Monday, March 4, 2024
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Die südafrikanische Weinwirtschaft blickt optimistisch in die Zukunft

Nach einigen schwierigen Jahren blickt die südafrikanische Weinwirtschaft nach Angaben des Exportverbands Wines of South Africa (WOSA) optimistisch in die Zukunft.

pm – Die rekordverdächtigen Exportzahlen, die Aussicht auf eine der besten Weinernten seit Jahren und die Eroberung neuer Absatzmärkte sowie positiven Beurteilungen seitens der einflussreichsten internationalen Weinkritiker stimmen Südafrikas Winzer zuversichtlich.

Su Birch, CEO von Wines of South Africa, bestätigt, dass die südafrikanischen Weinexporte im Jahr 2012 auf 417 Millionen Liter gestiegen sind. Das schlägt den bisherigen Rekord von 407 Millionen in 2008 um 10 Millionen Liter und bedeutet gleichzeitig ein Exportplus von 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011. Birch: „Das erfreulich hohe Absatzvolumen ist auf verschiedene Umstände zurückführen: die günstige Währungssituation und die weltweite Verknappung von Wein, die aufgrund geringerer Ernteerträge in Europa, Lateinamerika, Australien und Neuseeland zu beobachten ist.“

Dank einem der besten Winter am Westkap und trotz Rückgang der Neuanpflanzungen blickt die südafrikanische Weinbranche auf eine der verheißungsvollsten Ernten seit Jahren. Birch: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass Südafrika in den kommenden Monaten die drittgrößte Ernte seit den Anfängen des Weinbaus in 1659 einbringen wird. Voraussetzung dafür ist eine weiterhin stabile Wetterlage, die schnelle und friedliche Beendigung der Arbeiterstreiks und eine zeitgenaue Traubenlese.“ Laut derzeitiger Hochrechnungen des SA Wine Industry & Information Systems (SAWIS) könnte sich die 2013er Ernte auf 1.384.357 Tonnen belaufen.

Su Birch erklärt, dass Bulk-Ware (d. h. loser Wein/Fasswein) 59 Prozent des gesamten Exportvolumens ausmacht und den weltweit wachsenden Nachfragetrend widerspiegeln. Der Verkauf von Bulk-Ware aus den wichtigsten Überseeweinländern sei, so die CEO von WOSA, von 20 Prozent auf über die Hälfte des insgesamt verkauften Volumens angestiegen: „Unsere Situation ist auf Australien, Chile, Argentinien und sogar Neuseeland übertragbar.“

Obwohl sich mit Originalfüllungen viel mehr Umsatz generieren ließe, so Birch, waren Südafrikas Winzer gezwungen, offene Weine anzubieten, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können und der Nachfrage des Mainstream-Marktes gerecht zu werden. „Natürlich richten unsere Winzer ihr Augenmerk primär auf die Steigerung ihrer Flaschenweinexporte – zum einen, weil es dem Image des Weinlandes Südafrika besser bekommt, und zum anderen, um wichtige Arbeitsplätze in der Verpackungsindustrie zu erhalten und den Weinerzeugern eine nachhaltige Wertschöpfung zu ermöglichen.“ Die steigende Nachfrage nach Flaschenweinen in Ländern wie Nordamerika, Japan und China sowie einigen wohlhabenden afrikanischen Staaten, in denen die WOSA in den letzten Jahren die Marketingmaßnahmen verstärkt hat, bestärkt die Südafrikaner, diesen Kurs beizubehalten.

Die steigende weltweite Anerkennung Südafrikas als Weinbauland mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen durch international anerkannte Kritiker motiviert die südafrikanische Weinwirtschaft. Birch: „In den vergangenen Wochen haben wir viel Lob von Neal Martin, einem der Autoren aus Robert E. Parkers international renommiertem The Wine Advocate erhalten. Er hat Südafrika als das derzeit spannendstes Weinland aus Übersee bezeichnet. Auch Stephen Tanzer vom International Wine Cellar, Oz Clarke, Tim Atkin MW und Sarah Ahmed aus Großbritannien sowie Dr. Eckhard Supp aus Deutschland äußerten sich begeistert über unsere Weinqualitäten.“

Bereits vor den momentan stattfindenden Arbeiterunruhen am Westkap, die die Weinbranche erschüttern, wurden wichtige Schritte unternommen, um die Arbeitsbedingungen auf allen Farmen zu verbessern. Das südafrikanische Fairtrade-Büro bestätigt, dass Südafrika weltweit die höchste Zahl an Fairtrade-zertifizierten Weingütern vorweisen kann. 65 Prozent aller weltweit mit dem Fairtrade-Prädikat verkauften Weine stammen aus Südafrika.

Immer mehr Weinerzeuger schließen sich der Wine and Agricultural Industry Ethical Trade Association (WIETA) an und verpflichten sich zur Einhaltung einer sozial-fairen Arbeitspraxis auf ihren Farmen. „Das enorm positive Echo seitens der internationalen Märkte auf die Einführung des WIETA-Siegels, mit dem faire Arbeitsbedingungen bescheinigt werden, verstärkte das Interesse der Winzer um ein Vielfaches“, kommentiert Birch diesen Meilenschritt zu Verbesserung der sozialen Nachhaltigkeit. Birch weiter: „Aufgrund der bereits vorliegenden Anmeldungen für WIETA-Schulungen für Erzeuger und Arbeiter, die vor der Zertifizierung durchgeführt müssen, können wir davon ausgehen, dass dieses Jahr noch viele weitere Betriebe das WIETA-Siegel für sozial-faire Weinerzeugung erhalten.“

Einige der renommiertesten Weinerzeuger Südafrikas wie z. B. Distell, Spier, Fairview und Robertson Winery haben die WIETA-Zertifizierung bereits erhalten.

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