Saturday, April 20, 2024
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Geheimnisvolle Lichtzeichen: Südafrikas Leuchttürme

Durch seine besondere Lage zwischen zwei Ozeanen kann Südafrika auf eine lange Geschichte der Seefahrt zurückblicken. Zahlreiche Leuchttürme zeugen davon und selbst heute noch weisen einige der markanten Türme Schiffen den Weg. Touristen können in den Leuchttürmen übernachten, essen und sogar heiraten.

KPRN – Leuchttürme vermitteln eine romantische Vorstellung von Einsamkeit und Fernweh. Ihnen haftet eine ganz eigene Atmosphäre an, die viele Reisende fasziniert. In Südafrika gibt es zahlreiche historische, aber auch aktive Leuchttürme in spektakulärer Lage, die Besuchern aus aller Welt offen stehen.
 
An der West Coast Peninsula lohnt sich ein Besuch des Cape Columbine Lighthouse. Der 1936 erbaute Leuchtturm gilt als der letzte bemannte in Südafrika. Wie ein Wächter thront der Leuchtturm über dem verträumten Fischerdorf Paternoster. Im Columbine Nature Reserve gelegen, ist er ein beliebtes Ausflugsziel zum Picknicken. Besucher können im Leuchtturm übernachten und seine ganze Faszination in der Nacht erleben, wenn er seinen Lichtstrahl über den Ozean schickt. Der Leuchtturm besitzt einen Veranstaltungsraum, der für Hochzeiten und andere Feiern genutzt werden kann.
 
Mitten in Kapstadt liegt das Green Point Lighthouse, das in der Vergangenheit insbesondere für sein Nebelhorn bekannt war: Dieses hatte einen derart langgezogenen Ton, dass der Leuchtturm auch „The Moaning Minnie“ genannt wurde. Das Horn wurde erneuert, sein voller Klang gehört zur alltäglichen Geräuschkulisse der Stadt. Mit seinen charakteristischen roten und weißen Streifen steht der 16 Meter hohe Leuchtturm schon seit 1824 an seinem Platz und ist der älteste noch funktionale Leuchtturm des Landes. Geplant wurde der Turm vom deutschen Steinmetz und Architekt Herman Schutte.
 
An der südlichsten Spitze Afrikas hat das Cape Agulhas Lighthouse einen außergewöhnlichen Platz. Seit 150 Jahren ist es dafür verantwortlich, dass Schiffe den Übergang zwischen Atlantischem und Indischem Ozean sicher umschiffen. In der Vergangenheit galt das Gebiet aufgrund seiner Felsen, Riffe und schnellen Strömungen als gefährlich. Schiffswracks vor der Küste zeugen davon. Der Leuchtturm liegt im Agulhas Nationalpark und ist ein beliebtes Ausflugsziel, das sich mit dem Two Oceans Hiking Trail verbinden lässt, der über 10,5 Kilometer durch den Park führt. Der Turm beherbergt ein eigenes Museum, das von seiner bewegten Vergangenheit erzählt.
 
Auf halbem Weg zwischen Kap Agulhas und dem Kap der Guten Hoffnung liegt Gansbaai und der Danger Point, an dem 1895 das Danger Point Lighthouse errichtet wurde. Bis heute ist das achteckige, weiße Gebäude mit der roten Spitze ein beliebter Ort für Touristen, denn von oben können sie bei schönem Wetter über die Walker Bay bis nach Hermanus schauen. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und der Lage an der rauen Küste haftet der ganzen Gegend etwas Sagenumwobenes an. Nach Erzählungen wurde hier das berühmte Geisterschiff „The Flying Dutchman“ zum ersten Mal gesichtet. Gansbaai und Umgebung sind berühmt für ihre Wal- und Haibeobachtungstouren.
 
Weniger mystisch aber genauso sehenswert ist The Great Fish Point Lighthouse gut 25 Kilometer von Port Alfred entfernt in der Provinz Eastern Cape. Bis zu zwölf Gäste können in zwei ehemaligen Unterkünften der Leuchtturm-Wächter übernachten. Mit nur neun Metern Höhe ist der Leuchtturm einer der kleinsten in Südafrika. Mit seiner schwarz-weißen Bemalung und dem roten Dach nennen ihn Einheimische liebevoll „den kleinen, rothaarigen Kerl im Anzug“. Der Leuchtturm, der auf einem Hügel 76 Meter über dem Meeresspiegel erbaut ist, bietet seinen Besuchern spektakuläre Blicke über den Indischen Ozean und die umliegende Dünenlandschaft.
 
Der nördlichste Leuchtturm an der Westküste Südafrikas ist Port Nolloth in der kleinen Gemeinde Richtersveld im Northern Cape. Damals diente der Hafen als Hauptzugang zur Region Namaqualand und war vor allem für die Fischerei bedeutend. Auch heute ist der Leuchtturm in Betrieb, der dortige Wächter beherrscht noch die alte Aussprache der Seeleute und zeigt Besuchern die Wetterstation, die sich im Leuchtturm befindet.

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