Saturday, July 13, 2024
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Am Kap braut sich was zusammen

Am Kap wird gekeltert. Ist doch klar, denn hier gedeihen klasse Weine. Doch nicht mehr nur. In den Bottichen gärt es. Die Kessel dampfen. Es braut sich was zusammen – frisches Bier aus privaten, unabhängigen Brauerein. Über 20 gibt es inzwischen in Kapstadt und Umgebung. Und Wolfgang Ködel braut das Bier von CBC, der Cape Brewing Company in Paarl.

Ludger Pooth – Bierfreunde in Südafrika kennen den gebürtigen Bayer schon lange. Über 10 Jahre war Wolfgang Ködel der Braumeister des Paulaner Bräu an der Victoria & Alfred Waterfront (V&A) in Kapstadt. Bis Paulaner vor einem Jahr dicht machte. Die hohe Pacht der V&A war für das Münchner Familienunternehmen nicht mehr wirtschaftlich. Im Paulaner hatte Wolfgang es allen gezeigt. Nämlich wie gutes Bier auf traditionelle Art sorgfältig gebraut wird. Ohne künstliche Zusatzstoffe die echte Bierkenner verabscheuen, nur mit natürlichen Zutaten: Hopfen, Gerstenmalz, Hefe, Wasser. Jede andere Brauerei hätte Wolfgang Ködel wegen seines guten Rufs gerne in ihre Dienste genommen. „Ich wollte aber in Kapstadt bleiben“, sagt der Bayer, der bei Bayreuther Brauerei Maisel in die Lehre ging „Li und ich fühlen uns hier wohl“. Li ist Wolfgangs Ehefrau. Die beiden haben sich in Shanghai kennen gelernt, eine Station in seiner hopfigen Karriere, andere waren Peking und Singapur.
Nur wenige Tage nachdem im Paulaner die Zapfhähne für immer versiegten brachte Charles Back, Besitzer des Weinguts Fairview in Paarl, den Braumeister zurück an den Maischebottich. Beck war überzeugt, die Kapregion braucht eine Brauerei die sich der traditionellen Braukunst verpflichtet. Der Weingutbesitzer gründete CBC zusammen mit der schwedischen Brauerei Åbro. Wolfgang erhielt die modernste Brauausrüstung, die es derzeit gibt. „Wir setzen in Südafrika neue Maßstäbe“, sagt er. „Nicht nur mit der Technologie. Auch wie die Braukunst und das Bier der Öffentlichkeit präsentiert wird.“ Bier in der Weinregion Paarl. CBC ist auf dem Weingut Spice Route. Die Brauerei ist zugleich die Probierstube. Zapfinseln zum Kosten stehen verteilt in der gossen Halle. An den Wänden klären Tafeln über die Zutaten, die Geschmacksnoten der Biere auf und stellen den Brauprozess dar, der gleichzeitig life im Hintergrund abläuft. „Nach Absprache mache ich auch gerne eine Führung durch die Brauerei“, sagt der bairische Braumeister und fügt grinsend hinzu: „aber nicht in meiner Krachledernen.“ Der Braukessel fasst 30 Hektoliter. Dreimal täglich wird gebraut, mit dem frischen Wasser einer Bergquelle auf dem Grundstück. Das macht am Abend 9.000 Liter. CBC braut für den Verkauf Lager, Pilsner, Kristall- und dunkles Weizen. Die Biere kommen in 440ml Flaschen und Fässern für Zapfanlagen auf den Markt. Ein weiteres Bier fließt leider nur aus dem Hahn in der Probierstube: The Devil, ein äußerst herbes Lager. „Nicht jedermanns Sache“, meint Wolfgang. „Erstaunlicherweise kommt es gut bei jüngeren Bierfreunden an“
Wolfgang stammt aus der alten und strikten Schule des Deutschen Reinheitsgebots, die es außer in Bayern so nicht mehr gibt. Dennoch ist er kein Purist: „Selbstverständlich benutze ich nur natürliche Zutaten, doch die müssen meinethalben nicht unbedingt aus bestimmten Regionen kommen.“ Er schätzt deshalb die fröhlich kreative Art seiner Kollegen in der privaten, unabhängigen Brauzunft Südafrikas: „Sie bringen interessante Biere mit vielseitigen Geschmacksnoten hervor“. Konservative Bayern werden erzürnt sein. Herr Ködel wird ein Stout Bier mit Schokoladenschnipseln brauen. Zartbitter natürlich. Hier geht´s zur Biergeschichte am Kap
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