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Südafrika muss BEE und Enteignungen stoppen

Ökonom fordert radikale Kehrtwende: Ohne Reformen bleiben Investoren fern

Investitionskiller BEE

JHM – Südafrika schneidet sich mit seiner aktuellen Wirtschaftspolitik ins eigene Fleisch. Das Land besteuert Investoren bereits beim Betreten des Marktes durch das Black Economic Empowerment (BEE) System und gefährdet Eigentumsrechte durch Enteignungsgesetze.

Diese deutliche Kritik kommt von Bheki Mahlobo, Ökonom und Partner bei Frans Cronje Private Clients. Er sieht in diesen Maßnahmen die Hauptursache für Südafrikas wirtschaftliche Stagnation der vergangenen Dekade.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während andere Schwellenländer durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr wuchsen, schaffte Südafrika nur magere 0,8 Prozent. Das Ergebnis: Die Südafrikaner werden Jahr für Jahr ärmer, da das Bevölkerungswachstum die Wirtschaftsleistung überholt.

Zu wenig Investitionen

Der Kern des Problems liegt in der niedrigen Investitionsquote. Nur 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fließen in Anlageinvestitionen, während schnell wachsende Schwellenländer etwa 25 Prozent erreichen.

“Das spiegelt das mangelnde Vertrauen der Unternehmen wider, in Südafrika zu investieren und zu wachsen”, erklärt Mahlobo gegenüber Biznews. “Wir müssen näher an die 25-Prozent-Marke heran.”

Um diese Lücke zu schließen, muss das Land attraktiver für ausländische Investoren werden. Besonders amerikanische Unternehmen sollten ins Visier genommen werden, da zwei Drittel des globalen Investitionskapitals in den USA liegen.

Amerikas drei Bedingungen

Nach Gesprächen in Washington kennt Mahlobo die amerikanischen Bedenken genau. Die USA haben drei nicht verhandelbare Punkte:

Erstens: Das BEE-System wirkt aus amerikanischer Sicht wie eine Steuer auf Investitionen. Unternehmen müssen kostspielige Empowerment-Deals abschließen, bevor sie überhaupt Kapital einsetzen können.

Zweitens: Das Enteignungsgesetz erlaubt die Beschlagnahme von Vermögenswerten unter Marktwert. Mahlobos Beispiel: Ein Haus im Wert von 2 Millionen Rand (rund 104.000 Euro) wird für 1 Million Rand (etwa 52.000 Euro) enteignet. Effektiv bedeutet das eine Enteignung von 52.000 Euro pro Fall.

Drittens: Südafrikas enge Beziehungen zu Iran und anderen autoritären Regimen werden als Sicherheitsrisiko betrachtet.

Indiens Erfolgsrezept

Andere Schwellenländer zeigen, wie es besser geht. Indien dient als Paradebeispiel für eine erfolgreiche Partnerschaft mit den USA.

Etwa 60 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in Indien stammen aus Amerika. Das Ergebnis: schnelleres Wirtschaftswachstum, mehr Arbeitsplätze und steigender Lebensstandard.

“Indien hat es vermieden, die USA zu provozieren, wie es Ramaphosa getan hat”, betont Mahlobo. “Statt die USA und Israel zu verurteilen, verhielten sie sich klug in den internationalen Beziehungen.”

Verpasste Billionen

Die Kosten dieser verfehlten Politik sind astronomisch. Investec berechnete: Hätte Südafrika seit 2010 nur den Durchschnitt der Schwellenländer erreicht, wäre die Wirtschaft um 4,1 Billionen Rand (etwa 213 Milliarden Euro) größer.

Der Staat hätte zusätzlich 5 Billionen Rand (rund 260 Milliarden Euro) an Steuereinnahmen kassiert. Mit diesem Geld wäre die aktuelle Finanzkrise Geschichte, und die Lebensqualität der Bürger hätte sich drastisch verbessert.

Zeit für Reformen

Die politischen Kräfte gegen BEE sammeln erstmals seit 30 Jahren genug Kraft für eine mögliche Abschaffung. Gleichzeitig wächst international der Druck auf Südafrika, seine Wirtschaftspolitik zu überdenken.

Will das Land nicht weiter abgehängt werden, muss es sich entscheiden: Entweder es öffnet sich für internationale Investoren oder es bleibt auf dem Weg der wirtschaftlichen Stagnation.

Die Zeit drängt. Jeden Tag, den Südafrika mit Reformen wartet, wird der Rückstand zu seinen Konkurrenten größer.

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