In einem mit Spannung erwarteten Schritt hat die südafrikanische Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent gesenkt. Die Entscheidung spiegelt das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Unterstützung und Inflationsbekämpfung wider.
JHM – Notenbankchef Lesetja Kganyalo begründete die einstimmige Entscheidung mit der aktuellen Wirtschaftslage. “Wir bewegen uns in einem unsicheren Umfeld, das Vorsicht gebietet”, erklärte er bei der Pressekonferenz in Pretoria. Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA und Großbritannien hätten die Erwartungen übertroffen.
Besonders erfreulich für die südafrikanische Wirtschaft: Der Schritt senkt auch den Prime Lending Rate, den Leitzins für Geschäftsbanken, auf 11,25 Prozent. Dies macht Kredite für Unternehmen und Privatpersonen erschwinglicher.
Die Inflationsrate in Südafrika ist im Oktober überraschend stark auf 2,8 Prozent gefallen – den niedrigsten Stand seit Juni 2020. Dennoch mahnt die Zentralbank zur Vorsicht. “Der Desinflationsprozess verläuft holprig”, betonte Kganyalo.
Immobilienexperten erwarten nun positive Impulse für den Wohnungsmarkt. “Die Zinssenkung könnte eine Welle von Immobilienkäufen auslösen”, prognostiziert Chante Venter von der Tech-Firma Wise Move. Besonders Erstkäufer könnten von den günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren.
Allerdings bleibt die mittelfristige Perspektive unsicher. Der südafrikanische Rand hat seit den US-Präsidentschaftswahlen an Wert verloren und notiert über 18 Rand zum Dollar. Zudem warnt die Zentralbank vor steigenden Preisen für Lebensmittel, Strom und Wasser.
Analysten rechnen mit weiteren Zinssenkungen im kommenden Jahr. Die nächste Zinsentscheidung steht am 30. Januar 2025 an. Bis dahin wird die Notenbank die globale Wirtschaftsentwicklung genau im Auge behalten.


























































































































