HomeNachrichtenVom Jäger zum Gejagten: Amerikanischer Millionär stirbt bei Büffel-Safari in Limpopo

Vom Jäger zum Gejagten: Amerikanischer Millionär stirbt bei Büffel-Safari in Limpopo

Ein texanischer Immobilienmillionär wurde bei einer Trophäenjagd in Südafrika von einem Kap-Büffel getötet.

JHM – Der 52-jährige Asher Watkins aus Dallas war auf einer Safari in der Provinz Limpopo unterwegs, als ihn am Sonntag, den 3. August 2025, ein Kap-Büffel tödlich verletzte. Der Geschäftsmann, der sein Vermögen im Luxus-Immobiliengeschäft gemacht hatte, befand sich zu diesem Zeitpunkt zusammen mit einem professionellen Jäger und einem Fährtenleser auf der Spur des 1,3 Tonnen schweren Bullen.

“Schwarzer Tod” greift unvermittelt an

Laut Coenraad Vermaak Safaris war es ein “plötzlicher und unprovozierten Angriff eines unverletzten Büffels”. Das Safari-Unternehmen bezeichnete den Vorfall als “tragisch und verheerend” und betonte, dass alle Sicherheitsprotokolle eingehalten worden seien.

Kap-Büffel, oft als “Schwarzer Tod” bezeichnet, gelten als Afrikas gefährlichstes Tier und sind für mehr Jäger-Todesfälle verantwortlich als Löwen, Elefanten, Nashörner oder Krokodile. Die massigen Tiere können bis zu 56 km/h schnell werden und wiegen ausgewachsen etwa 900 Kilogramm, in Ausnahmen auch erheblich mehr.

Kontroverse Reaktionen im Netz

Watkins’ Tod hat in den sozialen Medien heftige Diskussionen ausgelöst. Während einige Nutzer Mitleid äußerten, zeigten andere wenig Verständnis für sein Hobby. “Wenn der Jäger zum Gejagten wird”, kommentierte eine Facebook-Nutzerin. Eine andere schrieb: “Er hat es verdient. Er reiste um die Welt, um aus Spaß zu töten. Hoffentlich wurde der Büffel nicht verletzt. Das ist Karma vom Feinsten.”

Die Safari kostete umgerechnet etwa 9.200 Euro – ein typischer Preis für eine mehrtägige Großwildjagd in der Region.

Wachsende Kritik an Trophäenjagd

Der Tod wirft erneut ein Schlaglicht auf die umstrittene Praxis der Trophäenjagd. In Südafrika selbst lehnt inzwischen eine Mehrheit von 64 Prozent die Trophäenjagd ab – ausgerechnet im größten afrikanischen Exporteur von Jagdtrophäen geschützter Arten.

“Die Trophäenjagd trägt nicht wesentlich zum Naturschutz bei”, kritisieren Tierschutzorganisationen. Der WWF bemängelt: “Zu viele Tiere werden geschossen, Regulationen werden nicht hinreichend umgesetzt und das Geld fließt in die falschen Kanäle.”

Besonders zynisch erscheint vielen Kritikern die Doppelmoral: “In den meisten afrikanischen Ländern wurden drakonische Strafen auf die Wildtierjagd eingeführt. Gleichzeitig dürfen jedoch reiche, meist westliche Jäger mit teuren Abschusslizenzen geschützte Wildtiere” töten.

Limpopo als Jagdrevier

Die Limpopo-Provinz mit ihren sanften Hügeln, dichtem Buschland und weiten Ebenen gilt als Traumziel für Großwildjäger. Gleichzeitig macht das abwechslungsreiche Terrain die Jagd besonders herausfordernd und gefährlich.

Kap-Büffel sind jährlich für etwa 200 Todesfälle verantwortlich und berüchtigt für ihre Unberechenbarkeit und Aggressivität. Watkins war Stammkunde bei CV Safaris und erst wenige Tage vor dem tödlichen Vorfall in Südafrika eingetroffen.

Familie trauert um Vater

Watkins hinterlässt eine Tochter namens Savannah, die um ihren Vater trauert. Das Safari-Unternehmen unterstützt die Familie bei den Formalitäten vor Ort und der Überführung nach Texas.

Zwischen Wirtschaft und Ethik

Befürworter argumentieren weiterhin, dass die Trophäenjagd Arbeitsplätze schafft und zum Naturschutz beiträgt. Doch die Realität ist komplexer: Während einige ländliche Gemeinden profitieren, fließt der Großteil der Einnahmen an private Unternehmen und wohlhabende Landbesitzer vorbei.

Der Fall Watkins zeigt die Risiken eines Hobbys auf, das längst nicht mehr nur Abenteuer bedeutet. Für viele ist es zum Symbol einer problematischen Haltung gegenüber der Natur geworden – besonders wenn reiche Westler nach Afrika reisen, um bedrohte Arten als Trophäen zu sammeln.

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