HomeWirtschaftSüdafrika vor dem Absturz: 30-Prozent-Zölle drohen

Südafrika vor dem Absturz: 30-Prozent-Zölle drohen

In wenigen Tagen entscheidet sich Südafrikas wirtschaftliche Zukunft. Die Zeit für eine Einigung mit den USA läuft ab.

Nur noch Tage bis zur Katastrophe

JHM – Die Uhr tickt für Südafrika. Am 9. Juli endet die 90-tägige Gnadenfrist für die US-Strafzölle – dann schlagen 30 Prozent Zusatzkosten auf südafrikanische Exporte zu Buche. Was das für das Land am Kap bedeutet, ist verheerend.

US-Präsident Donald Trump hatte im April 2025 zunächst einen universellen 10-Prozent-Zoll auf alle Importe verhängt. Die härteren “reziproken Zölle” wurden dann für 90 Tage ausgesetzt – diese Pause läuft jetzt ab.

Für Südafrikas Wirtschaft steht alles auf dem Spiel. Die Regierung muss jetzt handeln, sonst droht der freie Fall.

Entscheidende Woche in Washington

Diese Woche trifft sich Handelsminister Parks Tau mit US-Vertretern zu möglicherweise alles entscheidenden Gesprächen. Die Chefin von Business Leadership South Africa, Busi Mavuso, sieht darin die letzte Chance.

“Die Fortschritte seit den Gesprächen zwischen Trump und Ramaphosa in Washington waren enttäuschend”, kritisiert sie. Südafrika hatte Vorschläge für Mineralzugang und mögliche Käufe von US-Flüssiggas unterbreitet. “Die USA haben noch keine formelle Rückmeldung gegeben, und die Zeit läuft ab.”

Die Verhandlungen finden zu einem ungünstigen Zeitpunkt statt. Während sich die USA auf Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten konzentrieren, baut China seinen Einfluss in Afrika massiv aus. Chinas jüngste Ankündigung, allen afrikanischen Staaten mit diplomatischen Beziehungen zollfreien Zugang zu gewähren, dürfte in Washington nicht unbemerkt geblieben sein.

China übernimmt das Feld

“Wir erleben möglicherweise eine grundlegende Verschiebung in Afrikas globaler Ausrichtung – eine, die amerikanischen Interessen auf dem Kontinent dauerhaft schaden könnte”, warnt Mavuso.

Das hat zwei entscheidende Gründe: Afrika bleibt eine wichtige Quelle für kritische Mineralien, die für die US-Wirtschaft unerlässlich sind. Außerdem positioniert sich der Kontinent mit seiner jungen, wachsenden Bevölkerung als wichtiger langfristiger Konsumentenmarkt und Produktionsstandort.

“Amerika riskiert, diesen strategischen Vorteil an China abzugeben”, so Mavuso.

Südafrikas Industrien am Abgrund

Scheitern die Verhandlungen, trifft es vor allem die Bereiche, die Jobs schaffen: Fertigung und Landwirtschaft. Unter den US-“reziproken” Zöllen bleiben Rohstoffexporte zwar verschont, aber wertschöpfende Aktivitäten geraten unter massiven Druck.

“Wir können es uns nicht leisten, diese arbeitsplatzintensiven Industrien zu verlieren”, betont Mavuso. Besonders bitter: Die 30-Prozent-Zölle treffen genau die Sektoren, die Arbeitsplätze schaffen.

Verschärft wird die Situation durch den möglichen Verlust des African Growth and Opportunity Act (AGOA). Viele Experten rechnen damit, dass Südafrikas AGOA-Status im September endet – wenn nicht früher.

Alles oder nichts

Südafrika muss den USA ein grundlegend neues Angebot vorlegen, das beiden Seiten nützt. “Schrittweise Gesten” reichen nicht mehr, warnt Mavuso.

“Diese Woche wird entscheidend sein. Wir brauchen einen Deal, der wirtschaftliche Realitäten anerkennt und gleichzeitig gemeinsame Interessen bedient. Es steht viel auf dem Spiel.”

Die Zeit läuft ab. In wenigen Tagen wird sich zeigen, ob Südafrika den wirtschaftlichen Absturz noch abwenden kann.

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