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Ramaphosa bleibt trotz Trumps Völkermord-Vorwürfen gelassen

Südafrikas Präsident lässt sich von einem medienwirksamen Angriff im Oval Office nicht aus der Ruhe bringen und setzt weiter auf Dialog.

Unerwartete Wendung im Weißen Haus

JHM – Was als diplomatischer Neustart geplant war, wurde zu einem globalen Schauspiel. US-Präsident Donald Trump konfrontierte seinen südafrikanischen Amtskollegen Cyril Ramaphosa am Mittwoch vor laufenden Kameras mit unbelegten Völkermord-Vorwürfen. Ramaphosa blieb besonnen – und verließ das Weiße Haus mit der Einschätzung: “Es lief sehr gut.”

Trump ließ mitten im Oval Office die Beleuchtung dimmen und zeigte ein Video mit EFF-Chef Julius Malema, der “Kill the Boer” singt. Dazu blendete er Aufnahmen weißer Grabkreuze ein, die angeblich ermordete weiße Farmer zeigen sollen. “Es ist ein schrecklicher Anblick. So etwas habe ich noch nie gesehen”, behauptete Trump und überreichte Ramaphosa einen Stapel ausgedruckter Artikel.

Faktencheck entlarvt Trumps Behauptungen

Die Realität ist komplexer: Trump zeigte verschiedene Materialien – darunter auch Artikel, bei denen ein AFP-Faktencheck ergab, dass manche der verwendeten Aufnahmen aus Goma in der Demokratischen Republik Kongo stammten. Die weißen Kreuze in der Region Normandien bei Newcastle/Dundee in KwaZulu-Natal sind hingegen real – jedoch handelt es sich um ein Mahnmal für Gewaltopfer, nicht um Gräber. Trumps Erzählung vom systematischen “weißen Genozid” basiert dennoch auf einem Verschwörungsmythos aus rechtsextremen Kreisen, für den es keine Belege gibt.

Ramaphosa fragte ruhig nach: “Hat man Ihnen gesagt, wo das ist, Herr Präsident? Ich würde gerne wissen, wo das ist, denn das habe ich noch nie gesehen.” Er versicherte, der Sache nachzugehen.

Golf-Diplomatie als Eisbrecher

Ramaphosa hatte strategisch klug geplant: Er brachte die südafrikanischen Golf-Ikonen Ernie Els und Retief Goosen mit – zwei von Trumps Lieblingsspielern. Auch Milliardär Johann Rupert und Landwirtschaftsminister John Steenhuisen waren dabei, um die Vorwürfe sachlich zu entkräften.

Die Golf-Diplomatie sollte die Atmosphäre auflockern. Doch Trump blieb bei seiner Position und erklärte, er werde nicht nachgeben, weil “die Welt hören sollte, was passiert”.

Erfolgreiche Punkte trotz Konfrontation

Nicht alles verlief konfliktreich. Beide Seiten lobten die Fortschritte bei der Vermittlung eines Waffenstillstands in der Demokratischen Republik Kongo. “Das ist ein klares Beispiel dafür, wie verantwortungsvolle regionale Führung aussieht”, anerkannte Trump Südafrikas Rolle.

Ramaphosa drängte auf eine Verlängerung des African Growth and Opportunity Act (AGOA), der bald ausläuft. Trump machte keine Zusage, aber südafrikanische Beamte zeigten sich “optimistisch”.

Lunch im Kabinettssaal entspannt die Stimmung

Das dreigängige Arbeitsessen im Kabinettssaal bot einen anderen Rahmen. Ohne Kameras konnten beide Delegationen den Ton wechseln und Gemeinsamkeiten erkunden.

Bei der späteren Pressekonferenz im Ritz-Carlton lächelte Ramaphosa, als er nach dem Menü gefragt wurde: “Normalerweise esse ich keinen Nachtisch, aber er sah gut aus. Ich habe etwas genommen – das Essen war köstlich.”

Zwei verschiedene Führungsstile prallen aufeinander

Das Treffen offenbarte zwei grundverschiedene Ansätze: Trumps transaktionaler Stil nach dem Motto “Stärke zeigen und nie zurückweichen” traf auf Ramaphosas prozeduralen Ansatz, der auf langfristige Stabilität und respektvolle Dialoge setzt.

Ramaphosa zeigte dabei bemerkenswerte Geduld. An einer Stelle reagierte er sogar mit Humor: In Anspielung auf das geschenkte Luxus-Flugzeug der Kataris an Trump sagte er: “Es tut mir leid, dass ich kein Flugzeug für Sie habe.”

Optimismus trotz harter Kanten

Um 14:58 Uhr Ortszeit verließ Ramaphosa das Weiße Haus durch den Nordportikus – bei aufklarendem Himmel. Ein passendes Bild für ein Treffen, das von stürmischen Differenzen geprägt war, aber auch von Bemühungen um einen Neustart.

“Sehr gut”, wiederholte er seine Einschätzung beim Verlassen. “Ja, er hat mich gehört.”

Die Beziehung zwischen den USA und Südafrika basiert nicht auf völliger Übereinstimmung. Aber nach diesem Tag könnte sie mehr auf gegenseitige Anerkennung der Unterschiede aufbauen – und auf die Notwendigkeit, im Gespräch zu bleiben.

Für Südafrika bleibt wichtig: Die USA sind hungrig nach kritischen Mineralien, und Südafrika hat gesunde Reserven. Trump sagte auch nicht, dass er nicht zum G20-Gipfel kommen werde. Seine Beamten nehmen an allen Gesprächen teil.

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3 COMMENTS

  1. Ramaphosa weiss doch gar nicht was in seinem eigenen Land an geht! Die Morde finden statt und Apartheid gibt es weiterhin – nur halt anders herum.
    Auf kleinen Leuten wird rum gehauen, die grossen kommen davon!

  2. Wo kommt ihr dran das die kreuze in Congo sind, sie waren in Normandien, in der richtung NEw Castle/Dundee in Natal, Sud Afrika, ihr idiotischen Median, die so leicht fertig einfach losschreiben, schaemt euch ihr Zicken…Cyril Pinochio Rampoesa/ Fragt mit grinzen, Herr President Trump, weisst du wo das ist, In dein eignes land du Idiot – hat trump nur nicht gesagt weil er manieren hat, Ich werde mal ausfinden wo das ist, es gibt nicht nur einen platz, sondern 4 wo schon mehr als 3000 kreuze ausgelegt wurden, es gibt sogar eine mauer in der NAMPO Messe mit jedem Farmer der ermordet wurde in jedes Kanton,,, so bitte ihr falschen medien, bewegt euch mal, und versucht mal die wahrheit zu verkunden, al ist es auch nur fur 1e stunde

  3. Danke für Ihren Hinweis. Sie haben recht – die weißen Kreuze in der Region Normandien bei Newcastle/Dundee existieren tatsächlich in Südafrika als Mahnmal. Wir haben unseren Artikel entsprechend korrigiert und präzisiert.
    Der AFP-Faktencheck, auf den wir uns bezogen haben, betraf andere von Trump verwendete Materialien, nicht diese spezifischen Kreuze. Hier ist wichtig zu differenzieren zwischen den verschiedenen Elementen seiner Präsentation.
    Wir nehmen solche Korrekturen ernst und sind dankbar für präzise Hinweise unserer Leser. Gleichzeitig bleibt unsere Einschätzung bestehen, dass Trumps Behauptung eines systematischen “Genozids” durch Fakten nicht gestützt wird – auch wenn Gewalt gegen Farmer, wie gegen andere Bevölkerungsgruppen, ein reales Problem darstellt.
    Für weitere konkrete Informationen oder Belege sind wir jederzeit offen. Gleichzeitig bitten wir um einen respektvollen Umgangston in der Diskussion. Sachliche Kritik und Ergänzungen sind immer willkommen.

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