Gestern in Kapstadt verkündete Ramaphosa die größte Infrastruktur-Offensive seit Jahren – mit Rekordinvestitionen von über 11 Milliarden Euro.
Frische Zahlen vom SIDSSA-Symposium
JHM – Präsident Cyril Ramaphosa nutzte gestern das Ende des dreitägigen Infrastruktursymposiums SIDSSA in Century City, um spektakuläre Zahlen zu verkünden: Über 238 Milliarden Rand (etwa 11,7 Milliarden Euro) an Investitionen hat die Regierung bereits für ihre neue Infrastruktur-Initiative gewonnen. Das Geld fließt in rund 250 Projekte aus den Bereichen Energie, Straßenbau und Wasserversorgung.
“Infrastruktur ist das Schwungrad, das unsere Wirtschaft braucht, um Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen”, erklärte Ramaphosa vor den Symposium-Teilnehmern. Die gut ausgebaute und gepflegte Infrastruktur soll Investoren davon überzeugen, Südafrika als attraktiven Standort zu betrachten.
Ein Jahr Koalition zeigt erste Erfolge
Die Ankündigung erfolgte fast genau ein Jahr nach der Bildung der 10-Parteien-Koalition unter Führung des ANC. Nachdem die Regierungspartei bei den Wahlen im Mai 2024 ihre Parlamentsmehrheit verloren hatte, setzte die neue Allianz Infrastruktur als zentrales Thema ihrer Wirtschaftspolitik.
Der Grund ist klar: Südafrikas Wirtschaft dümpelt seit über einem Jahrzehnt mit durchschnittlich weniger als einem Prozent Wachstum pro Jahr vor sich hin. “Wir werden Südafrika umkrempeln und es zu einer echten Baustelle machen – aber zu einer schönen Baustelle, die alle bewundern können”, versprach Ramaphosa.
Dramatisches Wachstum der Projekte
Die Dimensionen des Vorhabens sind gewaltig – und wachsen rasant. Ramaphosa enthüllte gestern, dass die sogenannten “Strategic Integrated Projects” von ursprünglich 340 Milliarden Rand im Jahr 2020 auf über 1,3 Billionen Rand (etwa 64 Milliarden Euro) in 2025 angewachsen sind. Das Finanzministerium hat bereits 1,03 Billionen Rand für die nächsten drei Jahre bereitgestellt. Doch das ist nur der Anfang. Bis 2030 sollen insgesamt 4,8 Billionen Rand mobilisiert werden: 1,6 Billionen aus öffentlichen Kassen und weitere 3,2 Billionen von privaten Investoren.
Afrika’s größte Volkswirtschaft kämpft mit einem massiven Infrastruktur-Rückstand. Jahre der Unterinvestition und Missmanagement haben tiefe Spuren hinterlassen.
Hürden bleiben bestehen
Trotz der positiven Ankündigungen gibt es weiterhin erhebliche Probleme. Vize-Finanzminister Ashor Sarupen räumte ein, dass private Investoren nur zögerlich einsteigen. Das öffentlich-private Partnerschaftsprogramm sei zu “kompliziert”, außerdem schrecken Korruption und schlechte Regierungsführung viele ab.
“Wir bekommen nicht schnell genug Investitionen”, warnte Sarupen. Das Verhältnis von Investitionen zum Bruttoinlandsprodukt liegt bei nur 15 Prozent – viel zu wenig für nachhaltiges Wachstum.
Die Infrastruktur-Lücke wächst weiter, während die Zeit drängt. Ob Ramaphosas ehrgeiziger Plan tatsächlich das lang ersehnte Wirtschaftswunder auslöst, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.


























































































































