Die südafrikanische Stromversorgung bleibt weiterhin fragil. Trotz jüngster Fortschritte warnt der CEO des Energieversorgers Eskom, dass das Land noch nicht über den Berg ist.
JHM – In einer Anhörung vor dem parlamentarischen Ausschuss für öffentliche Finanzen (Scopa) hat Eskom-CEO Dan Marokane klargestellt, dass Südafrika noch einen längeren Weg vor sich hat, bevor die landesweiten Stromabschaltungen dauerhaft der Vergangenheit angehören werden. Marokane, der seit März 2023 an der Spitze des angeschlagenen Energieversorgers steht, nannte zwei entscheidende Bedingungen für eine nachhaltige Lösung der Energiekrise.
“Wir sind noch nicht über den Berg”, betonte Marokane mehrfach während der Anhörung am vergangenen Donnerstag. Diese vorsichtige Haltung steht im Kontrast zu der Tatsache, dass Südafrika im vergangenen Jahr 311 Tage ohne Loadshedding erlebt hat – ein bemerkenswerter Fortschritt nach Jahren chronischer Stromknappheit.
Die erste Voraussetzung für ein Ende der Krise sei die Erreichung und zuverlässige Aufrechterhaltung eines Energieverfügbarkeitsfaktors (EAF) von 70 Prozent. Als Marokane im April 2023 mit seinem Team einen zweijährigen Sanierungsplan für die Erzeugungskapazitäten aufstellte, lag dieser Faktor bei nur 55 Prozent. Der Plan sieht vor, bis April 2025 die angestrebten 70 Prozent zu erreichen.
Die zweite zentrale Bedingung ist laut Marokane der Aufbau zusätzlicher Erzeugungskapazitäten von etwa 2.500 Megawatt, um Ausfälle besser abfedern zu können. Diese zusätzliche Kapazität soll durch die Wiederinbetriebnahme mehrerer Kraftwerksblöcke erreicht werden: Koeberg-Einheit 2, Kusile-Einheit 6 (die innerhalb der nächsten zwei Wochen ans Netz gehen soll) und Medupi-Einheit 4, die vor drei Jahren beschädigt wurde.
Die Notwendigkeit dieser Puffer wurde erst kürzlich deutlich, als das Land überraschend wieder mit Lastabschaltungen der Stufe 6 konfrontiert wurde. Die stellvertretende Ministerin für Elektrizität und Energie, Samantha Graham, erklärte dazu: “Trotz aller Verschwörungstheorien und Spekulationen war der Grund für die plötzlichen Stromabschaltungen, dass Eskoms umfangreiche Wartungsarbeiten sehr wenig Spielraum lassen, wenn etwas schiefgeht.”
Kritiker haben Eskom vorgeworfen, die Öffentlichkeit über den tatsächlichen Zustand des Stromnetzes getäuscht zu haben. Das südafrikanische Nachrichtenportal “Daily Maverick” berichtete kürzlich über die scheinbare Diskrepanz zwischen Eskoms öffentlicher Kommunikation und den tatsächlichen Betriebsdaten.
Marokane gab sich jedoch zuversichtlich, dass nach Abschluss des aktuellen “Zyklus intensiver Wartungsarbeiten” und mit der Rückkehr mehrerer Kraftwerkseinheiten ans Netz ab Ende März wieder ein “Komfortniveau” erreicht werde, das dem Land eine längere Phase ohne Stromabschaltungen ermöglichen könnte.
“Wir wagen es nicht zu behaupten, dass wir bereits am Ziel sind”, schloss der Eskom-Chef seine Ausführungen vor dem Parlamentsausschuss.


























































































































