HomeWirtschaftEskom auf Erfolgskurs: Kraftwerke erreichen überraschend hohe Leistung

Eskom auf Erfolgskurs: Kraftwerke erreichen überraschend hohe Leistung

Südafrikas Stromversorger Eskom erzeugt derzeit mehr Strom als das Land benötigt und kommt dem angestrebten Ziel einer 70-prozentigen Verfügbarkeitsrate näher denn je.

Bemerkenswerte Wende bei maroden Kraftwerken

JHM – Die Energieverfügbarkeitsfaktor (EAF) hat bis März 2025 bereits 60,6% erreicht – ein deutlicher Anstieg gegenüber 54,56% im Vorjahr. Acht von 14 Kraftwerken arbeiten inzwischen mit einer Verfügbarkeitsrate von über 70%, ein Kraftwerk erreicht sogar bemerkenswerte 91,1%.

Diese Zahlen sind umso erstaunlicher, wenn man das hohe Alter der kohlebefeuerten Anlagen bedenkt. Noch 2023 lag der Durchschnitt bei dramatischen 48%, als das Land regelmäßig unter Stromausfällen der Stufe 6 litt.

Elektrizitätsminister Kgosientso Ramokgopa zeigt sich optimistisch: Eskom ist auf Kurs, die angestrebte 70%-Marke bis Ende 2025 zu erreichen. Darüber hinaus prognostiziert das Unternehmen erstmals seit Jahren einen Gewinn zur Jahresmitte.

Die Kehrseite: Explodierende Stromkosten

Doch während sich die Versorgungslage stabilisiert, rückt ein anderes Problem in den Fokus: Die Strompreise sind in den letzten 20 Jahren um über 1000% gestiegen. Ab Juli 2025 sehen sich südafrikanische Haushalte monatlichen Mehrkosten zwischen 245 und 334 Rand (etwa 12-16 Euro) gegenüber.

Die scheinbar günstigen 18 Eurocent pro Kilowattstunde täuschen: Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von etwa 1.300 Euro in Südafrika sind Stromkosten proportional viel belastender als in Deutschland, wo bei Strompreisen um 40 Cent pro kWh das verfügbare Einkommen deutlich höher liegt. Für südafrikanische Familien können Stromrechnungen schnell 15-20% des Haushaltseinkommens verschlingen. Für viele Township-Bewohner sind die Preise nicht zu stemmen.

Minister verspricht Preisreform

Minister Ramokgopa räumt ein, dass die aktuelle Preisstruktur für viele Südafrikaner nicht mehr tragbar ist. Die Überprüfung der Strompreisgestaltung steht seit Juli 2024 im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Professor Sampson Mamphweli vom South African National Energy Development Institute (SANEDI) sieht dabei konkrete Ansatzpunkte: Fixe Gebühren könnten variabel gestaltet und an den tatsächlichen Verbrauch gekoppelt werden. Wer weniger Strom aus dem Netz bezieht, sollte entsprechend weniger für dessen Instandhaltung zahlen.

Wirtschaftswachstum bleibt begrenzt

Trotz der Verbesserungen warnen Experten vor vorzeitigem Optimismus. Eskom profitiert derzeit von der schwächelnden Wirtschaft, die weniger Strom nachfragt. Sollte sich das Wirtschaftswachstum beschleunigen, könnte die Nachfrage das Angebot schnell wieder übersteigen.

Besonders kritisch wird es in den kommenden Jahren, wenn ältere Kohlekraftwerke stillgelegt werden müssen. Ob genügend neue Kapazitäten rechtzeitig ans Netz gehen, bleibt fraglich.

Ausblick: Vorsichtige Hoffnung

Die aktuellen Erfolge zeigen, dass Eskoms Sanierungsprogramm Früchte trägt. Doch die wahre Bewährungsprobe steht noch bevor: Können die Verbesserungen auch bei steigender Nachfrage aufrechterhalten werden, und gelingt es, die Strompreise für Verbraucher wieder bezahlbar zu machen?

Ramokgopa verspricht baldige Ankündigungen zur Preisreform – nach Jahren der Stromkrise wäre das der nächste wichtige Schritt für Südafrikas Energiezukunft.

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