Thursday, July 25, 2024
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Auswandern nach Südafrika. Silke Rylands erzählt ihre Geschichte

Silke Rylands ist 34 Jahre alt, Deutsche und vor 2 Jahren nach Südafrika ausgewandert. Derzeit wohnt sie noch in Johannesburg und wird im April nach Kapstadt umziehen. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Silke Rylands – Ich war 2014 zunächst für ½ Jahr für meinen alten Arbeitgeber am Standort Johannesburg. Zunächst war es ein kleines Drama meine intra-company work permit zu bekommen. Ich musste 2x meinen Flug verschieben, weil das Konsulat sich Zeit gelassen hat und nicht bereit war mir eine Auskunft zu geben. Ich habe fast 4 Monate auf mein Visum gewartet. Dann habe ich mich an den die deutsche Botschaft in Pretoria gewandt. Die waren super flott und hilfreich.

Damals gab es ganz viele Probleme mit nicht ausgestellten oder verzögerten Visa. Es gab dann ein Krisenmeeting zwischen den beiden Botschaftern. Aber nachdem ich die deutsche Botschaft hier eingeschaltet habe, lag das Visum nach 2 Tagen in meinem Briefkasten. In dieser Zeit verliebte ich mich. Anschließend führten wir eine Fernbeziehung zwischen Südafrika und Deutschland. Im August 2015 haben wir dann schon geheiratet und ich zog im Februar 2016 nach Johannesburg. Im Juni 2017 kam unser Sohn zur Welt. Liebe über 2 Kontinente mit Widerstand der Familie, recht schnelle Heirat, verschiedene Sprache, Religion und Hautfarbe…

Man kann sich denken, dass es nicht langweilig wurde.

Eigentlich war es mein Plan hier, wie in Deutschland zuvor auch, eine Festanstellung zu finden. Das hat sich aber überraschenderweise eher schwierig gestaltet. Oftmals habe ich innerhalb von 2 Minuten nach Absenden einer Bewerbung eine Absage erhalten. Das ist natürlich recht frustrierend, zumal ich dachte als gut qualifizierte Deutsche sollte ich kein Problem haben einen Job zu finden. Auf der anderen Seite kann ich aber natürlich auch verstehen, dass bei der hohen Arbeitslosigkeit, die in Südafrika leider vorherrscht, Einheimische bevorzugt werden. Zudem war das Thema work permit mal wieder präsent. Ich hatte nur mein spousal visa ohne work permit.

Mit der Zeit stellte ich aber auch fest, dass ein „normaler“ 8 bis 5 Job, bei dem ich für jemand anderes arbeite, eigentlich gar nicht ist, was ich will. Also belegte ich einen Kurs an der Uni in SMME Management – Gründung und Management von kleinen Unternehmen. Und dann begann ich meine kleine Idee in die Tat umzusetzen und gründete hier in Südafrika eine Firma – die Arts of Africa Pty Ltd. Natürlich lief das auch nicht ohne Probleme und Verzögerungen. Keine work permit ohne Firma, keine Firma ohne Bankkonto, Bankkonto nur mit work permit.

Mein Mann ist zum Glück Südafrikaner und konnte mir dann zwischendurch helfen und hat zunächst z.B. das Bankkonto in seinem Namen eröffnet und war kurzzeitig Direktor meiner Firma. Dann mussten wir das alles wieder umändern auf meinen Namen. Ich kaufe Gemälde (handgemalte Unikate) von einheimischen Künstlern auf lokalen Märkten zu fairen Preisen ein, verpacke und versende diese an ein Lager in Deutschland und verkaufe sie online. Viele meiner Bekannten sagten mit, sie würden gerne eines dieser Bilder kaufen, aber der Transport im Flugzeug ist nicht besonders praktisch. Wer also original südafrikanische Gemälde ganz bequem nach Hause bestellen möchte kann gerne auf meiner Webseite www.arts-of-africa.de vorbeischauen. Ich biete auch einen Auftragsservice, falls jemand ein spezielles Motiv, Größe oder Stil haben möchte. Dann setze ich mich mit meinen befreundeten Künstlern in Verbindung, um den Kunden genau das Bild zu liefern, das er sich wünscht.

Zudem engagiere ich mich für ein Kinderheim hier in Johannesburg. Derzeit beherbergt Hugh‘s Haven 17 Kinder im Alter von 1 – 8 Jahren. Die Kinder sind entweder verwaist oder die Eltern können sich aus gesundheitlichen und/oder finanziellen Gründen nicht um sie kümmern. Das Schicksal der Kleinen ist wirklich erschütternd. Da es sich um ein kleines Heim handelt, sehe ich auch direkt den Effekt, den meine Unterstützung ausmacht. Ich versuche Spender für das Heim zu akquirieren, erledige Organisatorisches wie die neue Registrierung als Non-Profit Organisation und helfe aus wo ich kann.

Mein größtes Erfolgserlebnis bei der Unterstützung des Heims war es bisher ein neues zu Hause für die Kinder gefunden zu haben. Sie wohnen nun in einer sicheren Gegend, in einem größeren, hellen Haus mit Garten, das mit Hilfe einer Spende komplett renoviert werden konnte und müssen keine Miete zahlen. Ich habe 2 weitere Hauptziele für das Heim: genügend regelmäßige Spender finden, damit die laufenden Kosten gedeckt sind und alles in die Wege leiten, damit die Kinder zur Schule gehen können.

Derzeit tüftele ich an einer weiteren Idee. Ich möchte gerne meine eigene Charity Organisation gründen. Geplant ist es nicht nur eine feste Einrichtung wie z.B. das Kinderheim zu unterstützen, sondern breiter gefächert. Dies sind Projekte, die ich ins Auge gefasst habe:

•    Spender für Schulgelder finden (Paten)
•    Nachmittagsbetreuung in sozial schwacher Gegend
•    Essen kochen und verteilen
•    Medizin, Kleidung, Spielzeug etc. sammeln und an Bedürftige verteilen
•    Sportaktivitäten anbieten
•    Fun Days für Kids im Township organisieren
•    Skills Training für Teenager und junge Frauen

Natürlich ist all dies nur mit Unterstützung von Spendern möglich. Falls jemand Interesse daran hat und gerne spenden möchte (oder in Kapstadt lebt und mit anpacken möchte) meldet Euch bitte. Ich stehe jederzeit für alle Fragen zur Verfügung. Es wär wirklich toll, wenn wir zusammen das leben einiger Menschen positiv verändern würden. silke.rylands@arts-of-africa.de

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