gebe keinen Grund zur Panik. Ein gemeinsames Einsatzzentrum überwacht die Lage in Somerset West und Umgebung.
Minister Anroux Marais, zuständig für Polizeiaufsicht und Gemeinschaftssicherheit, appellierte an alle Taxi-Verbände, die Sicherheit der Pendler in den Vordergrund zu stellen.
Ungewisse Zukunft
Die Sperrung der Routen gilt vorerst für 30 Tage. Ob Cata und Codeta in dieser Zeit eine Lösung finden, bleibt fraglich. Die Verbände haben bisher keine Stellungnahme zu den jüngsten Morden abgegeben.
Für die Tausende Pendler, die täglich auf Taxis angewiesen sind, bedeutet der Konflikt nicht nur längere Fahrzeiten, sondern auch ständige Angst vor weiterer Gewalt.


























































































































