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Ramaphosa lobt Simbabwes Enteignungen als Vorbild

Südafrikas Präsident unterstützt die umstrittene Landumverteilung des Nachbarlandes auf der Landwirtschaftsmesse in Harare.

Überraschende Worte in Harare

JHM – Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat Simbabwe für seine Landreformen gelobt, bei denen Farmen von weißen Bürgern enteignet und an schwarze Zimbabwer übergeben wurden. Seine Äußerungen machte er bei der offiziellen Eröffnung der Zimbabwe Agricultural Show in Harare am vergangenen Freitag.

Die Landwirtschaftsmesse sei ein Zeichen für Simbabwes Engagement, die Landwirtschaft als Motor für Wirtschaftswachstum und nachhaltige Entwicklung zu nutzen, sagte Ramaphosa vor den Besuchern der 115. Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltung.

Parallelen zur südafrikanischen Geschichte

“Nach der Unabhängigkeit 1980 musste die neue demokratische Regierung Simbabwes die monumentale Aufgabe übernehmen, die kolonialen Landbesitzstrukturen zu zerschlagen”, erklärte der südafrikanische Präsident. Die meisten kommerziell produktiven Ländereien und großen Farmen seien damals in weißem Besitz gewesen.

Die schwarze Bevölkerungsmehrheit Simbabwes sei auf kommunale Gebiete beschränkt und praktisch vollständig von der kommerziellen Landwirtschaft ausgeschlossen gewesen. “Das spiegelte unsere eigenen Erfahrungen in Südafrika wider”, betonte Ramaphosa und verwies auf die ähnlichen Landbesitzverhältnisse in seinem eigenen Land.

Lob für “mutige Reformen”

Ramaphosa argumentierte, dass es für Simbabwe unerlässlich gewesen sei, ehrgeizige Reformen einzuleiten, um schwarzen Zimbabwern den Zugang zur produktiven Landwirtschaft zu ermöglichen. Diese Reformen seien sowohl für die historische Wiedergutmachung als auch für die Ernährungssicherheit, Entwicklung und das Wirtschaftswachstum notwendig gewesen.

“Wir gratulieren der Regierung Simbabwes zu den Maßnahmen, die sie zur Wiederbelebung des Landwirtschaftssektors des Landes ergreift”, sagte er und verwies auf Politikreformen, Investitionen in Bewässerung und Mechanisierung sowie die Stärkung von Klein- und Großbauern.

Die dramatischen Folgen der Landreform

Was Ramaphosa jedoch nicht erwähnte, sind die verheerenden Auswirkungen der Landreform auf Simbabwe. Nach der Unabhängigkeit 1980 funktionierte die schrittweise Landumverteilung zunächst gut. Das Lancaster House Agreement verteilte Farmland friedlich um, ohne Zwangsenteignungen.

Dies änderte sich drastisch im Jahr 2000, als Präsident Robert Mugabe eine aggressive Politik der Landenteignung ohne Entschädigung startete. Die Folgen waren katastrophal: Enteignungen begleitet von Gewalt und Einschüchterung, Farmer mussten fliehen oder wurden getötet.

Der wirtschaftliche Kollaps

Die heimischen Banken, die Anleihen im Wert von Milliarden Dollar auf die enteigneten Immobilien hielten, brachen zusammen. Das Land stürzte in eine Hyperinflation ab. Die landwirtschaftliche Produktion stürzte ins Bodenlose, was zu weit verbreiteten Hungersnöten führte.

Bis 2008 erreichte die Inflation geschätzte 89,7 Trilliarden Prozent – der Simbabwe-Dollar wurde völlig wertlos. Die Bürger griffen auf Tauschhandel und ausländische Währungen zurück, vor allem den US-Dollar, der bis heute verwendet wird.

Die Arbeitslosigkeit erreichte 94 Prozent. Millionen Zimbabwer wanderten nach Südafrika aus, auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Bis 2009 hatte Simbabwe praktisch keine funktionierende moderne Wirtschaft mehr.

Ein gescheiterter Staat

Heute ist Simbabwe faktisch ein gescheiterter Staat. Das einst als “Kornkammer Afrikas” bekannte Land verwandelte sich in einen Ort, an dem Menschen ums Überleben kämpfen. Es gibt praktisch keine eigene Währung mehr im Umlauf, die meisten Geschäfte handeln in Rand oder US-Dollar.

Selbst einfache Einkäufe werden zum Problem: Kunden bekommen kein Wechselgeld und müssen Produkte für den exakten Betrag kaufen. Das einst exzellente Bildungssystem brach zusammen, Stromausfälle sind die Regel statt die Ausnahme.

Kontroverse Bewertung

Ramaphosas positive Bewertung der simbabwischen Landreform ist vor diesem Hintergrund höchst umstritten. Während er die Reformen als Erfolg für historische Gerechtigkeit und Wirtschaftswachstum darstellt, zeigt die Realität ein völlig anderes Bild.

Die internationale Gemeinschaft betrachtet Simbabwes Landreform als warnendes Beispiel dafür, wie gut gemeinte Politiken in eine humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe münden können.

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