HomeLifestyleRamaphosas Büffel ziehen in staatlich finanzierte Safari-Lodge

Ramaphosas Büffel ziehen in staatlich finanzierte Safari-Lodge

Eine neue Game Lodge in Limpopo sorgt für Diskussionen – nicht nur wegen der Millionen-Überschreitung, sondern auch wegen prominenter Tierspenden.

Luxus mitten im Dorf

JHM – Die Matsila Game Lodge hat im Januar 2025 ihre Türen geöffnet und sticht sofort ins Auge: Mitten in einem 10.000-Einwohner-Dorf bei Elim entstanden 16 Luxus-Chalets, ein Restaurant und ein Pool. Das Besondere: Die Tiere kommen direkt vom Präsidenten.

Präsident Ramaphosa spendete Büffel und Impalas von seiner Phala Phala Farm, die nun am zentralen Wasserloch neben Giraffen, Zebras und Kudus grasen. Einige der exklusivsten Chalets tragen sogar die Namen von Chief Matsila und Ramaphosa – letzterer eröffnete die Lodge persönlich.

Von 21 auf 40 Millionen – Budget explodiert

Das Projekt startete 2018 bescheiden: Nach einem Brand der ursprünglichen Joe Matsila Guesthouse beantragte der örtliche Matsila Community Development Trust finanzielle Hilfe beim Tourismusministerium. Budget: 21,2 Millionen Rand (rund 1,1 Millionen Euro).

Doch wie so oft bei staatlichen Projekten explodierte der Kostenrahmen. Heute sprechen die Behörden von 39,72 Millionen Rand (etwa 2,1 Millionen Euro) – fast eine Verdopplung. Tatsächlich ausgegeben wurden laut Ministerium 34,5 Millionen Rand (1,8 Millionen Euro).

Die Gründe für die Kostensteigerung klingen vertraut: Regen störte den Bauablauf, der Auftragnehmer hatte Cashflow-Probleme, zusätzliche Arbeiten wie eine Brücke und gepflasterte Parkplätze kamen dazu. Chief Matsila musste sogar eine Million Rand (etwa 52.000 Euro) aus eigener Tasche beisteuern.

Chief mit besten Verbindungen

Hinter dem Projekt steht Chief Livhuwani Matsila, alles andere als ein gewöhnlicher Dorfvorsteher. Er ist Sekretär des ANC-Wahlkomitees in Limpopo und pflegt enge Beziehungen zu Präsident Ramaphosa und anderen Spitzenpolitikern.

Der Trust, den er seit 2007 leitet, hat bereits über 40 Millionen Rand von der National Lottery Commission erhalten. Die königliche Familie Matsila stellte 800 Hektar Gemeinschaftsland für das Tourismusprojekt zur Verfügung.

“Die Hauptvorteile für die Gemeinde sind Arbeitsplätze, da die Arbeitslosigkeit hier sehr hoch ist, besonders unter jungen Menschen”, erklärt Chief Matsila. Die Lodge soll auch als Ausbildungszentrum dienen und lokale Kleinbetriebe unterstützen.

Kritik wegen Transparenz und Nachhaltigkeit

Die Demokratische Allianz (DA) fordert eine umfassende Prüfung aller Tourismusprojekte der letzten zehn Jahre. “Das Ministerium scheint auf einem überflüssigen Weg zu sein und verdoppelt die Ausgaben für dieselben Projekte”, kritisiert die DA-Tourismussprecherin Haseena Ismail.

Die Partei verlangt strengere Transparenzgesetze, unabhängige Überwachung großer Tourismusprojekte und regelmäßige Kontrollen mit konsequentem Management.

Ungewöhnlicher Standort mit Potenzial

Für Touristen, die zum Kruger Nationalpark fahren, bietet die Lodge einen interessanten Zwischenstopp. Das zentrale Wasserloch zieht die gespendeten Tiere magisch an – ein ungewöhnlicher Anblick mitten in einer Dorfgemeinde.

Das Konzept setzt auf Gemeinschaftsbeteiligung: Lokale Restaurants wurden von Dorfbewohnern errichtet, Einheimische arbeiten in Bau und Betrieb. “Es war wichtig, die Gemeinde einzubeziehen, damit ein Gefühl des Eigentums für dieses Tourismuskapital entsteht”, betont Chief Matsila.

Die Matsila Game Lodge zeigt exemplarisch die Herausforderungen staatlich finanzierter Tourismusprojekte in Südafrika: großes Potenzial für Gemeinschaftsentwicklung, aber auch Fragen zu Budgetdisziplin und politischen Verbindungen.

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