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Kapstadt zum dritten Mal beste Stadtverwaltung Südafrikas

Während andere Großstädte im finanziellen Chaos versinken, glänzt die Mutterstadt mit makelloser Buchführung.

Einsame Spitze unter Südafrikas Metropolen

JHM – Kapstadt steht wieder einmal allein da. Zum dritten Jahr in Folge ist die Mutterstadt die einzige südafrikanische Großstadt mit einem tadellosen Prüfungsergebnis. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Generalprüferin Tsakani Maluleke hervor, der die katastrophale Finanzlage der meisten südafrikanischen Kommunen offenlegt.

Von 257 Gemeinden landesweit erhielten nur 41 ein sauberes Prüfungszeugnis. Unter den acht Metropolen steht Kapstadt völlig isoliert da – alle anderen versagten bei den grundlegendsten Buchführungsstandards.

Milliardenschwere Misswirtschaft der Großstädte

Die Zahlen sind erschreckend. Die acht Metropolen verwalten die Hälfte des kommunalen Budgets und versorgen 46 Prozent aller südafrikanischen Haushalte. Trotz ihrer gewaltigen Ressourcen und ihrer Lage in wirtschaftlichen Zentren schaffen sie es nicht, kompetente Fachkräfte anzuziehen oder ordentliche Finanzverwaltung zu betreiben.

Johannesburg, die größte Stadt des Kontinents, konnte nicht einmal qualitative Finanzberichte vorlegen. “Da sollte es keine Schwierigkeit geben, die nötigen Fähigkeiten sicherzustellen”, kritisierte Maluleke scharf.

Seit 2021 haben die Metropolen 33,29 Milliarden Rand (etwa 1,7 Milliarden Euro) durch irreguläre Ausgaben verschwendet. Nur Kapstadt blieb von diesem Desaster verschont.

Warum Kapstadt funktioniert

Was macht Kapstadt anders? Die Stadt zeigt, was möglich ist, wenn Führung und Kontrolle stimmen. Starke interne Kontrollsysteme, regelmäßige Überwachung und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Prüfungsmängeln zeichnen die Verwaltung aus.

Auch Ekurhuleni erhielt Lob für gute Führung, schaffte aber kein sauberes Prüfungsergebnis. Kapstadt hingegen hält seit 2021 konstant die höchsten Standards ein.

Die Generalprüferin warnte allerdings: Ein sauberes Prüfungsergebnis garantiert nicht automatisch exzellente Bürgerdienste. In Kapstadts informellen Siedlungen gibt es weiterhin massive Probleme bei Wohnraum und Lebensqualität.

Das Versagen der anderen

Während Kapstadt glänzt, offenbart der Rest des Landes ein Bild des Verfalls. Gemeinden gaben 1,47 Milliarden Rand (etwa 75 Millionen Euro) für Berater aus, nur um ihre Finanzberichte erstellen zu lassen – und lieferten trotzdem fehlerhafte Dokumente ab.

Buffalo City hatte sechs Jahre und acht Monate lang keinen Chefingenieur für Elektrizität. Andere Städte lassen Auftragnehmer 286 Tage auf ihre Bezahlung warten.

84 Prozent der Gemeinden im Eskom-Schuldenerlass-Programm halten sich nicht an die vereinbarten Bedingungen. Das Ergebnis: Ein Teufelskreis aus Schulden, schlechter Dienstleistung und Vertrauensverlust.

Politische Verantwortung

Maluleke machte auch die Aufsichtsbehörden verantwortlich. Provinzregierungen und das Ministerium für kooperative Verwaltung versäumten es, rechtzeitig einzugreifen. Viele vorgeschriebene Berichte werden gar nicht oder zu spät erstellt.

“Wir müssen jeden Akteur im Verantwortungssystem dazu bringen, seinen Teil zu leisten, sonst können wir den Niedergang der Kommunalverwaltung nicht stoppen”, warnte die Generalprüferin.

Ein Hoffnungsschimmer

Trotz des düsteren Gesamtbilds zeigt Kapstadt, dass gute Verwaltung in Südafrika möglich ist. Die Stadt nutzt ihre soliden Grundlagen bereits für bessere Planung und Bürgerkommunikation.

Für die 46 Prozent der Südafrikaner, die in Metropolen leben, bleibt die Frage: Wann werden ihre Städte dem Vorbild Kapstadts folgen?

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