Wegweisendes Forschungsprojekt HyREC2A verbindet Bayern und Südafrika im Kampf gegen Klimawandel und soziale Ungleichheit durch innovative Energie-, Wasser- und Nahrungsmittelkonzepte.
PM – In Zeiten globaler Klimakrisen und zunehmender Ressourcenknappheit setzt ein ambitioniertes deutsch-südafrikanisches Kooperationsprojekt neue Maßstäbe im nachhaltigen Ressourcenmanagement. Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) und die renommierte Stellenbosch University (SU) haben Ende März ihre Kräfte im Forschungsprojekt HyREC2A gebündelt, um die drängendsten Herausforderungen der südafrikanischen Provinz Westkap anzugehen.
Die Region Westkap, bekannt für ihre landschaftliche Schönheit und ihre Weinanbaugebiete, kämpft seit Jahren mit den Folgen des Klimawandels. Extreme Dürreperioden, wie die verheerende Wasserkrise 2018, bei der Kapstadt nur knapp dem “Day Zero” – dem kompletten Versiegen der Wasserversorgung – entging, haben die Verletzlichkeit der Region offenbart. Gleichzeitig leidet Südafrika unter massiver sozialer Ungleichheit und wiederkehrenden Energieengpässen mit stundenlangen Stromausfällen, lokal als “Load Shedding” bezeichnet.
An genau dieser Schnittstelle setzt das auf drei Jahre angelegte Projekt an. “HyREC2A steht für ‘Hybrid Renewable Energy – Collaborative Climate Action’ und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Bewältigung der komplexen Herausforderungen”, erklärt Prof. Dr. Tobias Bader vom European Campus Rottal-Inn der TH Deggendorf, der die deutsche Projektleitung innehat.
Der innovative Kern des Projekts liegt im sogenannten “Water-Energy-Food-Nexus” (WEF-Nexus), einem Konzept, das die untrennbare Verbindung zwischen Wasser-, Energie- und Nahrungsmittelversorgung berücksichtigt. “Statt diese Bereiche isoliert zu betrachten, entwickeln wir integrierte Lösungen, die Synergieeffekte nutzen und Ressourcenkonflikte vermeiden”, erläutert Prof. Cristina Trois von der Stellenbosch University, die das Projekt auf südafrikanischer Seite leitet.
Beim Kick-off-Meeting Ende März am Zentrum für Erneuerbare und Nachhaltige Energien in Stellenbosch legten die Projektteams den Grundstein für die kommenden drei Jahre. Neben Professor Bader reisten aus Deutschland die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Nora Li Gebhardt und Jessica Ohnesorg an. Sie trafen auf ihre südafrikanischen Kollegen, darunter Prof. Trois und Dr. Andrea Dell’Orto, sowie den Dekan der Stellenbosch University, Prof. Wikus Van Niekerk.
Die Zusammenarbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Forschung. Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Bildung eines nachhaltigen Netzwerks zwischen Bayern und Südafrika. Studenten beider Länder werden in einem gemeinsamen virtuellen Vorlesungsmodul zusammenarbeiten und praxisnahe Erfahrungen sammeln. “Durch die enge Einbindung der Industrie bereiten wir die nächste Generation auf die Herausforderungen der Zukunft vor”, betont Bader.
Die Bayerische Staatskanzlei fördert das Projekt finanziell und unterstreicht damit die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel. “HyREC2A ist ein Paradebeispiel dafür, wie globale Herausforderungen durch lokale, aber international vernetzte Lösungsansätze bewältigt werden können”, so ein Sprecher der Staatskanzlei.
Erste Ergebnisse des Projekts werden für Anfang nächsten Jahres erwartet. Interessierte können den Fortschritt des Projekts unter th-deg.de/hyrec2a verfolgen.


























































































































