Sunday, April 14, 2024
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mRNA-Technologiezentrum in Südafrika eröffnet

Die Impfstoffentwicklung und -produktion in Afrika ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Heute wurde in Kapstadt ein mRNA-Technologiezentrum, der sogenannte mRNA-Hub, offiziell von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eröffnet. Der Hub entwickelt mRNA-Impfstofftechnologie und wird diese an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen weitergeben.

PM – Das Forschungs- und Trainingszentrum wird von der WHO und dem Medicines Patent Pool aufgebaut und unter anderem vom Bundesentwicklungsministerium unterstützt. Ziel ist, dass Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen schneller auf Epidemien und Pandemien reagieren können und perspektivisch auch eigene Impfstoffe für Krankheiten wie etwa Aids, Malaria oder Tuberkulose auf Basis der mRNA-Technologie herstellen können.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Nur ein Prozent der in Afrika verwendeten Impfstoffe werden auch dort hergestellt. Das ist nicht fair und nicht nachhaltig. Es ist eine der Lehren der Coronapandemie, dass diese massive Ungleichheit der Welt nicht guttut. Die Eröffnung des mRNA-Technologiezentrums in Südafrika ist ein wichtiger Schritt, um den afrikanischen Kontinent mit hochwertigen Impfstoffen made in Africa zu versorgen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Covid-19. Eine lokale Impfstoffproduktion ist eine gute Versicherung gegen künftige Pandemien und kann auch helfen, andere Krankheiten wie Malaria zu bekämpfen.“

Das mRNA-Technologiezentrum in Südafrika hat sich zum Ziel gesetzt, mit 15 Partnern weltweit Produktionskapazitäten für mRNA-Impfstoffe in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen aufzubauen. Es besteht aus einem Konsortium mit dem Biotechnologieunternehmen Afrigen und dem South African Medical Research Council. Die Produktion in Südafrika wird der Impfstoffhersteller Biovac aufbauen. Zudem gehören weitere 14 Unternehmen weltweit zum Konsortium, um die Produktion auch in weiteren Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika aufzubauen.

Der mRNA-Hub entstand aus dem mRNA-Technologietransferprogramm der WHO und des Medicines Patent Pools als eine langfristige Antwort der internationalen Gemeinschaft auf den ungleichen Zugang zu mRNA-basierten Impfstoffen während der Covid-19-Pandemie. Im Rahmen des Programms hat Afrigen anhand öffentlich zugänglicher Informationen bereits den eigenen mRNA-Impfstoffkandidaten „AfriVac 2121“ entwickelt. Das technische Know-how zur mRNA-Technologie wird mit dem Netzwerk der 15 Unternehmen weltweit geteilt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit des Hubs ist der Aufbau eines globalen Netzwerks zum Wissens- und Erfahrungsaustausch für die Verbesserung der mRNA-Impfstofftechnologie und deren Anwendung auf weitere Krankheiten. Damit entsteht ein großes Potenzial zur Bekämpfung von Krankheiten, die in Afrika weit verbreitet sind.

Die Bundesregierung unterstützt den mRNA-Hub mit 5,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), beispielsweise bei der Analyse der geistigen Eigentumsrechte, von Märkten und nachhaltigen Geschäftsmodellen von Partnerunternehmen sowie bei der Finanzierung von präklinischen Studien.

Darüber hinaus umfasst die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika auch die direkte Unterstützung von Afrigen und Biovac und die Stärkung der südafrikanischen Regulierungsbehörde für Medizinprodukte (SAPHRA), was auch der Arbeit des Hubs insgesamt zugutekommen wird.

Insgesamt unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Aufbau der Impfstoff- und Pharmaproduktion in Afrika mit 550 Millionen Euro. Dabei geht es insbesondere darum, die Rahmenbedingungen für die Impfstoff- und Pharmaproduktion in Afrika zu stärken. Dazu zählen die Aus- und Fortbildung von Fachkräften, die Förderung von Wissens- und Technologie-Transfer sowie die Stärkung von Regulierungsbehörden.

Die Zusammenarbeit findet vor allem mit der Afrikanischen Union und ihrer Impfstoffproduktionsinitiative „PAVM“ sowie in den Partnerländern Ghana, Ruanda, Senegal und Südafrika statt.

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