Saturday, April 20, 2024
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Verstärkter Wilderei-Anstieg in Südafrika: Fast 500 Nashörner getötet

Trotz staatlicher Bemühungen stieg die Zahl der von Wilderern getöteten Nashörner in Südafrika im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf fast 500.

JHM – Die bedrohliche Zunahme der Nashorn-Wilderei in Südafrika hat alarmierende Ausmaße erreicht, wie aus aktuellen Berichten des Umweltministeriums hervorgeht. Im Jahr 2023 wurden fast 500 Nashörner von Wilderern getötet, was einem Anstieg von 11 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Trotz der Bemühungen der Regierung, den illegalen Handel mit Hörnern einzudämmen, scheint die Lage sich weiter zu verschärfen.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die meisten dieser Tiere in staatlichen Parks ihr Leben verloren haben. Die östliche Provinz KwaZulu-Natal verzeichnete die höchsten Verluste, wobei allein der Hluhluwe–Imfolozi-Park, der älteste Park Afrikas, 307 Tiere einbüßte. “Dies ist der höchste Verlust durch Wilderei in dieser Provinz”, kommentierte Umweltministerin Barbara Creecy besorgt.

Trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere im berühmten Krüger-Nationalpark, der an Mosambik grenzt und in den letzten 15 Jahren einen drastischen Rückgang seiner Nashornpopulation verzeichnete, scheinen die Bemühungen nicht auszureichen. Die Zahl der getöteten Nashörner im Krüger-Nationalpark ging zwar im Vergleich zu 2022 um 37 Prozent zurück, doch haben sich die Wilderer vermehrt auf regionale und private Reservate wie Hluhluwe–Imfolozi verlagert.

Die Gesetzeshüter konnten im vergangenen Jahr 49 mutmaßliche Wilderer in KwaZulu-Natal festnehmen. Es wurden 45 Wilderer und Hörner-Schmuggler vor Gericht verurteilt. Darunter war auch ein ehemaliger Wildhüter, der zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er ein Nashorn getötet hatte, das – wie er später behauptete -, ihn angegriffen hätte.

Um dem möglichen Problem der Komplizenschaft von Mitarbeitern mit den Wilderern entgegenzuwirken, hat die nationale Parkbehörde seit 2023 eine Lügendetektortest-Pflicht für neue Mitarbeiter eingeführt.

Nashornhörner sind auf dem Schwarzmarkt äußerst begehrt und erreichen Preise pro Gewichtseinheit, die mit Gold und Kokain konkurrieren. Dennoch verkündete die Internationale Naturschutzunion (IUCN) im September letzten Jahres, dass dank der Naturschutzmaßnahmen die Nashornzahlen in Afrika gestiegen seien. Fast 23.300 Exemplare wurden bis Ende 2022 gezählt, was einem Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber 2021 entspricht. Doch trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Lage kritisch, solange die Wilderei-Krise anhält.

Jeff Cooke vom World Wildlife Fund äußerte sich besorgt über den Anstieg der Tötungen in Südafrikas KwaZulu-Natal und bezeichnete ihn als “äußerst bedenklich”. Die Nashornpopulation mag sich zwar erholt haben, aber solange die Wilderei ungebremst weitergeht, bleiben diese Fortschritte fragil.

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