Tuesday, February 27, 2024
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Der Bergbau Südafrikas und seine Herausforderungen

Der Bergbau hat Jahrzehnte lang die Wirtschaft Südafrikas geprägt. Doch aktuell steht der Sektor seinen größten Herausforderungen gegenüber: Soziale Konflikte müssen gelöst werden und ungünstige Marktbedingungen beeinflussen die Branche.

Richard Menell, Vorstandsmitglied von Brand South Africa, zur Zukunft des südafrikanischen Bergbausektors.


Yasmin Akbal – Im vergangenen Jahr wurde der Sektor durch schwankende Rohstoffpreise, steigende Betriebskosten, hohe Lohnkosten, Beschränkungen in der Infrastruktur, nachlassende Produktivitätsniveaus, angespannte Arbeitsverhältnisse sowie unsichere Rahmenbedingungen beeinflusst. Diese Faktoren werden uns auch über das Jahr 2014 hinweg beschäftigen.

Im Zentrum dieser Herausforderungen stehen zahlreiche Schlüsselthemen, die diskutiert und angegangen werden müssen.
Zunächst werden im Laufe der kommenden zwölf Monate die schwankenden Rohstoffpreise weiterhin die Bedingungen für die südafrikanischen Bergbauunternehmen erschweren. Es ist nicht zu erwarten, dass die global steigende Nachfrage nach Mineralrohstoffen die Preise nachhaltig erhöhen wird. Das schwächere chinesische Wirtschaftswachstum sowie die angeschlagene europäische Wirtschaft werden diesen Prozess zusätzlich beeinträchtigen.

Die zweite Herausforderung besteht darin, trotz schwieriger Marktbedingungen ausländische Investitionen für Expansionsprojekte und zukünftige Greenfield-Projekte zu gewinnen. Angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen gibt es jedoch weltweit, nicht nur in Südafrika, Schwierigkeiten, Investitionen für den Bergbau zu gewinnen.
Drittens werden, ungeachtet der schwierigen gegenwärtigen Bedingungen, die sozioökonomischen Erwartungen und Anforderungen verschiedener Stakeholder an die südafrikanischen Bergbauunternehmen nicht nachlassen. Daher müssen Lösungen angeboten werden, um Anlagerendite zu erreichen und gleichzeitig die sozioökonomische Agenda der Regierung zu berücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung für den Sektor im Jahr 2014 ist die Frist der Bergbau-Charta. Die meisten südafrikanischen Bergbaueinrichtungen haben bereits die 26-Prozent-Hürde und damit das Ziel, mehr Führungspositionen mit schwarzen Südafrikanern zu besetzen, erreicht. Dennoch bleibt unklar, wie die Regierung das Erreichen dieser Vorgabe messen wird.

Auch die fünften demokratischen Wahlen in Südafrika könnten 2014 direkte Auswirkungen auf den Bergbausektor haben. Einige Analysten prognostizieren im Vorfeld der Wahlen erhöhte Anspannung in den Arbeitsverhältnissen mit Auswirkungen auf die Produktivität und den Betrieb. Und auch allgemein werden in den kommenden Monaten die schwierigen Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen sowie Spannungen innerhalb der Gewerkschaften den Bergbau beeinflussen.

Trotz all dieser Herausforderungen sollten wir optimistisch sein. Wir können in diesem Jahr Fortschritte erzielen. Das Rahmenabkommen für einen nachhaltigen Bergbausektor, das von Südafrikas Vizepräsident Kgalema Motlanthe geleitet wird, könnte eine Stabilisierung herbeiführen. Im Mittelpunkt des Abkommens steht die Notwendigkeit, dass alle Stakeholder in Übereinstimmung handeln, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Denn nur eine Partnerschaft führt zum Ziel.

Darüber hinaus müssen sich die südafrikanischen Bergbauunternehmen in diesem Wirtschaftsumfeld positiv platzieren, um ihre Attraktivität für Investoren zu steigern. Auf Regierungslevel müssen Anreize geboten werden, um ein weiteres Investment in die Erforschung von Greenfield-Projekten anzustoßen.

Wie bereits während des Weltwirtschaftsforums in Davos im Januar zu sehen war, haben auch 2014 nachhaltige Entwicklungen und der Klimawandel Priorität bei Regierungen und Organisationen weltweit.

Die Herausforderungen, denen wir uns ausgesetzt sehen, sind im derzeitigen Wirtschaftsumfeld nicht größer als jene in anderen Ländern. Südafrikas Vizepräsident Kgalema Motlanthe bekräftigte erst kürzlich, dass die Bergbauindustrie weiterhin eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes sei. Die Branche könne, trotz der seit mehr als einem Jahrhundert andauernden intensiven Förderung, signifikant wachsen. Dies sind gute Nachrichten für die zukünftige Entwicklung Südafrikas als Akteur auf der Weltwirtschaftsbühne.


Über Richard Menell:

Richard Menell arbeitete insgesamt 35 Jahre für Anglovaal Mining und Teal Exploration & Mining. Zudem leitete er unter anderem als Präsident die South African Chamber of Mines.

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