HomeWirtschaftSüdafrika atmet auf: Stromkrise überwunden, neue Herausforderungen warten

Südafrika atmet auf: Stromkrise überwunden, neue Herausforderungen warten

In einer überraschenden Wende hat Südafrika die lähmende Stromkrise weitgehend gemeistert. Nun rücken neue Prioritäten in den Fokus der Regierung und Wirtschaftsführer.

JHM – Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: 140 Tage ohne Stromausfälle in diesem Jahr. Für viele Südafrikaner war das lange undenkbar. Doch die Zahlen sprechen für sich. Die Energieverfügbarkeit liegt aktuell bei über 60 Prozent und strebt die 70-Prozent-Marke an.

Präsident Cyril Ramaphosa verkündete diese erfreuliche Entwicklung am Dienstag bei einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern und führenden Wirtschaftsvertretern. Der Erfolg ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Regierung, dem staatlichen Energieversorger Eskom und privaten Investoren.

“Wir haben über 6.000 Megawatt neue Energieerzeugung ans Netz gebracht”, erklärte Ramaphosa stolz. Ermöglicht wurde dies durch massive Investitionen: 57 Unternehmen stellten technische Unterstützung für fünf Kraftwerke bereit.

Energieminister Kgosientsho Ramokgopa dämpfte jedoch allzu große Euphorie. “Es ist noch zu früh, um Stromausfälle für beendet zu erklären”, sagte er vorsichtig. “Aber wir sind nahe dran.”

Trotz der Fortschritte stehen dem Land neue Herausforderungen bevor. Steigende Stromkosten, marode kommunale Versorgungsunternehmen und ein überlastetes Stromnetz bereiten Kopfzerbrechen. Auch die komplexe Marktreform und stockende Investitionen in neue Energieerzeugung stehen auf der Agenda.

Das Nationale Energiekomitee (Necom) wird sich nun verstärkt diesen Themen widmen. “In den nächsten 5-10 Jahren sind erhebliche Investitionen für die Energiesektorreform erforderlich”, betonte ein Regierungssprecher.

Parallel dazu arbeiten Regierung und Wirtschaft an weiteren Brennpunkten. Der Logistiksektor, insbesondere das staatliche Unternehmen Transnet, benötigt dringend Verbesserungen. Auch im Kampf gegen Kriminalität und Korruption setzt man auf die Partnerschaft mit der Privatwirtschaft.

Adrian Gore, Mitorganisator der Wirtschaftsdelegation, zeigte sich optimistisch: “Mit anhaltendem Schwung können wir bis 2030 ein BIP-Wachstum von 3-5% erreichen.” Für viele Südafrikaner klingt das nach einem Licht am Ende eines langen, dunklen Tunnels.

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