Die südafrikanische Notenbank will das Land zur bargeldlosen Gesellschaft machen und übernimmt dafür die Kontrolle über das Zahlungssystem PayShap.
JHM – Die Wettbewerbskommission hat grünes Licht gegeben: Die südafrikanische Reservebank (SARB) darf die vollständige Kontrolle über BankservAfrica übernehmen. Bereits Ende 2024 hatte sich die Notenbank 50 Prozent an dem Unternehmen gesichert – jetzt folgt der Rest.
Das steckt hinter BankservAfrica
BankservAfrica fungiert als zentrale Clearingstelle für Zahlungen zwischen südafrikanischen Banken. Das Unternehmen wickelt täglich Millionen von Transaktionen ab und betreibt das 2023 gestartete Sofortzahlungssystem PayShap.
PayShap verarbeitet mittlerweile mehr als eine Million Transaktionen täglich und hat sich zum Herzstück der digitalen Zahlungsrevolution in Südafrika entwickelt. Elf große Banken des Landes unterstützen bereits das System.
Warum die Reservebank zuschlägt
Die SARB verfolgt ein klares Ziel: Südafrika soll weg vom Bargeld. Fast die Hälfte aller erwachsenen Südafrikaner hebt ihr komplettes Geld sofort nach der Einzahlung wieder ab – ein Zeichen für das tiefe Misstrauen gegenüber dem Bankensystem.
Gouverneur Lesetja Kganyago macht keinen Hehl aus seinen Plänen. Er will die Bargeldabhängigkeit des Landes durch Modernisierung des nationalen Zahlungssystems drastisch reduzieren. Die Vollübernahme von BankservAfrica ist dafür der Schlüssel.
PayShap: Der digitale Durchbruch
Seit dem Start im März 2023 explodierten die PayShap-Transaktionen um über 1000 Prozent zwischen Dezember 2023 und Dezember 2024. Die Plattform ermöglicht Sofortüberweisungen zwischen verschiedenen Banken – rund um die Uhr, sicher und kostengünstig.
Besonders in der informellen Wirtschaft, wo Kartenzahlungen oft nicht akzeptiert werden, gewinnt PayShap an Boden. Hier war bislang Bargeld König, doch das ändert sich rapide.
Hindernisse bleiben bestehen
Trotz des Erfolgs kämpft PayShap noch mit Problemen. Bankgebühren, fehlende Funktionen und mangelnde Verbraucheraufklärung bremsen die Verbreitung, kritisieren Experten.
Die Gebührenstruktur variiert stark zwischen den Banken. Während manche Institute geringe Kosten verlangen, schrecken andere mit höheren Preisen potenzielle Nutzer ab.
Was die Übernahme bedeutet
Mit der Vollkontrolle kann die Reservebank ihre Vision einer bargeldlosen Gesellschaft konsequenter verfolgen. Das nationale Zahlungssystem wird unter direkter Aufsicht der Notenbank modernisiert und sicherer gestaltet.
Die Wettbewerbskommission sieht keine negativen Auswirkungen auf den Markt. Im Gegenteil: Die Übernahme könnte den Wettbewerb sogar fördern, da alle Banken gleichberechtigt Zugang zum System erhalten.
Ausblick: Südafrika wird digital
Im Dezember 2024 startete bereits PayShap Request, eine Funktion für Zahlungsanfragen in Echtzeit. Weitere Innovationen sollen folgen und das digitale Zahlungserlebnis verbessern.
Für Urlauber und Expats in Südafrika bedeutet dies: Das Land wird zunehmend kartentauglicher. Wer bisher auf Bargeld angewiesen war, kann künftig auch in kleineren Geschäften und bei Straßenhändlern digital bezahlen.
Die Vision der Reservebank ist ambitioniert, aber realistisch. Mit PayShap hat Südafrika bereits bewiesen, dass digitale Zahlungen auch in einem schwierigen Marktumfeld funktionieren können.


























































































































