Nach sechsjähriger Pause treffen sich die Spitzen der Europäischen Union und Südafrikas zu einem wegweisenden Gipfel in Kapstadt. Im Mittelpunkt: ein milliardenschweres Investitionspaket und die Stärkung der Handelsbeziehungen.
PM – Die geopolitischen Verschiebungen der letzten Jahre haben die Bedeutung stabiler internationaler Partnerschaften deutlich gemacht. Vor diesem Hintergrund reist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Kapstadt, um dort am 13. März den achten bilateralen Gipfel zwischen der Europäischen Union und Südafrika zu eröffnen. Es ist das erste Treffen dieser Art seit 2018.
“Die geopolitische Landschaft ist im Wandel. Daher braucht es starke Partnerschaften mehr denn je”, betonte von der Leyen im Vorfeld des Gipfels. Ihr Ziel sei klar: die Stärkung der “einzigartigen Beziehungen mit Südafrika in allen Bereichen” – vom Handel über kritische Rohstoffe bis hin zu sauberer Energie.
Milliardenschweres Investitionspaket geplant
Im Mittelpunkt des Gipfels steht ein umfangreiches “Global-Gateway-Investitionspaket”, das die EU-Kommissionspräsidentin während ihres Besuchs ankündigen wird. Dieses Paket soll durch eine Kombination aus Finanzhilfen sowie öffentlichen und privaten Darlehen europäischer und lokaler Finanzinstitute gefördert werden.
Die Investitionen konzentrieren sich auf drei Hauptbereiche:
- Energiewende: Förderung von Projekten für grünen Wasserstoff, lokale Verarbeitung kritischer Mineralien sowie Entwicklung lokaler Kompetenzen für eine grüne Wirtschaft.
- Infrastruktur: Ausbau von Verkehrskorridoren, einschließlich Eisenbahnen und Häfen, Förderung grüner Logistik und Erweiterung der digitalen Infrastruktur durch Glasfasernetze und 5G-Technologie.
- Gesundheit: Stärkung der südafrikanischen Produktionskapazitäten für Impfstoffe und Ausbau der pharmazeutischen Wertschöpfungsketten.
Wirtschaftliche Verflechtungen vertiefen
Die EU ist bereits Südafrikas wichtigster Handelspartner und größter ausländischer Investor. Europäische Investitionen machen rund 47 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen in Südafrika aus, was etwa 59 Milliarden Euro entspricht. Diese wirtschaftliche Verflechtung soll durch den Gipfel weiter ausgebaut werden.
“Europa schätzt seine Partnerschaft mit Südafrika, genau wie ich meine Freundschaft mit Präsident Ramaphosa schätze”, erklärte von der Leyen. “Südafrika kann auf Europa zählen. Und ich weiß, dass Europa auf Südafrika zählen kann.”
Forschungskooperation im Gesundheitsbereich
Neben den wirtschaftlichen Aspekten wird während des Gipfels auch eine bedeutende Forschungskooperation vereinbart. Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission und die südafrikanische Forschungsinfrastruktur für Nuklearmedizin (NuMeRI) werden eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Diese soll südafrikanische Krankenhäuser dabei unterstützen, Krebserkrankungen schneller zu erkennen und zu behandeln.
Lange Tradition der Zusammenarbeit
Die EU und Südafrika verbindet eine starke und konstruktive internationale Partnerschaft, die bis zum Beginn der südafrikanischen Demokratie im Jahr 1994 zurückreicht. Seit 2007 besteht eine strategische Partnerschaft, die die bilateralen Beziehungen in allen Sektoren fördert.
Die EU-Mittel für Südafrika belaufen sich auf insgesamt über 3 Milliarden Euro (etwa 58 Milliarden Rand). Diese Unterstützung deckt zahlreiche Bereiche ab – von Energie, Bildung und Förderung der Zivilgesellschaft über Arbeitsmarktprogramme und Gesundheit bis hin zu Forschung und Entwicklung.
Der Gipfel in Kapstadt dient zudem der Vorbereitung des diesjährigen EU-Afrika-Gipfels und unterstützt Südafrikas G20-Vorsitz. Beide Seiten wollen die Handels- und Investitionsbeziehungen auf Basis gemeinsamer Interessen an nachhaltigen Technologien und Lieferketten weiter ausbauen.


























































































































