HomeWirtschaftSüdafrikas Energiekrise kehrt zurück: Eskom führt wieder Stromabschaltungen ein

Südafrikas Energiekrise kehrt zurück: Eskom führt wieder Stromabschaltungen ein

Der südafrikanische Stromversorger Eskom hat überraschend neue Stromabschaltungen angekündigt – trotz früherer Versprechen, den Winter ohne Engpässe zu überstehen.

JHM – Ab heute Nachmittag müssen Südafrikaner wieder mit geplanten Stromausfällen rechnen. Eskom hat die Einführung von Stufe-2-Lastabwürfen während der abendlichen Spitzenzeiten verkündet – ein herber Rückschlag für Millionen Bürger und Unternehmen.

Technische Probleme häufen sich

Die Stromabschaltungen beginnen heute um 16:00 Uhr und dauern bis 22:00 Uhr. In diesem Zeitfenster – jeweils von 16:00 bis 22:00 Uhr – wird der Strom auch an den Folgetagen bis einschließlich Donnerstag (15. Mai) abgeschaltet. Als Hauptgrund nennt Eskom Verzögerungen bei der geplanten Wartung mehrerer Kraftwerkseinheiten. Insgesamt fehlen dadurch 3.120 Megawatt an Kapazität im südafrikanischen Stromnetz.

Zusätzlich verschärft wird die Situation durch ungeplante Ausfälle von Kraftwerksblöcken in den letzten 24 Stunden, die weitere 1.385 Megawatt Kapazität kosten. Der gesamte ungeplante Kapazitätsverlust überschreitet damit vorübergehend 13.000 Megawatt – eine enorme Lücke in der Stromversorgung.

Widerspruch zu früheren Ankündigungen

Besonders bitter: Noch vor kurzem hatte Eskom verkündet, dass im Winter 2025 keine Stromabschaltungen zu erwarten seien. Diese optimistische Prognose wurde nun von der Realität eingeholt. Experten hatten bereits zuvor Zweifel an den ambitionierten Plänen des Versorgers angemeldet.

Führungsspitze verspricht Besserung

Der Vorstandsvorsitzende Dan Marokane betont, dass das neue “Operational Excellence Programme” des Unternehmens der Schlüssel zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit sei: “Wir sind entschlossen, auf den bereits erzielten Fortschritten aufzubauen. Die Verzögerungen bei der Rückkehr der Kraftwerksblöcke werden von der Führungsebene mit höchster Dringlichkeit behandelt.”

Eskom entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und versicherte, dass das Unternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen “fest entschlossen bleibt, zuverlässig Strom zu liefern”. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Häufigkeit von Stromabschaltungen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen sei – ein schwacher Trost für die betroffenen Bürger.

Für die südafrikanische Wirtschaft, die unter einer Arbeitslosenquote von über 30 Prozent und schwachem Wachstum leidet, kommen die erneuten Stromabschaltungen zur Unzeit. Experten schätzen, dass jeder Tag mit Stromausfällen die südafrikanische Wirtschaft umgerechnet rund 20 Millionen Euro (etwa 400 Millionen Rand) kostet.

Stadt Kapstadt bleibt verschont

Gute Nachrichten gibt es hingegen für die Bewohner der Metropole Kapstadt. Wie soeben bekannt wurde, sollen die Stromabschaltungen die Hauptstadt der Westkap-Provinz nicht betreffen. “No loadshedding for the City of Cape Town” lautet die Mitteilung der Stadtverwaltung. Kapstadt hatte in den vergangenen Jahren massiv in eigene Energieerzeugungskapazitäten und unabhängige Strominfrastruktur investiert, um sich von Eskoms kriselndem Netz abzukoppeln – eine Strategie, die sich nun für die Einwohner auszahlt.

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